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Ausgabe 38/2017
Im Blick
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Gesund beginnt im Mund – gemeinsam für starke Milchzähne

Laut der regelmäßig durchgeführten Wiederholungsuntersuchung zur Mundgesundheit in Deutschland (Deutsche Mundgesundheitsstudie, DMS) ist in den letzten Jahrzehnten die Zahnkaries bei Kindern und Jugendlichen insgesamt deutlich zurückgegangen. Damit bleiben den Kindern oft nicht nur sehr schmerzhafte Erfahrungen erspart, auch für das weitere Leben erhöht sich hierdurch die Chance, dass die Zähne gesund bleiben. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören eine sorgfältige Zahnpflege vom ersten Zähnchen an, eine ausreichende Versorgung mit Fluorid, das den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies macht, eine ausgewogene, zahngesunde Ernährung sowie eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle und Vorsorge bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr Foto: Verein für Zahnhygiene

Jedes Jahr am 25. September heißt es „Gesund beginnt im Mund!“. An diesem Datum macht der Tag der Zahngesundheit (TdZ) bundesweit auf Themen der Mundgesundheit aufmerksam. Rund um den 25. September findet in Ländern, Städten und Gemeinden eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die über einen jährlich wechselnden Schwerpunkt informieren. Egal, ob es um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene geht, im Zentrum steht immer die Prävention, also die Verhütung von Zahn, Mund- und Kiefererkrankungen. Der Aktionstag setzt auf breite Aufklärung in der Bevölkerung und die Forderung von Eigenverantwortung, insbesondere durch praxisnahe Tipps, die Mundgesundheitsschäden verhindern helfen sollen. Getragen wird der TdZ vom „Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit“, dem rund 30 Mitglieder aus Gesundheitswesen und Politik angehören.

Schwerpunkt des TdZ in diesem Jahr ist die Kariesvorbeugung bei Kindern im Vorschulalter. Es besteht dringender Handlungsbedarf, stellte der Aktionskreis fest. Die Gruppenprophylaxe muss gestärkt und auf die Jüngsten ausgeweitet werden. Fachübergreifende Strategien sind nötig, um gefährdete Gruppen zu erreichen. Wie wichtig Milchzähne für die gesunde Entwicklung eines Kindes sind, wird nach wie vor unterschätzt. Dabei entscheiden gesunde Milchzähne unter anderem, ob ein Kind altersgerecht an Gewicht zunimmt, ob es richtig sprechen lernt und ob es aufgrund seines Aussehens Ausgrenzung erfährt. Im Vorfeld des Tages der Zahngesundheit 2017 informierte der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit darüber, wie Milchzähne gesund bleiben – und wies auf die Notwendigkeit hin, sich noch stärker für die Mundgesundheit der Jüngsten zu engagieren.

„Es ist eine traurige Tatsache, dass deutschlandweit bei den unter dreijährigen Kindern schon 15 Prozent von Karies betroffen sind“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, und fügt hinzu: „Frühkindliche Karies tangiert alle Bevölkerungsgruppen, aber besonders Familien in sozial schwierigen Lebenslagen. Ursachen für die frühkindliche Karies sind übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken, z. B. aus Saugerflaschen in Kombination mit zu wenig Mundhygiene im frühen Kindesalter. Um das verändern zu können, brauchen wir fachübergreifende Konzepte.“

Dem stimmt Dr. Michael Kleinebrinker, Referatsleiter beim GKV-Spitzenverband, zu: „Leider ist frühkindliche Karies bei Klein- und Vorschulkindern nach wie vor ein Thema. Damit aus den erkrankten Milchzähnen kein dauerhaftes Problem wird, macht sich die Gesetzliche Krankenversicherung für eine frühzeitige und systematische zahnärztliche Betreuung ab Durchbruch des ersten Milchzahns stark. Die gesetzliche Vorgabe, mit den zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in der GKV zukünftig deutlich früher zu beginnen als dies heute der Fall ist, wird daher begrüßt“.

Was Milchzähne stark machen kann, führt Prof. Dr. Christian H. Splieth, Leiter der Abteilung Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald, aus. „Der Fluoridgehalt der Kinderzahnpasta ist in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern niedrig. Das sollte sich ändern. Außerdem brauchen wir eine Gruppenprophylaxe, die auch die Kleinsten mit täglichem Zähneputzen erreicht – und endlich Prophylaxeleistungen vom ersten Zahn an, die in der zahnärztlichen Regelversorgung erstattet werden. Nur wenn wir uns bei den Milchzähnen die gleiche Mühe geben wie bei den bleibenden Zähnen, können viele Extraktionen bei kleinen Kindern vermieden werden“, lautete Splieths Appell.

Die Gesundheit von Milchzähnen stärkt man außerdem, indem man Kinder, Eltern, Erzieher und andere, die Einfluss auf die Gesundheit von Milchzähnen nehmen können, kontinuierlich über Themen wie Zahnpflege oder Kontrolluntersuchungen informiert.

Seit 1991 stellt der „Aktionskreis Tag der Zahngesundheit“ jährlich am 25. September die Vorsorge, die Verhütung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen und die Aufklärung und Förderung von Eigenverantwortung in den Mittelpunkt. Im Herbst 1990 hatte sich der Aktionskreis konstituiert, der die Maßnahmen und Aktionen seither koordiniert. Im Mittelpunkt des Aktions- und Gedenktages stehen lokale und regionale Aktionen zur Aufklärung der Bevölkerung. Die zahnmedizinische Prophylaxe beschäftigt sich mit vorbeugenden Maßnahmen, die die Entstehung von Krankheiten an Zähnen und am Zahnhalteapparat verhindern sollen. Durch primäre Präventionsmaßnahmen wird das Auftreten neuer Krankheiten vermindert: Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide, auch die Vermeidung zuckerhaltiger Lebensmittel und die Fluoridierung entsprechen diesem Ansatz. Auch in der Region finden aus diesem Anlass zahlreiche Veranstaltungen statt.

Red.