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Ausgabe 4/2018
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Jubiläumsjahr beginnt mit neuer Kooperation

Papiere austauschen für eine Kooperationsvereinbarung: Barbara Ludwig, Birgit Weber und Kerstin Ternes (v.l.) bei der Besiegelung der Kooperation zwischen dem Technischen Museum der Bandweberei und dem Zweckverband Sächsisches Industriemuseum

Die Großröhrsdorfer Bürgermeisterin Kerstin Ternes und Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz und gleichzeitig Verbandsvorsitzende des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, haben jetzt einen Kooperationsvertrag zwischen dem Technischen Museum der Bandweberei und dem Zweckverband unterschrieben. Diese Kooperationsvereinbarung dient schwerpunktmäßig einer gegenseitigen Unterstützung bei thematisch geeigneten Ausstellungen und Veranstaltungen sowie einer Zusammenarbeit im Bereich Museumspädagogik. Kerstin Ternes freute sich sehr, dass das bereits bestehende Miteinander sich jetzt auch auf dem Papier wiederfinde und zeigte sich sehr hoffnungsvoll: „Die Geschichte zum Anfassen zur über 330-jährigen Bandweberei, die hier in unserer Kulturfabrik gezeigt wird, sollte nicht nur in der Region Beachtung finden.“ Der Landkreisbeigeordneten Birgit Weber gelte besonderer Dank, da sie sich für diese Kooperation eingesetzt habe. Die Energiefabrik Knappenrode im Landkreis Bautzen gehört bisher ebenso wie das Industriemuseum Chemnitz, die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau und das Besucherbergwerk/Mineralogisches Museum Zinngrube in Ehrenfriedersdorf zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Die aktuelle Sonderausstellung im Technischen Museum der Bandweberei zeigt schon jetzt ein Beispiel für die Chancen, die eine Kooperation zwischen den Industriemuseen eröffnet. Seit dem 15. Oktober 2017 ist im Großröhrsdorfer Bandmuseum eine bemerkenswerte Fotoausstellung vom bekannten Fotografen Olaf Martens zum Thema „Zukunft der Arbeit“ zu sehen. Der Leipziger Fotograf hat diese außergewöhnlichen Fotos in der Energiefabrik Knappenrode aufgenommen. Durch Vermittlung der Energiefabrik Knappenrode wurde es dem Großröhrsdorfer Industriemuseum möglich, diese auszuleihen und damit auch einmal mit anderen, außergewöhnlichen Ausstellungen auf sich aufmerksam zu machen. Dass Großröhrsdorf nicht nur mit seinem Wappen zu seiner Tradition als Bandweberstadt steht, beweist auch eine bald folgende Straßenumbenennung im Zuge des Zusammenschlusses mit Bretnig-Hauswalde: Die bisherige Bischofswerdaer Straße wird im „alten“ Stadtbereich von Großröhrsdorf bis zum ehemaligen Ortsausgangsschild ab dem 1. März Bandweberstraße heißen.

Besonders für den das Museum betreibenden Verein sind dieser Vertrag ein Höhepunkt und gleichzeitiger Ansporn für Kommendes, denn in diesem Jahr wird noch groß gefeiert. Das Museum der Bandweberei wird 20 Jahre alt und lädt aus diesem Anlass am 27. Mai 2018 zu einem Fest für die ganze Familie im und am Museum ein. Dann wird es zahlreiche Dokumente und Fotos aus alten Zeiten geben sowie eine neue Sonderausstellung zu textiler Nadeltechnik. Aber vor allem werden die Maschinen vom einfachen Handwebstuhl bis zum modernen Webautomaten alle laufen, denn das ist das Credo des Vereines mit seinem Vorsitzenden Bernd Hartmann: „In unserem Museum der Bandweberei gibt es nur voll funktionierende historische oder auch modernere Maschinen.“ Davon konnte sich Barbara Ludwig, die vor allem das große ehrenamtliche Engagement lobt, bei einem Rundgang auch gleich überzeugen. Es sei sehr schön, von der Wiege der Textilindustrie in Chemnitz und Ehrenfriedersdorf jetzt mehr als nur ein symbolisches Band nach Großröhrsdorf zur Bänderstadt zu knüpfen. Die 55-jährige Chemnitzerin konnte übrigens von eigenen Erinnerungen an Großröhrsdorf berichten: Ihr Großvater habe eine Miederwarenfabrik besessen und sie mitgenommen, um Gummiballen aus Großröhrsdorf abzuholen. Am meisten in Erinnerung sei ihr der Gummigeruch im Auto auf dem Weg nach Hause geblieben. Ludwig versprach, dass das Großröhrsdorfer Museum von der Zusammenarbeit auf jeden Fall profitieren werde. Im Rahmen der Vorbereitung und dann bei der Durchführung der 4. Sächsischen Landesausstellung Industriekultur 2020 würde es zahlreiche Gelegenheiten geben, interessierte Besucher aus dem In- und Ausland auf dieses Museum aufmerksam zu machen. Und vielleicht ist diese Kooperationsvereinbarung ja nur der Anfang, festere Bande nicht ausgeschlossen…

ku