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Ausgabe 43/2017
Im Blick
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Zeitumstellung auf Winterzeit: vor- oder zurückstellen?

An diesem Wochenende, in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag, beginnt die Winterzeit Foto: dertagdes.de

Alle Jahre wieder werden die Uhren im Oktober umgestellt – und zwar am letzten Wochenende im Oktober. Dann endet die Sommerzeit, es beginnt die Winterzeit. Folgerichtig ist die zweite Zeitumstellung in diesem Jahr also am Sonntag, dem 29. Oktober 2017 – 3.00 Uhr in der Früh werden alle Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Das heißt also ebenfalls: In dieser Nacht bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Es bedeutet aber auch: Künftig wird es eine Stunde früher dunkel. Mit der Winterzeit gilt in Deutschland wieder die sogenannte Normalzeit. Diese wird auch Mitteleuropäische Zeit (MEZ) genannt und hat eine Differenz von genau einer Stunde zur Weltzeit.

Besitzer von Funkuhren sind bei der Zeitumstellung wie immer im Vorteil, weil die sich von ganz allein auf die Winterzeit umstellen. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig übermittelt über einen starken Sender das aktuelle Zeitsignal an alle Funkuhren. Auch die modernen Smartphones – egal, ob iPhone oder Android-Gerät – stellen sich automatisch von der Sommer- auf die Winterzeit um. Vorausgesetzt, man hat diese Funktion im Gerät aktiviert. Bei Android-Handys geht das im Menü „Einstellungen“ bei „Datum & Uhrzeit“. Dort muss „Autom. Datum/Uhrzeit“ aktiviert sein. iPhones haben die Funktion ebenfalls in den Einstellungen versteckt: Bei „Allgemein“ auf „Datum & Uhrzeit“ klicken und die Option „Automatisch einstellen“ auswählen. Von Hand müssen natürlich nach wie vor analoge Armbanduhren und Wanduhren umgestellt werden - und eventuell auch der Wecker im Schlafzimmer, sofern es sich bei diesem um ein altes Tick-Tack-Aufziehmodell handelt.

Bis 1977 war die Winterzeit noch die einzige Zeit in Europa. Dann beschloss die Europäische Gemeinschaft – der Vorläufer der heutigen EU – die Einführung der Sommerzeit. Seit 1980 werden auch in der Bundesrepublik Deutschland im März die Uhren eine Stunde vor und im Oktober eine Stunde zurückgestellt. Die Einführung der Sommerzeit war eine Nachwirkung der Ölkrise des Jahres 1973. Durch die Zeitumstellung hoffte man, Strom sparen zu können: Eine Stunde mehr Tageslicht sollte eine Stunde weniger künstliches Licht aus der Steckdose bedeuten.

Mittlerweile gilt die Vorstellung, wonach die Sommerzeit dem Energiesparen dient, längst als widerlegt. Das Bundesumweltamt erläutert in einer Stellungnahme: „Durch das Vor- und Zurückstellen der Uhren sparen wir keine Energie: Zwar knipsen die Bürgerinnen und Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr – das hebt sich gegenseitig auf.“ „Die Zeitumstellung führt zu keiner spürbaren Einsparung von Energie“, sagt auch Robert Hienz, Geschäftsführer der E.ON Energie Deutschland. Unternehmen befürworten die Abschaffung der Zeitumstellung ebenfalls, da sie keine positiven Auswirkungen auf ihren Energieverbrauch sehen. Dafür befürchten viele eine geringere Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter nach der Zeitumstellung. Immer mehr Bundesbürger haben das Vor- und Zurückdrehen der Uhren satt. So ergab eine repräsentative Umfrage, dass 70 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung als überflüssig betrachten und sie am liebsten ganz abschaffen würden.

Wenn in der Nacht auf Sonntag, 29. Oktober, die Sommerzeit endet, müssen die Uhren um eine Stunde verstellt werden. Aber in welche Richtung? Vor oder zurück? Es gibt einige Eselsbrücken, mit denen man sich ganz leicht merken kann, ob bei der aktuellen Zeitumstellung der Tag eine Stunde kürzer oder länger wird.

  1. „Im Winter hinter“: Entsprechend gilt für das Frühjahr, dass die Uhren eine Stunde vorgedreht werden.
  2. „Im FRÜHjahr muss man FRÜHer aufstehen“: Die Uhren werden also eine Stunde vorgedreht. Im Winter darf man dafür eine Stunde länger liegen bleiben.
  3. „Immer zum Sommer hin.“ Also im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück.
  4. „Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“ – im Frühjahr Plus und im Winter Minus.
  5. „Frühjahrsmüdigkeit“: Weil die Uhr eine Stunde nach vorn gedreht wird, verringert sich die Schlafzeit.
  6. „Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln.“ Im Frühjahr kommen sie VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen.
  7. „Im Winter gibt es Winterschlaf.“ Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgedreht.
  8. Für alle Zahlenmenschen gibt es die „2-3-2-Regel“: Im Frühjahr wird die Uhr von zwei auf drei Uhr gestellt, im Winter wieder von drei auf zwei Uhr.
  9. „Der Sommer ist etwas Positives, der Winter ist negativ.“ Aus dieser Regel ergibt sich: Im Sommer vor- und im Winter zurückdrehen.
  10. „Spring forward, fall back.“ Im Frühling („spring“) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst („fall“) eine Stunde zurück.
Red.