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Ausgabe 43/2017
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Modernere Ausstattung für die Retter

Peter Köhler vom DRK Rettungsdienst Radeberg-Pulsnitz nahm für den Rettungswachenbereich Radeberg aus den Händen der Beigeordneten Birgit Weber den Schlüssel für einen von fünf neuen Rettungs- und Krankentransportwagen in Empfang Foto: ku

Die ganze neue Flotte auf einen Blick – das wäre der Hit gewesen. Doch von den 14 neuen Fahrzeugen, die zumeist ab sofort für Rettungsdienst und Krankentransport im gesamten Landkreis Bautzen zum Einsatz kommen, waren am 18. Oktober leider nur vier vorgefahren zur offiziellen Übergabe. Diese fand – sicher auch symbolisch als Begrüßung gedacht – beim neuen Leistungserbringer, der ASG Ambulanz Leipzig an der Rettungswache auf der Kamenzer Güterbahnhofstraße statt. Alle Rettungswachenbereiche wurden im Zuge der Bereichsplanerweiterung und der jährlichen Ersatzbeschaffung mit neuer Technik bedacht. Richtung Radeberg, konkret nach Pulsnitz und Radeberg, gingen drei Rettungswagen und zwei Krankenwagen, die jetzt vom DRK Radeberg-Pulsnitz eingesetzt werden können. Der Bereich Bischofswerda kann sich über zwei Rettungswagen für Bischofswerda und ein allradbetriebenes Fahrzeug – wegen der geografischen Gegebenheiten im Oberlausitzer Bergland – für Kirschau freuen. Ein Krankenwagen kommt jetzt bereits in Bautzen zum Einsatz, ein weiterer Rettungswagen wird Ende November dorthin ausgeliefert. In den beiden Bereichen Bischofswerda und Bautzen ist übrigens der DRK Kreisverband Bautzen weiterhin der Leistungserbringer. Wie bereits erwähnt, gibt es im Kamenzer Bereich seit dem 1. Juli diesbezüglich eine Veränderung – die „Neulinge“ von der ASG Ambulanz Leipzig können jetzt auf zwei neue Rettungswagen für Kamenz und Königsbrück zurückgreifen. Der Malteser Hilfsdienst und die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda, die sich den Rettungswachenbereich Hoyerswerda teilen, erhielten dieser Tage drei Rettungswagen.

An die Leistungserbringer, die Vertreter nach Kamenz geschickt hatten, übergab die Beigeordnete Birgit Weber die Fahrzeugschlüssel. Sie betonte in ihren Grußworten, dass die Rettungsmittel einen Anschaffungswert von 2,3 Millionen Euro haben und über die Krankenkassen refinanziert würden. Einige Einzelpreise zum besseren Verständnis: Während ein speziell für die Fahrzeuge angepasstes EKG-Gerät bereits 30.000 Euro kostet, kommen für den gesamten Rettungswagen (RTW) in der Koffer-Variante stolze 210.000 Euro zusammen. Fünf der neuen RTW gibt es nicht ohne Grund als Koffervariante, da in diesen Fahrzeugen mehr Platz ist für die Patientenbetreuung, aber auch beispielsweise für das Mitnehmen eines Auszubildenden, der in der Praxis hautnah geschult werden kann. Für jeden Rettungswachenbereich werde somit mindestens ein RTW-Koffer vorgehalten, da diese auch für Verlegungen von den Krankenhäusern des Landkreises in Spezialkliniken genutzt würden. Sie verfügten über eine umfangreichere Ausstattung. Wie Thomas Scheffel, beim Landkreis für die gesamte Rettungstechnik verantwortlich, außerdem hervorhob, gäbe es in den RTWs teilweise sehr hochwertige Beatmungseinheiten. Die EKG-Geräte können über Bluetooth Notfall-EKGs an die kardiologischen Abteilungen der Krankenhäuser übertragen. Dort könne sehr zeitnah und so lange sich der Patient im RTW befindet der Kardiologe eine Auswertung der Daten vornehmen und somit eine schnellere fachgerechte Zuführung in eine spezielle Klinik veranlassen. Denn in solchen Notfällen spiele die Zeit eben eine wesentliche Rolle. Allerdings, das erwähnte Scheffel auch, seien nicht alle Fahrzeuge ganz neu. Es sei wirtschaftlich günstiger und auch absolut praktikabel, nur das Fahrgestell auszutauschen und den Koffer, also das Hinterteil mit sämtlicher Medizintechnik, in einer Fachfirma neu aufbauen zu lassen. Mit dieser modernen Technik und der Vernetzung seien die RTWs damit eine gute Alternative zur Luftrettung, die in manchen Situationen aber weiterhin das erste Mittel der Wahl bleiben würde.

Übrigens waren die ersetzten Rettungsmittel seit mindestens sechs Jahren im Dienst und werden als Reservefahrzeuge noch eingesetzt. Die bisherigen Reservefahrzeuge wurden somit ausgesondert und sind technisch verschlissen.

Wie viel der Rettungsdienst im gesamten Kreisgebiet unterwegs ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Allein bis zum 30. September 2017 wurden in diesem Jahr bereits 63.500 Einsätze absolviert. Somit werde voraussichtlich eine Jahresbilanz von über 80.000 Einsätzen erreicht. Da mit diesen neuen Fahrzeugen das sehr gut ausgebildete Personal noch effizienter zum Einsatz kommen kann, muss man sich keine Sorgen bei einem Ernstfall machen – aber besser ist es immer, die schmucken Autos nur von außen zu bestaunen.

ku