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Ausgabe 45/2017
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Das runde Leder rollt das ganze Jahr

In vier Wochen starten die Ewag-Kamenz-Hallenmasters des Westlausitzer Fußballverbandes mit den ersten Vorrunden. Beim Nachwuchs jagen dann fast 170 Mannschaften aus dem gesamten Landkreis unterm Hallendach dem runden Leder nach – schon die Allerjüngsten haben beim „Budenzauber“ einen Riesenspaß. Foto: Archiv (ku)

„Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“, so steht es auf einer Tasse des Westlausitzer Fußballverbandes (WFV) – aber irgendwie ist da viel Wahres dran, was schon ein Blick auf den Fußballsport im Landkreis Bautzen zeigt. 89 Vereine und damit 11.200 Fußballerinnen und Fußballer gehören dem Dachverband an, der seit 2010 der Ansprechpartner für die Kicker des Landkreises ist. In diesen Wochen herrscht auf den Sportplätzen der Region noch Hochbetrieb, denn der Ligaspielbetrieb geht in die heiße Phase vor der Winterpause. Gerade bei den Herren, so berichtete Geschäftsführer Gojko Sinde in diesen Tagen, habe es durch die stürmischen Wochenenden Spielabsagen gegeben. „Einige Nachholspiele konnten schon am Feiertag ausgetragen werden. Wir hoffen, dass bis zum Jahreswechsel alle Partien gespielt werden können und die Tabellen damit aussagekräftig sind“, so Sinde weiter. Die Spielansetzer haben in der Kreisoberliga, in den beiden Kreisligastaffeln sowie in den vier Staffeln der Kreisklasse alle Hände voll zu tun. Auf einen zeitigen Wintereinbruch hofft da niemand, der würde den Spielplan wohl weiter durcheinanderwirbeln. Im Kreispokal wird übrigens an diesem Wochenende die nächste Runde ausgelost. Im Breitensport – oder bei den Altherren – ist die Liga-Saison jetzt bereits beendet, da wird über das komplette Kalenderjahr gespielt. Der Titel ging nach Wittichenau. Im kommenden Jahr, so blickt Gojko Sinde voraus, könnte diese Breitensport-Liga (Ü 35) auf bis zu elf Teams aufgestockt werden.

Beim Fußballnachwuchs wird im WFV-Gebiet in sechs Altersklassen und 25 Staffeln um die Kreismeistertitel gespielt. Die Allerjüngsten bei den G-Junioren (Vorschulalter) treffen sich zu Wochenend-Turnieren. Eine Besonderheit ist die Fair-Play-Liga der F-Junioren. Diese Empfehlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird auch hier im Landkreis umgesetzt, weil man sich positive Effekte für die Entwicklung der jungen Kicker und des Fußballs insgesamt erhofft. Zu den normalen Fußballregeln gibt es drei wichtige Zusätze: Es wird ohne Schiedsrichter gespielt, die Kinder entscheiden selbst. Die Trainer beider Teams sollen direkt nebeneinander stehen, gemeinsam agieren und die Kinder unterstützen, wenn sie nicht weiter wissen. Die dritte Regel betrifft die Eltern und Zuschauer, die mindestens 15 Meter vom Spielfeldrand entfernt hinter den Barrieren stehen sollen. Damit soll bei allen Akteuren frühzeitig das Verständnis für Regeln und die eigene Verantwortung für das Spiel gestärkt werden. Bisher, so weiß der WFV-Geschäftsführer, habe man mit der Umsetzung fast durchweg positive Erfahrungen gemacht – kleine Problemchen gäbe es überall mal. Da nur wenige reine Mädchenmannschaften im Bereich des Westlausitzer Fußballverbandes aktiv sind, ist es auf den Plätzen in der Region ein alltägliches Bild, dass sogar bis zu den B-Junioren die Mädchen bei den Jungs mitkicken. Die C-Juniorinnen vom Bischofswerdaer FV 08 treten allerdings gegen ihresgleichen in der Landesliga an, die B-Juniorinnen vom Thonberger SC 1931 kicken in der Landesklasse. Insgesamt gibt es im Landkreis Bautzen derzeit zehn Fußball-Frauenmannschaften, von denen die aus Bischofswerda (Regionalliga) und Großnaundorf (in Spielgemeinschaft mit Bischofswerda – Landesklasse Ost) überregional spielen.

Wenn es jetzt bald auf den Fußballplätzen und in den Stadien etwas ruhiger wird, bedeutet das aber keinesfalls Fußballentzug für die Kicker selbst und alle Freunde des runden Leders. Immer mehr entwickelt sich die Wintersaison zur weiteren Hochzeit, denn allerorten ist „Budenzauber“ angesagt. Viele Vereine richten eigene Hallenturniere für Klein und Groß aus. Der WFV bereitet sich auf ein Mammutprogramm mit seinen Hallenmasters vor. Die Frauen und Männer spielen am 13. Januar in Kamenz die Hallenkreismeister aus. Die Männer treffen sich dabei am Nachmittag zum 7. RB-Cup mit zehn Mannschaften.

Aber so richtig rund geht es unter dem Hallendach beim Nachwuchs. Von den F- bis zu den A-Junioren finden mehr als 40 Turniere in Vor-, Zwischen- und Endrunden statt. Fast 170 Mannschaften wurden dafür gemeldet. Die Allerkleinsten der G-Junioren treffen sich zu Winter-Turnierrunden. Auf dieses Ausmaß der Ewag-Kamenz-Hallenmasters ist der WFV zu Recht stolz: „In dieser Größenordnung gibt es solche Hallenturniere in den ländlichen Kreisverbänden in Sachsen nicht mehr“, unterstreicht Gojko Sinde. Von den ersten Vorrunden am 9. Dezember bis zu den letzten Endrunden am 4. Februar gibt es den Fußballnachwuchs aus der Region in Sohland, Königsbrück, Bischofswerda, Laußnitz, Kamenz, Bautzen, Pulsnitz und Hoyerswerda hautnah zu erleben. Auch für die zahlreichen Verantwortlichen des Westlausitzer Fußballverbandes bedeuten diese Veranstaltungen an den Wochenenden viel Arbeit zusätzlich zum regulären Spielbetrieb. Aber sie sind froh, mit diesem Winterformat dem Fußball über das ganze Jahr hinweg eine Plattform geben zu können. Denn irgendwie leben sie ja alle nach dem Motto „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“.

ku