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Ausgabe 51/2017
Aus Städten und Gemeinden
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„Wenn jede Spielerin alles in die Waagschale wirft, können wir erfolgreich sein“

Das große Ereignis in der BallsportArena Dresden, wo die Bundesliga-Handballerinnen des HC Rödertal am 6. Januar 2018 gegen den amtierenden deutschen Meister SG BBM Bietigheim antritt, wirft bereits seine Schatten voraus. Doch zuvor liegt der Fokus auf der spielintensiven Phase zwischen den Feiertagen. In der Zeit vor Weihnachten bis Silvester muss der HCR nämlich gleich drei Bundesligapartien bestreiten. Zunächst geht es am 23.12.2017 nach Neckarsulm zur Sport-Union. Bereits vier Tage später, am 27.12.2017, empfangen die Bienen in ihrem letzten Heimspiel des Jahres die Mannschaft aus Blomberg-Lippe. Am 30.12.2017 macht sich der Bienentross dann auf den Weg zum aktuellen Tabellenführer Thüringer HC. Zweifellos ein hartes Programm, mit gleich zwei wichtigen Spielen gegen die NSU und Blomberg-Lippe. Für viele Spielerinnen im Kader des HC Rödertal wird es das erste Mal sein, dass sie eine englische Woche, also drei Spiele innerhalb von sieben Tagen, bestreiten müssen. Grund genug sich mit Cheftrainer Karsten Knöfler (Foto) über diese Herausforderung zu unterhalten.

Gerade ist WM-Pause. Doch während für unsere DHB-Ladies nach guten Leistungen in der Vorrunde leider im Achtelfinale Schluss war, sitzt ihr sicherlich nicht untätig vor dem Fernseher?

Karsten Knöfler: Natürlich nicht. Wir arbeiten aktuell besonders in den Bereichen individuelles Abwehrverhalten, Verbesserung der Wurfquote durch gesteigertes Wurftraining und Techniktraining im 1:1-Angriffsverhalten. In diesen Punkten müssen wir stark zulegen, um konkurrenzfähig zu sein. Wie heißt es so schön: Jede Spielerin muss sich jeden Tag individuell verbessern.

Arbeitet ihr bisher ausschließlich im technischen Bereich?

Für uns kommt die WM-Pause einer zweiten Vorbereitungsphase gleich, in der wir, im Rahmen unserer regulären Trainingszeiten, intensiv arbeiten. Während des letzten Novemberwochenendes lag der Fokus speziell auf der Athletik der Spielerinnen. Darüber hinaus steigern wir das Kraftprogramm wöchentlich. Unser neuer Partner Thomas Sport Center Dresden unterstützt uns dabei.

Spielt die Athletik in den kommenden Spielen eine besondere Rolle?

Die englische Woche wird den Spielerinnen körperlich einiges abverlangen. Auch die mentale Belastung sollte nicht unterschätzt werden.

Das heißt konkret?

Wir müssen mit Blick auf den engen Spielplan die Trainingsbelastung anpassen und den Spielerinnen auch genügend Zeit zur Regeneration geben. Zunächst liegt der Fokus auf der Partie in Neckarsulm, denn dort müssen wir 100 Prozent geben, um bestehen zu können. Die Vorbereitung auf das letzte Heimspiel des Jahres, am 27.12. gegen HSG Blomberg-Lippe, findet über Weihnachten statt. Hier werden wir uns inhaltlich auf Taktik und Videoanalyse beschränken. Ähnliches gilt auch für die letzte Begegnung vor Silvester gegen den Thüringer HC. Wie die Trainingssteuerung genau abläuft, entscheidet das Trainerteam situationsbedingt.

Bisher steht die Mannschaft noch ohne Punkt da. Woran hat es deiner Meinung nach in den vorangegangenen Spielen noch gefehlt?

Erfahrung und Konstanz. Wenn die Mannschaft über 60 Minuten am Limit spielt, hat sie eine Chance gegen jeden Gegner. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass wir an einem schlechten Tag gegen jeden Gegner unter die Räder kommen können. Nur wenn jede einzelne Spielerin alles in die Waagschale wirft, können wir erfolgreich sein.

Können die Fans also bald mit den ersten Punkten rechnen?

Ich kann und werde kein Punkteversprechen abgeben. Mannschaftsintern möchte ich aber so viel verraten: Die Spielerinnen selbst, haben sich schon vor einigen Wochen vorgenommen, im Jahr 2017 die ersten Punkte einzufahren. Daran werden wir, das Trainerteam, die Mannschaft messen. Dass die Mädels fest daran glauben, kann ich jeden Tag im Training beobachten. Selbst nach der empfindlichen Niederlage in Göppingen ließ keine Spielerin den Kopf hängen, sondern sie arbeiteten weiter hart an sich selbst. Nur wenn die erwähnten spezifischen Trainingsinhalte umgesetzt werden, und dazu noch Kampfgeist und Einsatzwille kommt, sind wir in der Position Spiele zu gewinnen.

Vielen Dank an Karsten Knöfler, dass er sich die Zeit für das Interview nahm. Alle Handballfreunde sollten sich am besten selbst davon überzeugen, ob die harte Trainingsarbeit der Rödertalbienen endlich Früchte trägt und der Knoten platzt. Beim letzten Heimspiel des Jahres, am 27.12.2017, 18.30 Uhr gegen die HSG Blomberg-Lippe, besteht dazu die Möglichkeit.

Interview: Florian Triebel/Foto: ku (Archiv)