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Ausgabe 51/2017
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Zurück in den Laden – Müssen Händler Geschenke umtauschen?

Das Umtauschen von Weihnachtsgeschenken gehört mittlerweile fast genauso zu Weihnachten wie der Kauf. Die Rückgabe von ungeliebten Weihnachtsgeschenken ist jedoch nicht immer ganz einfach. Foto: Archiv

Ob Krawatte oder Socken – nicht immer sorgt das Präsent unter dem Weihnachtsbaum beim Beschenkten für leuchtende Augen. Entweder es gefällt nicht, oder die Ware ist defekt – was zwar selten ist, aber mitunter vorkommt. Einfach in den Laden gehen und das Geschenk zurückgeben? Es ist ein wiederkehrendes Ritual: Vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die danach alle wieder umgetauscht werden. Das Problem: In den meisten Fällen haben Kunden kein Recht auf Umtausch. Was also tun?

Der Umtausch von gekauften Waren ist per Gesetz klar geregelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Geschenk handelt oder nicht: Bei Nichtgefallen von Weihnachtsgeschenken ist ein Umtausch oftmals möglich. Wenn also Pullover zu groß oder Filme bereits bekannt sind, lässt sich die Problematik in der Regel lösen. Von Händler zu Händler unterscheiden sich dabei allerdings die Spielregeln.

Sicher, ein Grund für die Rückgabe von Weihnachtsgeschenken lässt sich immer finden. Falsche Größen oder Nichtgefallen von Artikeln unterliegen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) allerdings keiner Umtauschpflicht. Einzig im Falle einer Sachmängelhaftung – im Falle eines Defekts oder Fehlers – schreibt das Gesetz Händlern einen verpflichtenden Umtausch vor. Wer Weihnachtsgeschenke also aufgrund von Nichtgefallen tauschen möchte, muss auf die Kulanz des Händlers setzen.

Wichtig ist für den Umtausch, dass die Produkte nicht benutzt worden sind. Dies gilt vor allem bei Multimedia-Artikeln wie CDs, DVDs oder Software. Ist das Produkt einmal geöffnet und das Siegel entfernt, so ist meist kein Umtausch mehr möglich. Das gilt ebenso für den Versandhandel. Auch das neue Smartphone sollte nicht in Betrieb genommen werden, wenn es umgetauscht werden soll. Schließlich sieht der Beschenkte bereits an der Verpackung, dass es sich nicht um sein Wunschgerät handelt. Kleidung darf anprobiert werden, jedoch nicht getragen. Hygieneartikel wie Kosmetika werden in der Regel nicht zurückgenommen. Das gilt auch für Waren, die auf Kundenwunsch angefertigt oder zugeschnitten wurden. Oftmals geben Händler beim Kauf eine Rücknahme- oder Umtauschgarantie innerhalb gewisser Fristen. Ist dies der Fall, kann man entsprechende Artikel auch ohne spezielle gesetzliche Grundlage umtauschen. Beispiele sind etwa speziell beworbene Rückgaberechte von Media Markt und Co.

Grundsätzlich gilt, dass ein Geschäft die verkaufte Ware nicht zurücknehmen muss, wenn Sie die Artikel vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehmen konnten. Davon ausgenommen sind selbstverständlich berechtigte Beanstandungen. Viele Einzelhändler sind darüber hinaus sehr kulant und tauschen misslungene Geschenke auch ohne vorheriges Versprechen nach dem Fest um. Das bedeutet allerdings nicht, dass man in jedem Fall Geld ausbezahlt bekommt. Einige Händler erlauben nur den Umtausch. Das heißt, man darf sich etwas anderes aus dem Geschäft aussuchen oder bekommt einen Gutschein.

Deutlich unkomplizierter ist die Rückgabe von Produkten im Versandhandel. Wurde das Geschenk in einem Onlineshop oder telefonisch gekauft, so hat der Kunde basierend auf dem Fernabsatzvertrag grundsätzlich ein 14-tägiges Rückgaberecht nach Erhalt der Ware. Ist das Geschenk also erst kurz vor Weihnachten eingetroffen, so kann es nach Weihnachten unkompliziert zurückgesandt werden. Je nach Onlineshop muss der Käufer unter Umständen die dafür anfallenden Versandkosten tragen. Die vierzehntägige Umtauschfrist hat in Bezug auf Weihnachtsgeschenke allerdings einen kleinen Haken: Das gesetzlich verankerte Widerrufsrecht von 14 Tagen beginnt genau in dem Moment, in dem der Käufer das Paket entgegengenommen hat. Weihnachtsgeschenke werden in der Regel zeitig bestellt. Daher könnte es für den Beschenkten bereits zu spät für einen Umtausch sein. Doch auch im Versandhandel gilt das Rückgaberecht nicht ausnahmslos für alle Produkte. Beispielsweise kann man auch dort weder benutzte Artikel noch DVDs oder Software zurückgeben, bei der das Siegel entfernt wurde.

Tipp: Möchten Sie Geschenkgutscheine unter den Weihnachtsbaum legen, achten Sie darauf, dass die Auswahl groß genug ist, damit der Beschenkte sie in seinem Sinn einlösen kann. Geschenkgutscheine haben eine Mindestgültigkeit von drei Jahren und werden in der Regel nicht umgetauscht.

Misslungene Geschenke, die man im Handel nicht mehr umtauschen kann, müssen nicht in der letzten Ecke des Schranks deponiert werden: Denn als Frustbremse kann man durchaus auch Tauschbörsen verwenden. Alternativ verkaufen Sie das für Sie nutzlose Geschenk und erfreuen sich am Erlös. Die Internetportale Swapy und Die Tauschbörse sind beispielsweise auf den Tausch von Artikeln spezialisiert. Alternativ kann man auch unpassende oder doppelte Geschenke bei eBay verkaufen.

Red.