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Mitteilungsblatt Radeberg - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung
Ausgabe 7/2019
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Frühlingserwachen in den Tiergärten

Mensch und Tier genießen das Frühlingserwachen wie hier im Streichelgehege des Bischofswerdaer Tier- und Kulturparks. Michel Frömmel vom Trägerverein des Tierparks, der Lebenshilfe, macht die tägliche Reinigung des Geheges im Sonnenschein gleich noch mehr Spaß. Die angenehmen Sonnenstrahlen im Februar gefallen auch dieser Zwergziege sichtlich.

Die Ferienzeit scheint in diesem Jahr nicht gerade das passende Winterwetter zu bieten, aber dafür lohnt sich mit dem zeitigen Frühlingserwachen ein Besuch im Zoo ganz bestimmt. Dabei hat der Landkreis Bautzen gleich zwei Einrichtungen zu bieten: Während sich in Hoyerswerda der drittgrößte Zoo Sachsens befindet, ist alles im Tier- und Kulturpark Bischofswerda mindestens eine Nummer kleiner, aber nicht minder sehenswert. Beide Einrichtungen waren mit dem Besucherzuspruch im vergangenen Jahr sehr zufrieden. Zoo und Schloss Hoyerswerda haben im Jahr 2018 ein starkes Besucherplus verzeichnet. Insgesamt konnten 125.629 Besucher begrüßt werden. Nach Bischofswerda kamen stolze 77.924 Besucher – ein „super Jahr“, wie es die Tierparkleiterin Silvia Berger treffend formuliert. Die große Zählung hat in beiden Tiergärten auch bereits stattgefunden. Dabei wurden in Hoyerswerda 938 Tiere in 129 Arten registriert. Im Jubiläumsjahr 2019, in dem der Zoo sein 60-jähriges Bestehen feiert, können sich die Besucher auf neue Anziehungspunkte freuen. In Bischofswerda sind 200 Tiere in 60 Arten zu Hause, die Geschichte dieses Tierparks reicht sogar noch zwei Jahre weiter zurück.

Zwei neue Liebespaare sind ab sofort im Zoo Hoyerswerda zu sehen. Am Valentinstag lernten sich die Gürteltiere Gwendolyn und Günther zum ersten Mal persönlich kennen. Monty und Mandy bezogen ebenfalls gemeinsam ihr neues Gehege. Sie sind die ersten Baumstachler im Zoo. Das erste Aufeinandertreffen von Günther und Gwendolyn verlief sehr harmonisch. Günther war direkt bei der Sache. Gwendolyn hingegen fand die neue Umgebung spannender. Nun hofft der Zoo auf baldigen Nachwuchs des frisch verliebten Paares. Bei den Baumstachlern zeigte sich nur Monty auf der Außenanlage. Seine neue Partnerin Mandy ist erst seit einigten Tagen im Zoo Hoyerswerda und muss sich noch ein wenig an ihr neues Zuhause gewöhnen. Beide können sich aber schon im Innenstall durch ein „Schmusegitter“ beschnuppern. Damit sich das Paar in Hoyerswerda wohlfühlt, hat das Zooteam sein Zuhause aufwendig umgestaltet. Das ehemalige Mara-Gehege wurde komplett umgebaut. Die beiden Nager können nun über einen Pfad aus Stämmen und Holzscheiben klettern. Der Bau war alles andere als einfach. Manche Baumscheiben waren so schwer, dass die Zoomitarbeiter Unterstützung von schweren Maschinen brauchten. Weil Monty und Mandy schon bald eine Wohngemeinschaft mit Stinktieren gründen sollen, wurde bereits ein Untergrabschutz in der Anlage installiert. Im Zaun wurden kleine Fenster eingebaut, damit auch Kinder die Tiere bestens beobachten können. „Mit dieser für den Zoo Hoyerswerda völlig neuen Tierart aus Nordamerika bereichern wir unser Geo-Zoo-Konzept, mit dem wir Besuchern rund 120 Arten aus sechs Teilen der Erde zeigen. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Art aus Nordamerika. Der Zoodirektor aus Cottbus bot mir eine Nachzucht Baumstachler an. Die Nagetiere passen perfekt. Die Baumbewohner sind in Zoos recht selten zu sehen, aber sehr interessant“, sagt Zooleiter Eugène Bruins. Innerhalb von zwei Wochen war dann auch ein Partner für das junge Weibchen Mandy gefunden: Monty aus Hamburg. „Die WG mit den Stinktieren macht das Ganze dann noch extra spannend und interessant“, ist Eugène Bruins sicher.

In Bischofswerda steht die Einweihung eines neuen Geheges demnächst bevor: Noch im Frühjahr sollen die Totenkopfäffchen ihre Freianlage beziehen können. Schon jetzt sind zahlreiche Besucher im Tier- und Kulturpark unterwegs, die eigentliche Saisoneröffnung findet am Ostersonntag statt – ab April hat der Tierpark dann auch wieder bis 18 Uhr geöffnet. Doch die vielen Sonnenstrahlen der vergangenen Tage sorgten dafür, dass sich sogar die Nasenbären bereits nach draußen wagten. Bei „Familie Bär“ ist der Winterschlaf diesmal nicht besonders tief und ausgiebig ausgefallen. Balu hatte sich mit in die Außenhöhle zu Jane gelegt, die damit auch nicht so viel geschlafen hat. Aber beide Bären sind deshalb tagsüber von den Besuchern gut zu beobachten. Vor allem bei den Vögeln herrscht lautes Gezwitscher – „Frühlingsgefühle eben“, so Silvia Berger. Im Streichelgehege mit Zwergziegen und Minischweinen gibt es bereits Nachwuchs zu vermelden. Darauf hoffe man auch beim bedrohten Steinkauz, wo ein neues Zuchtpaar für Hoffnung sorgt. Um verstärkt darauf aufmerksam zu machen, dass der Steinkauz – die Bischofswerdaer Nachzuchten werden übrigens im Harz ausgewildert – stark bedroht und in Sachsen extrem selten ist, sollen gemeinsam mit dem Trägerverein, der Lebenshilfe, Nistkästen hergestellt und an geeigneten Plätzen in der Region angebracht werden.

Beide Tiergärten engagieren sich für die traditionelle Aktion „Zootier des Jahres“, das ist diesmal der Gibbon. Der Zoo Hoyerswerda unterstützt die Initiative „Zootier des Jahres“ als Bronze-Förderer. Zwei Vertreter des aktuellen „Zootiers des Jahres“ können Besucher in Hoyerswerda erleben. Die Weißhandgibbons Stevie, der 1993 in Saarbrücken geboren wurde, und die 20-jährige Gipsy turnen munter durch ihr Gehege und sind mit ihrem lauten Rufen und Gesang weit über die Grenzen des Zoos hinaus hörbar. Auch wenn es im Tier- und Kulturpark Bischofswerda keine Gibbons gibt, so tut man hier trotzdem etwas für das „Zootier des Jahres“. So gibt es eine Zoo-Entdecker-Tour für Jung und Alt mit verschiedenen Fragen für wissensdurstige Besucher. Dabei sollen diese sich mehr mit dem Tier- und Artenschutz beschäftigen und zwei Lösungswörter herausbekommen. Wem das richtig gelingt, der erhält an der Kasse ein kleines Dankeschön rund um das Zootier des Jahres, bestimmt zur besonderen Freude der Jüngsten.

ku, Red.