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Mitteilungsblatt Radeberg - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung
Ausgabe 9/2019
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Farbtupfer künden von nahendem Frühling

Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge, Blausternchen und auch die ersten Krokusse erwachen in diesen Tagen zum Leben – zum eigentlichen (kalendarischen) Frühlingsbeginn kommen dann auch Tulpen und Narzissen hinzu

Endlich – die Sonne steht wieder etwas höher am Himmel und die Tage werden kontinuierlich länger – und das genau seit der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Zum astronomischen Frühlingsanfang am 20. März haben sich Tag und Nacht dann so angenähert, dass sie beide gleich lang sind – und das auf der ganzen Welt. Doch warum ist das so? Genau zweimal im Jahr erleben wir die Tag- und Nachtgleiche. „Jeweils um den 20. März und den 20. September herum befindet sich die Sonne genau über dem Äquator“, so Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline. „Auf diese Weise werden sowohl die Nord- als auch die Südhalbkugel im selben Maße beschienen. Zu diesem Zeitpunkt sind Tag und Nacht auf der gesamten Erde gleich lang.“ Während die Tag- und die Nachtgleiche den astronomischen Frühlings- beziehungsweise den Herbstbeginn markiert, kennzeichnen die Sonnenwenden am 21. Dezember und 21. Juni den Winter- und Sommeranfang. Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember ist der Tag übrigens am kürzesten, bei uns in Deutschland bedeutet dies weniger als acht Stunden Licht. Zur Sommersonnenwende, sechs Monate später, ist der Tag mit rund 16,5 Stunden in Deutschland dann am längsten hell.

Während sich die Länge der Tage und Nächte rund um den Äquator das ganze Jahr kaum verändert, variiert sie in Deutschland stark. Um das Tageslicht möglichst effektiv zu nutzen und weniger Strom durch künstliches Licht zu verbrauchen, wurde die Zeitumstellung eingeführt. Am 31. März 2019 stellen wir unsere Uhren deshalb um eine Stunde auf die so genannte Sommerzeit vor. Über Sinn und Unsinn oder sogar die Abschaffung dieser Umstellung wird noch immer diskutiert. Eine endgültige Lösung gibt es zumindest bis jetzt nicht, so dass in diesem Jahr nochmals an der Uhr gedreht werden muss. Sicher ist jedoch: Die Tage werden länger und Stück für Stück nähern wir uns der hellen Jahreszeit.

Nicht nur die ersten Frühblüher hat es bei den schon recht milden Temperaturen nach draußen getrieben, auch uns Menschen sollte das Sonnenlicht locken und für gute Laune sorgen. Gerade für die Gesundheit ist das Tanken von Sonnenlicht ganz wichtig, denn es steigert die Produktion des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin. In der Natur zu sein entspannt, baut Stress ab und ist einfach Balsam für die Seele. Frühjahrsmüdigkeit hat damit keine Chance. Außerdem bildet der Körper mit Hilfe der UV-Strahlen Vitamin D, das wichtig für Muskel- und Knochenaufbau ist.

Aber für immer mehr Menschen bringt der beginnende Frühling auch Probleme, denn mit den steigenden Temperaturen nimmt auch der Gehalt an Pollen in der Luft zu. Damit beginnt für Millionen Allergiker die alljährliche Leidenszeit. Ausgelöst wird die Allergie, landläufig auch Heuschnupfen genannt, durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern. Den Anfang machten dabei Hasel und Erle. Schon im Anflug oder bald im März folgend sind dann die Pollen von Birke und Esche, Weide oder auch Pappel. Während der Heuschnupfenzeit wird die Einnahme sogenannter Antihistaminika empfohlen. „Sie blockieren die Freisetzung des Histamins und verringern so die Beschwerden wie juckende Augen oder Niesreiz. Den Wirkstoff gibt es in Form von Tabletten, Tropfen, Spray oder Saft. Neuere Präparate machen zudem nicht mehr so müde wie noch vor einigen Jahren“, erklärt ein Apotheken-Experte.

Doch nicht nur Frühblüher und Pollenflug zeigen, dass der Frühling in großen Schritten naht. Die ersten Zugvögel sind bereits wieder am Himmel zu sehen. Das liegt auch daran, dass manche Vögel gar nicht mehr ziehen oder kürzere Strecken als früher wegfliegen, da die milderen Winter ihnen hier oder ganz in der Nähe ebenso gute Winterquartiere bieten. Und außerdem wurde in den vergangenen Jahren beobachtet, dass ein typischer Zugvogel um mehr als eine Woche früher nach Europa zurückkommt als noch in den 1950er Jahren.

Red.