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Amtsblatt der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land
Ausgabe 6/2026
Vereine und Sport
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Einweihung der 4. Historischen Orte-Tafel in der Frankestraße - 1. Tafel zur industriellen Entwicklung in Röblingen am See

 

 

Am Samstag, den 18. April 2026 trafen sich zahlreiche Mitglieder, Freunde und Interessenten des Vereins um 11:30 Uhr in der Frankestraße auf dem Platz vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude und heutigen Wohnhaus der einstigen Paraffinölfabrik Bunge & Corte oberhalb der Teufe in Röblingen am See. Hier wurde die durch den „Heimat- und Bergbauverein der Seegemeinden. Röblingen am See e. V.“ initiierte vierte Historische Orte-Tafel (2022 – 1. – Kur- und Badewesen am ehemaligen Salzigen See, 2024 – 2. – Letzter Fischzug am ehemaligen Salzigen See und 2025 – 3. – Gleisdreieck Amsdorf/Unterröblingen) eingeweiht. Zunächst begrüßte der Vereinsvorsitzende Gerhard Meyer die Anwesenden. Danach machte Dr. Regina Meyer vom Verein als für die Tafel Verantwortliche eine kurze Einführung zum Ursprung und Inhalt der neuen Tafel, die sich erstmals mit der industriellen Entwicklung Röblingens beschäftigt und der weitere zu diesem Thema folgen sollen. In dem Zusammenhang bedankte sie sich auch für die fachliche Unterstützung bei der Erarbeitung der Tafel durch den ehemaligen Mitarbeiter des „Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt“ in Halle/S., dem Archäologen Dr. Manfred Böhme. Der Kontakt zwischen ihnen war während seiner Tätigkeit am Projekt zur ganzheitlichen Bestandserfassung und -bewertung materieller und immaterieller Zeugnisse der Braunkohlengewinnung und -verarbeitung im ehemaligen Mitteldeutschen Revier aus interdisziplinärer Sicht, durch das die Grundlagen für die Planung des künftigen Strukturwandels nach dem endgültigen Kohleausstieg in dieser Region erfolgen sollen, entstanden. Dr. Böhme machte in seinen kurzen Ausführungen insbesondere darauf aufmerksam, dass die Erinnerung an den einst um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Industriezweig der Paraffinöl- und Photogenherstellung fast verschwunden ist. Dieser Industriezweig ermöglichte eine kostengünstigere und für jedermann erschwingliche Produktion von Leuchtmitteln sowohl im wirtschaftlichen als auch privaten Bereich und bedeutete damit einen enormen Fortschritt, der die Grundlage für die weitere rasant voranschreitende industrielle Entwicklung insgesamt, aber auch in unserer Region bedeutete. Mit der Einweihung dieser Tafel, so betonte Dr. Böhme, existiere nun in Deutschland, wenn nicht gar in Europa ein erster Ort der Erinnerung und des Gedenkens an diesen einst so bedeutsamen und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Industriezweig.

Text: Dr. Regina Meyer/Fotos: Dr. Angelika Klein, Gudrun Soth