Der diesjährige von Dr. R. Meyer vom „Heimat- und Bergbauverein der Seegemeinden Röblingen am See“ (HBV) durchgeführte Projekttag mit der 3. Klasse der Röblinger Grundschule am 2. Juni 2026 begann traditionsgemäß an der kürzlich restaurierten Figurengruppe gegenüber der Schule. Diese symbolisiert im Wesentlichen die historische, insbesondere wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde wie auch der gesamten Region. An diesem Projekttag war der vor 14.000 Jahren entstandene Salzige See als ehemals größeres blaues Auge des Mansfelder Landes neben dem noch heute existierenden Süßen See Gegenstand des historischen Ortsrundgangs. Dieses Mal führte der Weg über die Große Seestraße entlang am Gänseteich vorbei an dem Gelände des ehemaligen Braunkohlentagebaus Ottilie, von dem heute noch das als Wohnhaus genutzte Gebäude Nr. 13a sowie auch die Große und Kleine Ottilie als Restwasserlöcher zeugen, in die Frankestraße zum 1997 durch den „HBV“ mit Unterstützung der Romonta GmbH und der Gemeinde wiedererrichteten Gedenkstein für den Begründer des Kur- und Badewesens am Salzigen See in der 1. Hälfte des 19. Jh. Der Leipziger Arzt Franke initiierte in Oberröblingen am Ufer des Salzigen Sees auf Grund der der Ostsee ähnlichen Luft- und Wasserqualität den Kurbetrieb. Darum entstanden hier alsbald eine Promenade zum Flanieren, mehrere Kur- und Restauranthäuser sowie ein Damen- und ein Herrenbad in der heutigen Frankestraße, von denen viele nicht mehr existieren. Sie kamen wie nach Bad Lauchstädt nicht nur aus der näheren Umgebung hierher, um sich zu erholen bzw. von den verschiedensten Leiden heilen zu lassen, sondern aus Halle und Leipzig zog es die Menschen nach Oberröblingen an den Salzigen See. Unterhaltung und Abwechslung boten Kurkonzerte, Ruderbootausleihe (heute noch als Pferdeschwemme im Volksmund bekannt) und Spielplätze. Zweimal wurde sogar eine Ruderregatta (1887 und 1888) auf dem Salzigen See ausgetragen bevor er dem Bergbau 1894 weichen musste. Jedoch seit Jahrhunderten diente der Salzige See den hier wohnenden Menschen hauptsächlich als Erwerbsquelle und diente der Lebenserhaltung. Der große Fischreichtum reichte zur Sicherung der eigenen Lebenserhaltung wie auch zum Verkauf weit über die Region hinaus. Noch heute wird am ehemaligen Salzigen See geangelt, wie ein Schüler berichtete. Am Ende des Rundgangs, den Herr Lohmann wieder begleitete, setzten sich die Schüler mit Papier und Bleistift auf die Wiese an der „Pferdeschwemme“ und malten das, was für sie auf dem Rundgang interessant war. Die Mehrzahl der Kinder hatte sich das Franke-Denkmal ausgesucht. Damit ging eine erlebnisreiche Entdeckungstour durch Röblingen zu Ende. Im nächsten Schuljahr folgt ein neuer, wie die Lehrerin Frau Crodel versicherte.