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Amtsblatt der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land
Ausgabe 8/2026
Vereine und Sport
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Besuch der Wanderausstellung „825 Jahre Bergbau im Landkreis Mansfeld-Südharz“ im Stadtarchiv Eisleben

 

 

Am 20. Juni 2026 besuchten die Mitglieder und Freunde des „Heimat- und Bergbauvereins der Seegemeinden Röblingen am See e.V.“ die kleine, aber sehr interessante Wanderausstellung zum 825-jährigen Bergbaujubiläum in Mansfeld-Südharz, die derzeit im Eisleber Stadtarchiv Station macht. Da am gleichen Tag Eisleben mit einem Welterbefest anlässlich der Vergabe des UNESCO-Weltkulturerbetitels an die Lutherstätten Eisleben und Wittenberg vor 30 Jahren feierlich beging, hatten wir das Glück, von der Kuratorin der Ausstellung, Frau Dr. Anne-Kathrin Kokles, durch diese geführt zu werden. Dabei erfuhren wir viele neue Dinge zur Geschichte um den um das Jahr 1200 mit den beiden Bergleuten Nappian und Neucke beginnenden Kupfer- und Silberbergbau in unserer Region. Besonders interessant war für uns die Information, dass in der Umgebung des ehemaligen Salzigen Sees Reste von speziellen Öfen und auch Fragmente von Siedekeramik gefunden wurden, die die Bedeutung des Namens des seit 1894 verschwundenen zweiten blauen Auges des Mansfelder Landes, an den heute noch einige Restwasserlöcher, wie der Tausendsee, die Grotte, die Teufe und der Igelsee erinnern, eindeutig belegen. Infolge Auslaugung der existierenden Steinsalzschicht unterhalb des damaligen Sees entwickelte sich eine schwach salzhaltige Sole, die alsbald in Erdeborn, aber auch in der Nähe von Röblingen am Sülzenberg (Salzberg) in Salzsiedehütten abgebaut und verarbeitet worden ist. Laut Aussage von Frau Dr. Kokles konnten zwischen 2002 und 2006 bei Ausgrabungen eine Produktionsmenge von ca. 733 kg Salz nachgewiesen werden, für die eine große Menge an Brennholz benötigt worden war, was wiederum zur Verringerung des hiesigen Waldbestandes führte. Obwohl die Gewinnung durch den Bergbau erst im 19. Jahrhundert nachgewiesen ist, kann jedoch bereits von prähistorischen Anfängen ausgegangen werden, wie die jüngsten Ausgrabungen zeigten. Daneben erfuhren wir auch einiges zu den ersten im Bergbau verwendeten Hilfs- und Arbeitsmitteln, wie dem Feuerstein, dem „Stahl der Steinzeit“. Der Besuch dieser Ausstellung lohnt sich also in vielerlei Hinsicht. Anschließend genossen wir den im Vikariatsgarten angebotenen Kaffee und Kuchen, hörten den Klängen der hier auftretenden Musikgruppen zu und informierten uns an den verschiedenen Ständen zu UNESCO-Weltkulturerbestätten in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Text/Foto: Dr. Regina Meyer