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Rosenthal-Bielataler Dorfblatt
Ausgabe 5/2026
Mitteilungen der Vereine
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Kriminalhauptkommissar im Ruhestand als Krimiautor: "Sie leben (in Rosenthal-Bielatal) in Frieden!"

Am 25. März hatten die Bielataler Frauen von "Wandern und literarische Spurensuche" wieder zu einer ihrer traditionellen Buchlesungen mit Vernissage und musikalischer Untermalung in die "Kleine Galerie" in Bielatal eingeladen. Thomas Ranft aus Raum machte den Auftakt auf seinem Akkordeon.

 

 

 

 

 

Auch Dr. Günter Krenz aus Rosemthal konnte wieder als Gast begrüßt werden. Alterslos, unterhaltsam, voller hintergründigem Humor hatte er im November aus seinen Büchlein gelesen.

 

 

 

Hauptakteur des Abends war diesmal der ehemalige Kriminalhauptkommissar Ralf Hubrich. Mit Unterstützung von SZ-Redakteur Jörg Stock waren die spannendsten Erlebnisse seiner Kriminalistenlaufbahn, die vor allem ln Dippoldiswalde stattfand, zu einem Buch geworden. Eines, was längst vergriffen ist. Der rappelvolle Saal überraschte Ralf Hubrich dennoch sichtlich.

 

 

 

"Wer es aus dem Kopf nicht rauskriegt, kann es nicht machen" beschrieb er den beruflichen Umgang mit Morddelikten. Der Krimischwemme im TV stehe er kritisch gegenüber. Er sieht sie als ziemlich lebensfremd. Die Rosenthaler-Bielataler mit ihrem Bergsteigermekka beruhigte der Kriminalist: "Sie leben in Frieden"! Lt. Statistik gab es 2024 einen einzigen Einbruchsdiebstahl im Ort. Einzelne Fälle von Fahren unter Trunkenheit, Rohheit, Vermögens- und Fälschungsdelikten und 15 Ladendiebstähle gab es. Hauptdelikt ist hier der illegale Grenzübertritt.

Das perfekt geplante Verbrechen tritt in Ralf Hubrichs Schilderungen weit hinter Straftaten psychisch oder emotional gestörter Täter zurück.

Der Mord an einem jungen Mann aus Bielatal in der S-Bahn nach Königstein entpuppte sich als tragische Zufallstat Er war „zur falschen Zeit am falschen Ort". Der Täter litt unter Wahnvorstellungen, sah sich bedroht, stach zu. Eine einzige Tragödie...

Skurril wurde es bei der Geschichte um einen Altenberger Schuhdieb. Ein Täter hatte jahrelang wahllos die Schuhe der Anwohner gestohlen und in seinem Häuschen am Waldrand gehortet. Bis nach Glashütte führten ihn seine Diebestouren zu Fuß. Man mag sich das Bild und erst recht nicht den Geruch vorstellen, den das mittlerweile vergammelte Diebesgut nach Beschlagnahme im Polizeirevier verursachte. Ganze 35 Paar Schuhe von sage und schreibe 835 konnten noch zugeordnet werden. Der Täter war eine vereinsamte, zwangsgestörte Person mit Sammelneurose für Schuhe. Die Wendezeit hatte ihn vollends aus der Bahn geworfen. Es nahm kein gutes Ende mit ihm.

Herzlichen Dank für einen sehr spannenden und wieder bestens organisierten Abend! Es ist nicht nur das Kunsterlebnis, sondern auch das Wiedersehen mit langjährigen Weggefährten, was diese Abende so schön und liebenswert macht. Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung!

Anja Oehm