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Amtsblatt der Stadt Wettin-Löbejün mit den Ortsteilen
Ausgabe 5/2026
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500 Jahre Industriegeschichte Rothenburg a. d. Saale e. V.

16. Tag der Industriekultur Sachsen-Anhalt

Vom Schwimmbad zum Wasserkraftwerk

"Wasser ist die treibende Kraft der gesamten Natur.", resümiert der Naturphilosoph Leonardo da Vinci seine hydrologischen Studien. 1874 prognostiziert der Visionär Jules Verne das Potenzial von Wasserstoff als sauberen Energieträger und wenig später unterstreicht Kaiser Wilhelm II., dass unsere Zukunft auf dem Wasser läge.

Wasser ist Leben - so ist jede in der Nähe von Wasser gelegene Ortschaft reich beschenkt, auch Rothenburg im Talkessel der Saale. Seine Bewohner wussten dies Jahrhunderte lang nicht nur zu schätzen, sondern auch für ihre Zwecke nutzbar zu machen.

Mit der Errichtung eines Schwimmbades an den Ufern der Saale in den 1960- er Jahren erhält die bis dato eher wirtschaftliche Nutzung des Wassers eine neue Bestimmung, die Generationen von Rothenburgern ein feucht-fröhliches Badevergnügen beschert, das sie sechs Jahrzehnte genießen.

In den 1990-er Jahren gerät die Badeanstalt in unruhige Gewässer, die letztlich einen zunehmenden Verfall der Anlage bedingen, was eine weitere Nutzung unmöglich macht. So findet der große Badespaß vor 35 Jahren ein unschönes Ende.

Der Eigentümer der Firma Rauch Wasserkraftanlagen mit Sitz in Oberviechtach/ Bayern entdeckt den Standort Rothenburg für seine unternehmerischen Ziele, kauft 2004 das gesamte Terrain, veranlasst 2005 den Abriss des inzwischen vollkommen baufälligen Schwimmbades und errichtet ein sogenanntes Buchtenkraftwerk, das 2006 in Betrieb geht.

Im Rahmen des 16. Tags der Industriekultur Sachsen-Anhalt am 12. April 2026 fand anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Rothenburger Wasserkraftwerks eine geführte Besichtigung der Anlage unter der Federführung seines Betreibers Gerhard Rauch statt. Die Veranstaltung erfreute sich eines regen Interesses.

 

 

Einleitend vermittelte ein Film Eindrücke von der Entstehung und Größe des Bauwerks.

Die freundlich-lockere Art Gerhard Rauchs schuf eine angenehm-aufgeschlossene Atmosphäre, die zwanglose Gespräche initiierte, von den Besuchern sehr geschätzt wurde und die sich auch während der Besichtigung des Kraftwerks fortsetzte.

Beeindruckend für den Besucher ist nicht nur das Gesamtkonstrukt, sondern auch die Tatsache, dass die Firma Rauch die gesamten Bauarbeiten in Eigenregie ausführte und auf die Arbeiten einer Baufirma verzichtete.

 

 

Ein großes Dankeschön gilt allen Beteiligten für diesen interessanten und bereichernden Tag.

Cornelia Kattner-Siebert
(Text und Fotos)