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Amtsblatt der Stadt Wettin-Löbejün mit den Ortsteilen
Ausgabe 8/2026
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Wettiner SV - Nachwuchsarbeit

Rückblick Teilnahme an Mini-WM in Markranstädt

6 aus 49 kennen doch alle! Aber 8 aus 48!? Sicher nicht, aber dazu später …

Australien – Spitzname der Nationalmannschaft „Socceroos“ – ist eher ein Fußballzwerg!

Doch an diesem Tag sollte der Zwerg für Furore sorgen.

Der Wettiner SV hatte sich frühzeitig in der Saisonplanung mit seiner F-Jugendmannschaft für die große Fußball-Mini-WM in Markranstädt am 04.07.2026 angemeldet. Es sollte das Highlight und der Abschluss der Saison 2025/2026 werden.

Insgesamt war das Starterfeld für 48 Teams ausgelegt. Schnell waren die begehrten Plätze vergeben und die jeweiligen Ländernamen zugeteilt.

Wir sind also die Socceroos – zugelost in Gruppe B mit 5 weiteren Teams aus Frankreich, Norwegen, Senegal, USA und Haiti. Gespielt wurde in 8 Gruppen à 6 Teams. Die Gruppensieger der Vorrundengruppen kommen weiter in die Goldrunde, die Gruppenzweiten in die Silberrunde usw.!

Mit welchem Ziel geht man in so ein Event? Spaß haben, die Vorrunde so gut wie möglich überstehen und dann weiter schauen.

Schon in den Tagen vor dem Event merkte man die Vorfreude, aber auch eine gewisse Aufregung und Nervosität bei unserer Mannschaft. Zur Ankunft in Markranstädt dann Gewusel, sehr viele Kinder, noch mehr Eltern und Großeltern, Betreuer, Einweiser, Hektik und noch mehr Anspannung.

Ein großes Stadion mit einer gewaltigen Zuschauertribüne und weiteren umlaufenden Zuschauerbereichen verstärkten den Eindruck, dass hier heute etwas Besonderes stattfindet.

6 Plätze (4 Rasen- und 2 Kunstrasenplätze) waren extra für die Kinder vorbereitet worden. Alles toll geschmückt mit den Fahnen der teilnehmenden Länder.

Um erstmal etwas Ruhe zu bekommen, suchten wir einen Bereich für unseren neuen Team-Pavillon und die beiden neuen Sitzbankreihen. Mit Hilfe der mitgereisten Eltern schnell aufgebaut und mit der Australien-Flagge geschmückt. Ein guter Rückzugsort für den vor uns liegenden langen Fußballtag.

Die Spieler hielt es nicht lange unter dem Pavillon. Umziehen und ab auf den tollen grasgrünen Rasen zum Warmmachen. Uuupps – wer hier alles gerade neben uns kickt!

RB Leipzig, LOK Leipzig, Chemie Leipzig, Erzgebirge Aue, SV Merseburg 99, VFB Sangerhausen, SSV Markranstädt und viele andere mehr hatten sich bereits auf dem Platz breitgemacht.

Man spürte förmlich den Respekt und die Nervosität unserer Truppe. Egal, Bälle raus und erstmal locker zuspielen. Die Blicke wanderten von rechts nach links, von hinten nach vorne – wie die sich warmmachen, was die so machen, wie gut die sind – schon jetzt! Ja, das macht schon Eindruck.

Dann endlich sollte es losgehen. Eine riesige Eröffnungszeremonie mit Einmarsch aller Teams samt ihrer Flaggen und lauter Musik, vorbei an der riesigen Tribüne und allen Zuschauern, den Eltern schnell gewunken und einen kurzen Blick auf den WM-Siegerpokal geworfen. Alles sehr imposant und gewaltig.

Der Trainer versuchte daher, den Jungs etwas die Anspannung und Nervosität zu nehmen. Wir sind gut vorbereitet, wir haben eine tolle Saison gespielt, wir können hier mithalten, spielt so wie immer – ihr könnt das!

Hört ihr mich? Was habe ich gesagt? Habt ihr alles verstanden? O. K., glaube nicht, aber wir werden es ja gleich im 1. Spiel sehen – das typische Schicksal und Problem eines Kindertrainers. Aber auch verständlich für 9-Jährige bei so einem Spektakel.

Spiel 1 gegen Frankreich (SV Brehmer Leipzig) – aufgeregt, nervös und fahrig, ausgeglichenes Spiel, leichter Chancenvorteil für uns, aber immer gefährliche Konter des Gegners. Am Ende ein gerechtes 0:0 und gemischte Stimmung. Nicht verloren, kein Gegentor – alles gut. Zurück zum Pavillon.

Leider muss man bei so einem großen Turnier sehr lange auf das nächste Spiel warten. Das macht es nicht einfacher. Aber das gilt ja auch für alle anderen Mannschaften.

Spiel 2 gegen den Senegal (SG Lausen) – Vorgabe: alles reinwerfen, ankommen und zeigen, was wir können. Sieg!!! – toll gespielt – ein klares 3:0. Die Anspannung fällt, Freude und Zuversicht sind sofort da. Wir sind angekommen.

Es folgten weitere 3 Siege in der Vorrunde gegen alle anderen Gruppengegner. Wir beenden die Vorrunde als Gruppensieger mit 13 Punkten aus 5 Spielen und einem Torverhältnis von 14:1! Sensationell! Der WSV geht in die K. O.-Phase in der GOLDRUNDE. Unter allen 48 teilnehmenden Teams sind wir nach der Vorrunde das 7. beste Team – wow. Echt jetzt?

Wer wird unser Gegner in der K. O.-Runde? Hoffentlich nicht gleich RB …

Nein, es ist Kanada (Chemie Leipzig). Oh je – das ist aber auch ein großer Name und Verein. Und wie die sich schon für das Spiel vorbereiten und einheizen – selbstbewusst, technisch stark, wendig und dribbelstark. Was nun?

Männer! Jetzt mal ruhig und konzentriert. Wir spielen unseren Ball, wir geben hier den Ton an – was haben wir zu verlieren? Die letzten Worte des Trainers …

Bitte mal kneifen, bin ich hier wirklich dabei, sehe ich richtig? Haben die Jungs mich verstanden? Wir hauen hier Chemie Leipzig souverän mit 3:0 und einem Megaspiel im Achtelfinale aus dem Turnier. Wir stehen im Viertelfinale!!! und somit unter den besten 8 Teams der WM! Der Wettiner SV im Konzert der Großen. Bejubelt von Teams aus der Region wie SV Dölau (in der Vorrunde gegen Chemie L. verloren) und Dieskau, die uns beim Spiel angefeuert und unterstützt haben.

„Darauf könnt ihr stolz sein. Das kann euch heute keiner mehr nehmen. Stark. Es geht jetzt gegen Marokko (SSV Markranstädt – Gastgeber).“ Sind die stark, Trainer? Tja, alle, die unter den letzten 8 stehen, sind sicher nicht schlecht.

Ja, in einem solchen Turnier braucht man auch immer Losglück, um den ganz großen Wurf zu erreichen. Das hatten wir mit dem SSV Markranstädt leider nicht. Starke, individuell gut ausgebildete und robuste, auf jeder Position top besetzte Mannschaft. Schon schnell wurde klar – hier ist nicht viel zu holen. Kombinationen, Doppelpässe, direktes Spiel – 4:0 am Ende für den Gastgeber. Am Anfang haben wir uns etwas überrollen lassen und waren auch eingeschüchtert von der großen Kulisse gegen uns. Zweimal war der Pfosten dem Ehrentreffer im Weg. Das war eine Nummer zu groß für uns – heute.

 

 

Enttäuschung. Tränen und erstmal Leere. Ganz normal, wenn man hier ist, um Weltmeister zu werden. Tolle Einstellung unserer Jungs vorab. Wenn man jetzt schon gewusst hätte, dass man gegen den späteren Weltmeister und Turniersieger ausgeschieden ist, wäre es sicher einfacher gewesen.

Im Spiel um Platz 7 lieferten wir Schweden (Erzgebirge Aue) nochmal einen tollen Fight, obwohl dem ein oder anderen der lange Tag und die vielen Spiele anzumerken war. Nach einem schnellen Rückstand von 0:3 kamen wir nach dem Treffer zum 2:3 nochmal dem Ausgleich sehr nahe. Aber ein Aue-Spieler klärte auf der Linie. Am Ende verloren wir mit 3:5! Platz 8 von 48! Ein Riesenerfolg und Ausrufezeichen für unseren kleinen Verein. Eine Erfahrung, von der die Spieler noch lange erzählen und zehren werden.

Es zählen nicht immer die Namen oder Ligen. Es zählt nur, dass man in jedem Spiel alles zeigt, was man kann und gelernt hat und alles dafür gibt. Mit Spaß und Freude, mit Motivation und Einstellung und mit einem Schuss Glaube und Selbstvertrauen kann man auch als Fußballzwerg bei den Großen mithalten!

Das muss die Erkenntnis dieses Events sein.

Am Ende waren dann alle gegen 19:30 Uhr froh, dass wir den Tag geschafft haben. Fototermin und Abbau! Ferien! Pause! Ausruhen und relaxen! Verdient für alle.

 

 

Wir Trainer sind megastolz auf dieses Team und werden sicher auch noch die ein oder andere WM mitspielen. Viele wissen jetzt auch, wo Wettin liegt und dass auch dort Fußball gespielt wird.

Wir wünschen allen Kindern, Eltern und Fans erholsame Ferien.

Bild und Text: Jörg Hoffmann
Wettiner SV
Das Trainerteam der F-Jugend