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Amtsblatt der Stadt Wettin-Löbejün mit den Ortsteilen
Ausgabe 8/2026
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500 Jahre Industriegeschichte Rothenburg a. d. Saale e. V.

Aufpoliert und ausgestellt - das Comeback der Rackwitz - Bilder

Am Nachmittag des 12. Juli 2026 trotzt eine ca. 50-köpfige Besucherschar den hochsommerlichen Temperaturen, um der Ausstellungseröffnung "Hans - Christoph Rackwitz in Rothenburg" beizuwohnen.

Die Gruppe versammelt sich auf dem Schulhof des seit 1861 bestehenden altehrwürdigen Schulgebäudes der Alten Schule Rothenburg, dessen 165 - jähriges, rostrotes Sandsteingemäuer viele Geschichten in sich birgt. Aber wie viele von diesen Zeitdokumenten gibt es preis? Des Rätsels Lösung wird in seiner Ganzheit niemals aufzuklären sein. Aber manchmal geschehen kleine Wunder. Von solch` einem außergewöhnlichen Ereignis erzählt die Ausstellung "Hans - Christoph Rackwitz in Rothenburg", deren Besucher nun aufgerufen sind, herauszufinden, was sich am 06. Juli 2024 in vergessenen Bauwerken zutrug...

Zur Aufklärung des Sachverhalts tragen nicht nur die locker - entspannte Atmosphäre unter den Anwesenden, sondern auch die angenehme Kühle der Räumlichkeiten des alten Schulgebäudes bei. Der für die Sonderausstellung im Museum freundlich hergerichtete Raum sowie erfrischende Getränke laden zum Plaudern, Staunen und Erforschen ein.

Der interessierte Gast erfährt, dass der junge Absolvent der Kunsthochschule Halle/ Saale Burg Giebichenstein Hans - Christoph Rackwitz Anfang der 1980 -er Jahre im Auftrag des damaligen Saalkreises die Aufgabe annahm, für die neu erbaute Polytechnische Oberschule "Karl Liebknecht" in Rothenburg Kunstwerke zu erarbeiten. So entsteht ein Zyklus von 10 großformatigen Radierungen, dessen Grundlage eine Rede Karl Liebknechts im preußischen Abgeordnetenhaus zum Kulturetat vom 16. März 1916 mit dem Titel "Krieg und Schule" ist. Diese Arbeiten zieren von 1985 an die Wände besagter Schule bis zu deren Schließung 1991 und - geraten fortan nicht nur aus dem Blickfeld, sondern auch in Vergessenheit...

...bis zum 06. Juli 2024, als der inzwischen hochverdiente, mit dem Halleschen Kunstpreis ausgezeichnete und weit über die Grenzen Sachsen - Anhalts bekannte Zeichner, Radierer und Maler Hans - Christoph Rackwitz nach Rothenburg reist, um dem Verein "500 Jahre Industriegeschichte..." Zeichnungen des ehemaligen Draht - und Seilwerkes zu übergeben. Im Rahmen dieses Besuchs erinnert sich der Künstler an seine Anfangsjahre und den Auftrag für die Rothenburger neue Schule. Genauso bewegt wie neugierig begeben sich die Anwesenden auf die Suche, werden fündig und erleben einen Menschen, dessen vor 40 Jahren geschaffenes Werk der Dunkelheit entkommen ist. Tief berührt von diesem "Wunder" entsteht die Idee für die Exposition "Hans - Christoph Rackwitz in Rothenburg".

 

 

Die Ausstellung ist bis zum 06. September 2026 sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr oder nach Voranmeldung (Kontakt: 01523 - 7003126 oder elke_lampe@web.de) zu besichtigen.

Text und Bild: 500 Jahre Industriegeschichte Rothenburg a. d. Saale e. V.