Im Hort Nauendorf gab es in den Sommerferien im Projekt „Medienwelten“ viel zu erleben – unter anderem die Produktion eines Trickfilms. © Das Nest e. V.
Dreharbeiten zum Kurzfilm „Zwischen uns“ mit ehemaligen Auszubildenden und Freiwilligen des WTV sowie jungen Talenten, © WTV
Wer in diesen Tagen im Nest vorbeischaute, traf dort auf viele unbesetzte Arbeitsplätze. Denn wie in jedem Jahr sind die Sommerferien die „Primetime“ der pädagogischen Arbeit im gesamten Saalekreis.
In jeder Woche fand durchschnittlich mindestens ein fünftägiger Workshop mit medienpädagogischem Bezug statt: das Projekt „#medienmunter“ im Kinderheim in Krosigk, das Projekt „Medienwelten“ im Hort in Kötzschau, das Kinder- und Jugendcamp Zappendorf, Workshops im Hort Nauendorf und im Hort Wettin, das Projekt „make – code – create – next level“ im KJUBB in Braunsbedra sowie das Projekt „(T)raumprojektor“ – eine Kooperation mit dem WTV – im Jugend- und Freizeitzentrum in Leuna.
Möglich sind diese zahlreichen Projekte nur durch die Unterstützung vieler fachlich qualifizierter Medienpädagoginnen und Medienpädagogen, Künstlerinnen und Künstler sowie Medienschaffender und durch das Engagement von Ehrenamtlichen und Freiwilligen. Die drei Angestellten von Nest und WTV sind koordinierend tätig, bereiten die Projekte vor und nach und unterstützen die pädagogische Arbeit vor Ort. Auch die Auszubildenden zu Mediengestalterinnen und Mediengestaltern des Offenen Kanals können in diesen Projekten wichtige pädagogische Erfahrungen sammeln, die ihre sozialen Kompetenzen fördern.
Gerade in den Sommerferien – bei großer Hitze, langen Anfahrtswegen und teilweise mehr als 40 Teilnehmenden pro Projekt – kommen die Mitwirkenden oft an ihre Grenzen.
Auch das Personal der Einrichtungen, die wir besuchen, spielt eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Projekte. Deshalb möchten sich die Angestellten von Nest und WTV an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen Mitwirkenden der Sommerferienprojekte bedanken.
Ganz so ruhig war es im Nest dann doch nicht
Aus den weiteren Angeboten im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Nest stach ein Angebot besonders hervor: Am 17. Juli organisierten wir gemeinsam mit Jugendlichen, die sich gerne an der Raufe aufhalten, eine Discoveranstaltung, die stark an die Jugendtänze einer vergangenen Ära erinnerte. Es wurde sich aufgebrezelt, Musik aufgelegt und – wenn auch noch etwas verhalten – getanzt.
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt
Wer nun denkt, dass nach den Sommerferien erst einmal Pause ist, irrt sich. Gleich in der ersten Schulwoche führen wir im neuen Schülercafé in der Mittelburg unter der Thematik „Füreinander/Miteinander“ einen Workshop im Bereich „Making“ durch. Dabei geht es unter anderem um 3D-Druck, Plotten, Textildruck und Lasergravur.
Das Nest wird in dieser Zeit zum Dreh- und Angelpunkt der „Agentur für Aufbruch“, eines Projekts von Werkleitz aus Halle. Dabei geht es darum, dass Schülerinnen und Schüler den Ortsteil Wettin erkunden und sogenannte „kreative und künstlerische Interventionen“ entwickeln – also Orte im öffentlichen Raum, an denen sich Bürgerinnen und Bürger kreativ betätigen können. Darüber hinaus entstehen in der Bibliothek in Wettin journalistische Hörstücke.
Das Projekt wird von Nutzerinnen und Nutzern des Offenen Kanals filmisch dokumentiert.
Weitere Informationen gibt es unter: afa.werkleitz.de
„Kreuzweise – Wahlspots umgedreht“ – ein Filmprojekt des Landesverbandes der Offenen Kanäle Sachsen-Anhalts
Wie bereits in der Juni-Ausgabe angekündigt, führte der Landesverband der Offenen Kanäle Sachsen-Anhalts in diesem Jahr zum zweiten Mal das Projekt „Kreuzweise – Wahlspots umgedreht“ durch. Ziel war es, jungen Menschen im Vorfeld der Landtagswahl eine Plattform zu bieten, auf der sie eigene Filmideen entwickeln konnten, die sich mit ihren Zukunftsperspektiven in Sachsen-Anhalt auseinandersetzen.
Nutzerinnen und Nutzer des Offenen Kanals realisierten mit professioneller Unterstützung – unter anderem durch ehemalige Auszubildende und Freiwillige, die mittlerweile in der Medienbranche tätig sind – gleich zwei Produktionen:
Stillstand
„Stillstand“ ist eine filmische Aneinanderreihung menschenleerer Orte in Sachsen-Anhalt: ein S-Bahnhof, ein Supermarkt, ein Spielplatz, eine Konzertbühne und viele weitere. Die Orte wirken, als hätten die Menschen sie gerade erst verlassen. Was bleibt, sind Spuren ihrer unmittelbaren Anwesenheit – doch die Menschen selbst sind verschwunden.
Durch eingeblendete fiktive Namen, Altersangaben sowie soziale und berufliche Rollen wird sichtbar, wer diese Orte bis vor wenigen Augenblicken belebt haben könnte. Die Namen verweisen dabei auf Menschen mit Migrationsgeschichte – Menschen, die Teil des gesellschaftlichen Lebens in Sachsen-Anhalt sind. Mit jedem weiteren verlassenen Ort verdichtet sich das Gefühl einer plötzlichen Leere. Aus dem alltäglichen Leben wird ein Szenario des Verschwindens. Am Ende bleibt nur ein Wort …
Zwischen uns
„Zwischen uns“ erzählt exemplarisch von den Konflikten, die entstehen können, wenn Eltern und Kinder bei politischen und gesellschaftlichen Themen grundlegend unterschiedliche Ansichten vertreten.
Im Mittelpunkt steht ein Jugendlicher, der sich mit den politischen Überzeugungen seiner alleinerziehenden Mutter auseinandersetzt. Der Film begleitet seine Gedanken und Gefühle und zeigt, wie er einen eigenen Umgang mit den Meinungsverschiedenheiten innerhalb seiner Familie findet.
Als Schauspieler konnte der junge Wettin-Löbejüner Mika gewonnen werden. Die zweite Hauptrolle übernahm Katrin Schinköth-Haase, die zudem die theaterpädagogische Betreuung des Projekts verantwortete.
Die Premiere aller Produktionen fand am 12. August im Studiokino Magdeburg statt. Die Filme können auf der Website des Projekts unter www.kreuzweise2026.de angesehen werden.
Das Projekt wurde im Rahmen des Landesprogramms „#wirsinddasland“ sowie durch den Fonds Soziokultur gefördert.
Programmhinweise
Als neues Format konnten Jugendliche, die sich im Nest und beim WTV engagieren, die Aufzeichnung von Stadtratssitzungen etablieren.
Im gleichen Zusammenhang entsteht in Kooperation mit der Mitteldeutschen Zeitung am 19. August 2026 eine Aufzeichnung der Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl. Darüber hinaus wird die kommende Stadtratssitzung am 26. August aufgezeichnet.
Beide Produktionen sind Ende August beziehungsweise Anfang September im wöchentlichen Programm des WTV sowie in der Mediathek unter lokalmedial.de zu finden.
Autoren: Martin Kahles & Martin Wilde
Kontakt:
Das Nest e. V. / WTV – Der Offene Kanal aus Wettin e. V.
Lange Reihe 49
06193 Wettin-Löbejün (OT Wettin)
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