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Amtsblatt der Stadt Wettin-Löbejün mit den Ortsteilen
Ausgabe 9/2026
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Wer die Wahl hat, hat die Qual!?

Am 06.09.2026 waren die Bürgerinnen und Bürger von Sachsen-Anhalt zum neunten Mal aufgerufen, einen Landtag zu wählen. Nach dem Wahlergebnis steht fest, dass sie diese Verantwortung künftig nicht mehr ohne politische Partner wird wahrnehmen können. Welche Bündnisse nun möglich sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wird die Regierungsbildung in den kommenden Wochen zeigen. Links gegen rechts. Alle gegen „die blaue Welle“, konnte man auf Wahlplakaten lesen. Eine richtungsweisende Wahl für Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.

Selten hat die Ankündigung eines Bundeskanzlers einen Landtagswahlkampf wohl so geprägt, wie ein Zitat von Friedrich Merz am 22. Februar 2025: „Links ist vorbei. Es gibt keine linke Mehrheit und keine linke Politik mehr in Deutschland.“

Ist das so? Hat es den angekündigten Richtungswechsel tatsächlich gegeben? Wird den Bürgerinnen und Bürgern Stillstand als Fortschritt verkauft? Schließlich trägt die CDU in Sachsen-Anhalt seit nunmehr 24 Jahren Regierungsverantwortung. Nach dem Wahlergebnis steht fest, dass sie diese Verantwortung künftig nicht mehr ohne politische Partner wird wahrnehmen können. Welche Bündnisse nun möglich sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wird die Regierungsbildung in den kommenden Wochen zeigen.

Die hohe Wahlbeteiligung zeigt unabhängig von der jeweiligen politischen Einstellung jedenfalls eins ganz klar auf: Unsere Heimat ist uns nicht egal. Ganz im Gegenteil! Freie Wahlen sind ein Grundpfeiler unserer demokratischen Grundordnung. Jeder Wahlberechtigte kann und darf seine Stimme abgeben und damit seine Meinung frei äußern. Und bei allen Gegensätzlichkeiten sollten wir dabei eines nicht vergessen:

Meinungen sind keine Waffen. Sie sind Spiegel, Chancen zu verstehen statt zu verurteilen.

Am Wahlabend gab es Sieger und Verlierer, Jubel und Enttäuschung, Freude und Sorge. Die Wählerinnen und Wähler haben entschieden. Nun wird sich zeigen, welche Auswirkungen das Wahlergebnis auf unser Land, unser Zusammenleben und unsere Gemeinschaft haben wird. Sind Inhalte und Gemeinsamkeiten am Ende nicht wichtiger als Parteien? Wichtiger als „rot“, „schwarz“, „grün“ oder „blau“?

Welche Erkenntnis bleibt? Hoffentlich nicht diese: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten.“ (Kurt Tucholsky) Dann besser doch: „Gemeinsam Zukunft gestalten, im Sinne der Bewahrung des Bewährten und der Offenheit für das Morgen.“ (F.J.Strauß)

Wem auch immer die Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen geschenkt und einen Regierungsauftrag erteilt hat, der sollte sich bewusst machen, welche Verantwortung ihm übertragen wurde und alles dafür tun, ihr gerecht zu werden. Heute und in Zukunft. Für eine gute Zukunft in Sachsen-Anhalt!

Herzlichst,

Jens Franke
Bürgermeister der Stadt Wettin-Löbejün