Im Vereinsheim vom SV Roitzsch wurde der Bürgerdialog von Ortsbürgermeister Mario Willer und Bürgermeisterin Steffi Syska durchgeführt.
Am 1. Dezember fand in Roitzsch der Bürgerdialog der Stadt Sandersdorf-Brehna statt. Eingeladen haben Bürgermeisterin Steffi Syska und Ortsbürgermeister Mario Willer. Ziel der Veranstaltung war es, die Bürgerinnen und Bürger umfassend über laufende Projekte, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Vorhaben im Ortsteil zu informieren. Gleichzeitig bot das Treffen Raum für Fragen, Anregungen und ein angenehmes, persönliches Miteinander.
Steffi Syska stellte zu Beginn einige aktuelle statistische Daten vor:
2.306 Einwohner – damit steht Roitzsch auf Platz 3 der Ortsteile der Stadt.
32 Geburten im vergangenen Jahr – entgegen dem allgemeinen Trend eines Geburtenrückgangs.
Durchschnittsalter 49,6 Jahre, damit nahezu identisch mit dem Stadtdurchschnitt von 49,5 Jahren.
Diese stabile Entwicklung zeigt, dass Roitzsch ein attraktiver Wohn- und Lebensstandort bleibt.
2025 wurde zum „Jahr der Feuerwehr“ ausgerufen. Bereits umgesetzt wurde der Bau der neuen Feuerwehrhalle mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Millionen Euro. Aktuell wird zudem das Altgebäude ertüchtigt. Ein neues Einsatzfahrzeug ergänzt die Ausstattung. Diese Maßnahmen stärken langfristig den Brandschutz im Ortsteil.
Der neue Kunstrasenplatz in Roitzsch wird bereits aktiv genutzt. Die offizielle Eröffnung ist für Gründonnerstag 2026 vorgesehen. Der Platz soll Vereine, Schulen und Freizeitsportler gleichermaßen entlasten und neue Sportangebote ermöglichen.
Anfang Dezember wurde der nächste große Schritt am Kita-Neubau sichtbar: Die Betonarbeiten haben begonnen.
Gleichzeitig zeigte Steffi Syska die Problematik auf, die sich über die Zeit entwickelt hat:
In Relation zur Bevölkerungsentwicklung werden langfristig rund 120 Kita-Plätze benötigt – Der geplante Neubau sieht jedoch 160 Plätze vor.
Die Stadt wird daher Gespräche mit dem Fördermittelgeber führen, um alternative Nutzungsmöglichkeiten für eventuell nicht benötigte Bereiche zu prüfen – etwa Bibliothek, Pflegeangebote oder andere soziale Nutzungen. Ziel ist es, eine wirtschaftliche und zugleich bürgernahe Lösung zu finden.
Für das Volksbad Roitzsch stehen im kommenden Jahr 50.000 Euro für kleinere Sanierungsarbeiten zur Verfügung. Zusätzlich wird ein LEADER-Förderantrag gestellt.
Langfristig liegt für die Gesamtmodernisierung ein Kostenbedarf von rund 800.000 Euro vor. Die Stadt verfolgt daher eine Strategie der schrittweisen Sanierung – „erst das Nötigste, dann Schritt für Schritt“, wie Ortsbürgermeister Mario Willer erläuterte.
Ein erstes Treffen zur Vorbereitung des großen 100-Jahre-Jubiläums 2027 hat bereits stattgefunden. Auch hier soll sich die Gelegenheit ergeben, Förderung und bauliche Maßnahmen sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Ein wichtiges Thema war die Situation rund um die Deponie. Im Juni hatte der Bund eine offizielle Mitteilung veröffentlicht. Die Ergebnisse:
Die Stadt konnte einen Teilerfolg erzielen: Die Deponie wird künftig deutlich besser überwacht.
Es gibt ein prozessbasiertes Grundwassermonitoring, sowie verbesserte Messmethoden.
Die vollständige Aufhebung der Einstufung DK II wurde nicht erreicht – dennoch sind die erzielten Einschränkungen ein Erfolg, der ohne den Einsatz der Beteiligten nicht möglich gewesen wäre.
Besonderer Dank ging an Thomas Rausch, der sich über 30 Mal im Landtag für Roitzscher Anliegen eingesetzt und damit sich, der Bürgerinitiative und auch der gesamten Stadt einen anerkannten Ruf erarbeitet hat. Für 2026 wurde die BI bereits zu einem Demokratieworkshop als Workshopleitung eingeladen.
Auch Bürgermeister Willer betonte: Ohne den Druck und die fachlich begründeten Forderungen der Stadt wäre die Deponieentwicklung „ganz anders gelaufen“. Die Einbindung von Gutachtern und Landesbehörden zeigt, dass Roitzsch ernst genommen wird.
Auf Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger wurde klargestellt:
Alte Kita Roitzsch – das Gebäude soll verkauft werden.
Ein Wertgutachten wird erstellt, anschließend folgt eine Ausschreibung mit Nutzungskonzept. Der Stadtrat entscheidet über den Zuschlag. Wichtig sei vor allem: keine neue Ruine, sondern Bauverpflichtung und sinnvolle Nutzung.
Haus am Park – derzeit noch organisatorisches „Kuddelmuddel“ durch Kita-Übergänge. Perspektivisch wird sich die Stadt von mindestens einer Immobilie (Haus am Park oder Rathaus Roitzsch) trennen, sobald der Kita-Neubau abgeschlossen ist.
Mehrere Bürger wünschten sich Entwicklungsimpulse. Die Verwaltung erläuterte:
Die Stadt ist durch übergeordnete Planungsbehörden begrenzt, was Flächenausweisung betrifft. Im Vergleich zu Halle, Dessau oder Bitterfeld gibt es unterschiedliche Rahmenbedingungen. Dennoch ist die Stadt aktiv: Rund vier neue Bauplätze an der Kita sind in Arbeit, weitere Nutzungsoptionen werden geprüft.
Anwohnerinnen und Anwohner zeigten sich besorgt über marode Gebäude im Zentrum.
Die Stadt berichtete:
Einige Immobilien wie die alte Bäckerei und der Gemüseladen wurden inzwischen gekauft.
Landesbehörden aus Baden-Württemberg und Niedersachsen sind beteiligt – hoher Aufwand, aber Bewegung ist erkennbar.
Beim alten LPG-/Rittergutgebäude wurde ebenfalls ein Käufer gefunden. Die Stadt hofft, dass es keine Spekulation ist.
Schwierige Fälle wie das Küsterhaus zeigen die Grenzen kommunaler Einflussmöglichkeiten: Enteignung ist nicht möglich, Eigentümer reagieren teils nicht.
Der Bauhof und das Ordnungsamt gehen regelmäßig gegen Gefahrenstellen, Vermüllung und beschädigte Gehwege vor.
Altkleidercontainer: häufig überfüllt Gespräche laufen, Hinweis im Lindenstein erfolgt.
Roitzsch-Schilder / Goitzsche-Bezug: wird geprüft – aber mit fachlichen Bedenken bewertet.
Lutherweg / Radwege: sollen nach Möglichkeit optisch aufgewertet werden.
Tunnelspiegel, verklebte Verkehrsschilder: werden aufgenommen und bearbeitet.
Neugeborenenbäume am Teich: positiver Zuspruch aus der Bürgerschaft.
Alt-Führerscheine (DDR): Thema wird mit aufgenommen und auf geeigneten Wegen kommuniziert.
100-Jahre-Roitzsch-Fest: Termin am 8. August 2027 ist bestätigt.
Ein Folgetermin mit der Einwohnerschaft ist für Mitte Januar geplant. Dort soll vertieft besprochen werden, wie Roitzsch 2026 und darüber hinaus weiterentwickelt werden kann – von Infrastruktur über Kultur bis Ortsbildgestaltung.