Bürgermeisterin Steffi Syska und Ortsbürgermeister Andy Grabner luden die Bürger zum Gespräch ein.
Die Bürgermeisterin Steffi Syska begrüßt den Ortsbürgermeister Andy Grabner und alle anwesenden Sandersdorfer herzlich und stellt zunächst einige Themen vor, die für die Anwesenden interessant sein könnten.
Zu Beginn geht es um das Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK. Es zeigt, wo die Stadt Sandersdorf-Brehna aktuell steht, welche Chancen und Herausforderungen bestehen und in welche Richtung sich die Stadt in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann. Alle Informationen zum ISEK, zur Mitwirkung und zur weiteren Erarbeitung können auf der Website der Stadt nachgelesen werden.
Im Gespräch wird auch gefragt, welche Prioritäten für die Jahre 2027 und 2028 im Rahmen des ISEK gesetzt werden. Bürgermeisterin Steffi Syska erklärt, dass zunächst die zwölf festgelegten Schlüsselmaßnahmen im Mittelpunkt stehen. Daneben gibt es auch kleinere Vorhaben und Themen in den einzelnen Ortschaften. Diese sollen gemeinsam mit dem Ortschaftsrat besprochen und die weiteren Schritte abgestimmt werden.
Zudem kommt die geplante Reaktivierung der Strecke der Saftbahn zur Sprache. Bisher fährt die S-Bahn-Linie S2 von Bitterfeld nach Leipzig. In der Zukunftsvision soll sie auch über Sandersdorf, Zörbig und weitere Orte bis nach Köthen fahren. Bis dahin stehen allerdings noch viele Planungsschritte und Herausforderungen an. Dazu gehört beispielsweise auch die Klärung der möglichen Lärmbelästigung. Bis zur vollständigen Umsetzung könnte es daher bis zu zehn Jahre dauern.
Anlässlich des 130-jährigen Jubiläums der Saftbahn im September 2027 soll es ein Fest geben. Dabei soll es auch die Möglichkeit geben, dass Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Festes mit der Saftbahn fahren können.
Es gibt bereits erste Hürden, da die Kommunen mit Eigenanteilen zur Finanzierung der Sanierung und Reaktivierung der Saftbahn belastet werden. Als Beispiel nennt Ortsbürgermeister Andy Grabner den Landkreis, auf den ein Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro zukommen würde. Die Behörden werden sich nochmals untereinander austauschen. Auch die nächtlichen Zugfahrten werden angesprochen. Ein Bürger berichtet, dass teilweise Züge gegen 2 Uhr nachts vorbeifahren. Ortsbürgermeister Andy Grabner erläutert, dass dies nicht vorgesehen sei, da eine Gestattung bestehe, nach der nachts keine Züge fahren dürften. Er werde deshalb das Gespräch mit dem Betreiber suchen und das Anliegen klären.
Ein weiteres Thema ist das neue Stadtwappen. Beim Stadtfest in Petersroda wurde das neue Stadtwappen am vergangenen Wochenende offiziell geweiht. Damit kann nun auch das bisherige Stadtwappen, das ursprünglich aus der Ortschaft Sandersdorf stammt, wieder an die Ortschaft Sandersdorf zurückgegeben werden.
Außerdem geht es um die postalische Zustellung des Lindensteins an alle Bürgerinnen und Bürger. Sollte es wiederholt vorkommen, dass der Lindenstein nicht zugestellt wird, können sich die Betroffenen direkt an den Verlag oder an Stefanie Rückauf aus dem Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Stadtmarketing wenden. Wichtig ist dabei, bei einer Beschwerde den eigenen Namen und die vollständige Adresse anzugeben.
Zudem wird berichtet, dass der Schulhof der Grundschule Sandersdorf saniert wird. Eine großflächige Baufeldfreimachung hat bereits stattgefunden. Die Maßnahme soll bis Ende des kommenden Jahres fertiggestellt werden. Mit der Neugestaltung soll der Schulhof künftig noch kinderfreundlicher und angenehmer werden. Geplant sind unter anderem mehr Bäume und zusätzliche Schattenbereiche.
Bürgermeisterin Steffi Syska weist außerdem darauf hin, dass im Anschluss an den Bürgerdialog noch die Sitzung des Ortschaftsrates stattfindet, und lädt die Anwesenden herzlich dazu ein, auch daran teilzunehmen. Ein wichtiger Punkt wird dabei die Zukunft der Ballsporthalle in Sandersdorf sein. Gemeinsam soll darüber beraten werden, ob eine Sanierung der bestehenden Halle möglich und sinnvoll ist oder ob ein Neubau die bessere Lösung wäre.
Auch Ortsbürgermeister Andy Grabner gibt einen kurzen Ausblick auf die weiteren Themen der Sitzung. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Teil des Haushaltsplanes, der die Ortschaft Sandersdorf betrifft, sowie die künftige Nutzung der Mehrzweckhalle Sandersdorf und die Vergabe der Brauchtumsmittel.
Bei den Brauchtumsmitteln liegen bereits vier Anträge von Vereinen vor, die eine finanzielle Unterstützung beantragt haben. Für die Ortschaft Sandersdorf stehen dafür noch mehr als 20.000 Euro zur Verfügung. Damit besteht die Möglichkeit, mehrere Vereine bei ihren Vorhaben zu unterstützen und das vielfältige Vereinsleben in Sandersdorf weiter zu fördern.
Auch der Wunsch nach einem eigenen Seniorenbeirat wird von einer Bürgerin angesprochen. Die Idee ist nicht neu, denn bereits in der Vergangenheit wurde versucht, einen solchen Beirat ins Leben zu rufen. Damals fanden sich jedoch leider nicht genügend interessierte Bürgerinnen und Bürger, um diesen dauerhaft aufzubauen.
Wichtig ist dabei, dass ein Seniorenbeirat die Interessen der Seniorinnen und Senioren aus allen Ortschaften der Stadt vertreten sollte. Es soll also nicht nur um die Belange von Sandersdorf gehen, sondern darum, die verschiedenen Ortschaften zusammenzubringen und gemeinsam Themen anzusprechen, die für ältere Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind.
Um den Wunsch weiter voranzubringen, bietet Ortsbürgermeister Andy Grabner an, den bestehenden Kreisseniorenbeirat darüber zu informieren und sich dort auch nach den genauen Zielen und Möglichkeiten zu erkundigen. Entscheidend ist zunächst, eine engagierte Gruppe von Interessierten zusammenzubringen. Im nächsten Schritt könnte dann ein gemeinsames Treffen stattfinden, bei dem erste Ideen gesammelt und die weiteren Schritte besprochen werden.
Die vier bereits interessierten Anwesenden werden angeregt, sich zunächst zusammenzuschließen und gemeinsam erste Vorstellungen und Ideen für einen möglichen Seniorenbeirat zu sammeln.
In der Bürgerfragestunde werden verschiedene Themen angesprochen, die das direkte Umfeld und die Lebensqualität vor Ort betreffen. Dabei geht es unter anderem um den Stadtpark und das Naherholungsgebiet Förstergrube am Strandbad.
Beim Stadtpark wird deutlich, dass dieser derzeit keinen besonders gepflegten Eindruck macht. Eine Bürgerin wünscht sich deshalb eine Lösung, damit der Park wieder stärker gepflegt und zu einem attraktiven Ort für die Bürgerinnen und Bürger wird. Die regelmäßige Pflege ist allerdings mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. In der Vergangenheit hatte sich auch der Jugendbeirat bei der Pflege eingebracht. Nach der Neuwahl steht der Jugendbeirat für diese Aufgabe derzeit jedoch nicht mehr zur Verfügung. Hinzu kommt, dass für die Pflege entsprechende Werkzeuge, Rasenmäher und weitere Materialien angeschafft werden müssten, was mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre.
Umso erfreulicher ist es, dass sich bereits eine Gruppe meldet, die sich eine Patenschaft für den Stadtpark vorstellen kann. Damit gibt es bereits einen guten Ansatz, gemeinsam eine Lösung zu finden und den Stadtpark wieder zu einem gepflegten und attraktiven Treffpunkt zu machen.
Auch der Kreisel in Sandersdorf wird von einem Bürger angesprochen. Er möchte wissen, ob dieser künftig bepflanzt werden soll. Bei einer möglichen Gestaltung müsste geklärt werden, wer die Pflege dauerhaft übernimmt. Gleichzeitig darf eine Bepflanzung nicht zu einer Sichtbehinderung führen und damit die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Bei einer möglichen Gestaltung sollen daher sowohl die Attraktivität als auch die Verkehrssicherheit berücksichtigt werden.
Beim Naherholungsgebiet Förstergrube am Strandbad wird auf einige Stellen hingewiesen, an denen die Pflege verbessert werden könnte. Die Hecken und Wege rund um die Förstergrube sind teilweise stark verwuchert, sodass man nur hintereinander laufen kann. Die vorhandenen Bänke sind ebenfalls teilweise kaum noch nutzbar. Gleichzeitig gibt es auch positives Feedback, denn die Papierkörbe werden dort zuverlässig geleert und tragen damit dazu bei, dass das Gebiet insgesamt sauber bleibt. Die Hinweise zur weiteren Pflege werden aufgenommen.
Ein weiteres Thema sind die Eichenprozessionsspinner an einem Baum auf den Freiflächen einer Wohnsiedlung. Für die betroffene Bürgerin ist die Situation besonders ärgerlich, da sie ihren Balkon aufgrund des Befalls nicht nutzen kann. Der betreffende Baum befindet sich auf dem Grundstück der NeuBi. Da die Stadt Gesellschafter der NeuBi ist, soll hier gemeinsam über das weitere Vorgehen gesprochen werden. Auch mögliche Fördermittel des Landkreises für die Bekämpfung der Schädlinge können dabei eine Unterstützung sein.
Zum Bauvorhaben im Buchenweg in Sandersdorf wird ebenfalls erneut nach dem aktuellen Stand gefragt. Mit der geplanten Maßnahme sollen Überschwemmungen durch starke Regenereignisse künftig möglichst verhindert werden. Eine abschließende Lösung konnte bislang noch nicht gefunden werden. Bürgermeisterin Steffi Syska kündigt an, sich noch einmal nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und die Informationen entsprechend weiterzugeben.
Als Nächstes wird die Straßenreinigung im Ring der Chemiearbeiter in Sandersdorf angesprochen. Eine Bürgerin weist darauf hin, dass dort regelmäßig auf beiden Seiten der Straße Fahrzeuge am Straßenrand parken. Dadurch kann die Kehrmaschine nur mittig durch die Straße fahren, sodass die Bereiche entlang der Bordsteine nicht ausreichend gereinigt werden können. Sie regt deshalb an, für den Tag der Straßenreinigung ein Parkverbot auszuweisen, damit die Kehrmaschine die Straße vollständig reinigen kann.
Bei der Straßenreinigung werden allerdings nicht alle Straßen im Stadtgebiet automatisch durch die Stadt beauftragt. In der Regel weisen entsprechende Schilder darauf hin, wann und wo eine Straßenkehrleistung stattfindet. Zunächst soll daher geprüft werden, ob der Ring der Chemiearbeiter überhaupt in die beauftragte Straßenkehrleistung einbezogen ist. Frau Syska wird dies entsprechend prüfen und dem Anliegen nachgehen.
Neben den angesprochenen Problemen und offenen Fragen gibt es aber auch Lob für unsere Stadt Sandersdorf-Brehna. Eine Bürgerin sagt, dass die Stadt sehr liebens- und lebenswert sei und über alle wichtigen Anbindungen sowie Einkaufsmöglichkeiten verfüge. Dazu gibt es sogar einen kleinen Applaus und viel Zuspruch.
Auch die Parkplatzsituation sowohl am Rathaus als auch am Mehrgenerationentreff wird angesprochen. An dieser Stelle wird auf die in der vergangenen Woche stattgefundene Veranstaltung zum Verkehrskonzept hingewiesen. Dort wurde unter anderem betrachtet, wie stark die vorhandenen Parkplätze tatsächlich ausgelastet sind und wo es möglicherweise Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
Für den Bereich rund um das Rathaus gibt es bereits konkrete Pläne. Neben dem Rathaus werden zwei Grundstücke erworben, die zunächst abgerissen werden sollen. Auf der dadurch freiwerdenden Fläche soll eine Multifunktionsfläche entstehen. Diese kann künftig sowohl für Veranstaltungen als auch als zusätzlicher Parkplatz genutzt werden.
Auch die Parksituation rund um den Mehrgenerationentreff wird thematisiert. Hier stehen unter anderem beim Edeka und beim Glückspilz weitere Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Es wird darauf hingewiesen, dass sich nicht alle Stellplätze unmittelbar am Veranstaltungsort befinden. Im öffentlichen Straßenraum besteht grundsätzlich kein Anspruch auf einen individuellen Parkplatz.
Eine weitere Bürgerin bringt die Idee ein, gemeinsam mit dem Chor ein Outdoor-Konzert vor dem Mehrgenerationentreff zu veranstalten. Der Vorschlag wird grundsätzlich begrüßt.
Nach knapp einer Stunde geht der Bürgerdialog zu Ende. Die rund 15 anwesenden Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit, sich auch im Anschluss noch einmal untereinander auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.