Wie könnte das Rathaus der Zukunft in Sandersdorf-Brehna aussehen? Mit dieser Frage haben sich im Sommersemester 2024 Studierende der Hochschule Anhalt intensiv auseinandergesetzt. Nun werden die Ergebnisse erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert – und die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Eindrücke und Meinungen zu den Entwürfen mitzuteilen. (Wichtig: Es handelt sich um ein praxisorientiertes Hochschulprojekt, das nicht zur unmittelbaren Umsetzung vorgesehen ist, jedoch Impulse für die zukünftige Entwicklung geben kann.)
Den Auftakt des Projekts bildete ein Vor-Ort-Termin am 24. April 2024. Insgesamt 20 Studierende, aufgeteilt in vier Arbeitsgruppen, analysierten dabei den bestehenden Rathauskomplex. Im Mittelpunkt standen die räumlichen Gegebenheiten der Gebäude sowie städtebauliche Potenziale. Geführte Rundgänge durch Haus I und Haus II des Rathauses, begleitet durch Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, wurden durch eigenständige Stadterkundungen ergänzt.
Im anschließenden Austausch im Mehrgenerationentreff (MGT) Sandersdorf erhielten die Studierenden vertiefende Einblicke in die Perspektiven der Stadt. Bürgermeisterin Steffi Syska, Fachbereichsleiterin Sabine Montag sowie Carina Brandt aus dem Bereich Stadtentwicklung gaben Impulse zu zentralen Fragestellungen. Thematisiert wurden unter anderem städtebauliche Entwicklungsziele, Visionen für das Stadtbild sowie Anforderungen an moderne Verwaltungsstrukturen. Auch Aspekte wie Digitalisierung, neue Arbeitsformen und zukünftige Raumkonzepte spielten eine wichtige Rolle.
Auf dieser Grundlage entstanden im Rahmen des 6. Fachsemesters im Bachelorstudiengang Architektur mehrere Konzeptentwürfe für einen „Bürgercampus Sandersdorf-Brehna". Die Arbeiten tragen Titel wie „Ort der Begegnung", „Stadtportal", „Verbindung schaffen", „Ensemble", „Brücke" und „Rathaus der Zukunft" und setzen sich auf unterschiedliche Weise mit einer zukunftsorientierten, identitätsstärkenden und bürgernahen Transformation des Rathausstandortes auseinander.
Erstmals werden in der Stadt Sandersdorf-Brehna im Rahmen eines Architekturprojektes sowohl ein Fachjurypreis als auch ein Publikumspreis vergeben.
Im Rahmen des Weinfrühlings vom 8. bis 10. Mai 2026 werden die Entwürfe öffentlich präsentiert. Eine Fachjury bewertet die Arbeiten am 8. Mai. Parallel dazu sind alle Interessierten eingeladen, sich die Entwürfe über das gesamte Wochenende hinweg auf Bauzaunbannern anzuschauen und ihre Favoriten zu wählen.
Die Stimmabgabe erfolgt unkompliziert per QR-Code direkt am jeweiligen Entwurf. Die Codes können vor Ort gescannt werden, um die Stimme digital abzugeben – möglich ist dies bis Sonntag, 10. Mai, 15:00 Uhr.
Im Anschluss werden die Stimmen ausgewertet und der Publikumspreis verliehen. Damit erhält die Bürgerschaft die Möglichkeit, ihre Perspektive aktiv einzubringen und den Entwurf auszuzeichnen, der sie am meisten überzeugt.
Die Stadt Sandersdorf-Brehna beschreitet mit diesem Beteiligungsformat neue Wege und lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, Teil dieses Prozesses zu werden.