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Sangerhäuser Nachrichten – Amtliches Mitteilungsblatt für die Stadt Sangerhausen
Ausgabe 9/2026
Aus dem Rathaus
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Auszug aus dem Bericht des Oberbürgermeisters zur 19. Stadtratssitzung am 10. September 2026

- Es gilt das gesprochene Wort! –

Die Sommerpause ist beendet, alle sind hoffentlich gut erholt und bereit mit mir gemeinsam die eingeschlagenen Wege weiter zu verfolgen, gegebenenfalls zu überdenken und wenn notwendig, auch neue zu erschließen.

[...]

Und auch wenn ich zumeist nach vorn schaue, liegt es mir nochmals nahe, die mit dem eingeläuteten Herbst beendete Freibadsaison kurz auszuwerten.

Nach erster Einschätzung der Betreibervereine unserer städtischen Freibäder in den Ortsteilen Grillenberg, Wippra und Wolfsberg blicken wir auf eine erfolgreiche Badesaison zurück.

In Grillenberg wurden über 7.000 Besucherinnen und Besucher in der diesjährigen Badesaison gezählt. Insgesamt verlief die Saison ähnlich wie die vergangene und kann grundsätzlich als zufriedenstellend bewertet werden. Leider war der Sommer nicht durchgehend von sommerlichem Wetter geprägt, sodass die Besucherzahlen teilweise hinter den Erwartungen zurückblieben.

Ein besonders guter Tag war der 27. Juli, an dem das Bad vollständig ausgelastet war.

An dieser Stelle möchte ich vorgezogen den Dank der Badbetreiber an alle Mitwirkenden zur Realisierung der Umleitungsstrecke mit Bypass weitergeben, der als bedeutender Grund für die Sicherstellung der Besucherzahlen ausgemacht und honoriert wurde.

Auch im Freibad Wippra konnte die diesjährige Badesaison als erfolgreich bewertet werden. Sie war in etwa mit der vergangenen Saison vergleichbar.

Auch in Wippra gilt grundsätzlich: „Mehr geht immer.“ Dennoch besteht kein Grund zur Unzufriedenheit, sodass insgesamt auf eine zufriedenstellende Badesaison zurückgeblickt werden kann.

Das Freibad Wolfsberg wurde aufgrund niedriger Wassertemperaturen und ungünstiger Wetterverhältnisse bereits am 26.08.2026 geschlossen.

In der diesjährigen Saison konnte das Bad rund 3.500 zahlende Gäste verbuchen. Die Badesaison ist zufriedenstellend verlaufen. Positiv hervorzuheben ist, dass in dieser Saison sehr viele junge Familien und somit sehr viele Kinder das Freibad besuchten, zu einem großen Teil auch aus umliegenden Orten.

Eine finale Auswertung mit Blick auf die Finanzen ist vertraglich zu Beginn des Folgejahres vereinbart. Darüber wird zeitnah entsprechend informiert.

Meine folgenden Ausführungen beziehen sich nochmals auf ein zuvor erwähntes und wahrscheinlich von einem Großteil von Ihnen selbst genutztes Projekt – unserer Umfahrung anlässlich der Gonna-Brückensanierung an der Kupferhütte und im Speziellen, die Erweiterung um den Bypass.

Für eine Summe von rund 45.000 Euro zuzüglich rund 4.000 Euro für die Verkehrssicherung, hat die Stadt im späten Juli bis Anfang August die Bypasslösung zur Fahrradstraße errichtet, um vor allem für die nördlich gelegenen Ortschaften den Weg in die Stadt zu erleichtern.

Denn noch ist die Baustelle der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) nicht abgeschlossen.

Planmäßig wird dies wohl erst Ende November dieses Jahres der Fall sein. Das Bauende der Fahrradstraße lag noch knapp im Baufeld der LSBB, weshalb dieser Bypass jetzt erforderlich war, um eine längere Vollsperrung abzuwenden.

Momentan wird diese Lösung auch vom Schülerverkehr gut angenommen, eine Dreiseitenampel steuert die einzelnen Zufahrten. Eine seitens der LSBB immer kommunizierte notwendige Vollsperrung zur Schließung der Straßendecke und zur Ertüchtigung des Durchlasses Richtung Christberg ist noch nicht angekündigt.

Sollte der Stadt hierzu im weiteren Verlauf neue Erkenntnisse vorliegen, werden diese selbstverständlich auf kurzem Wege kommuniziert.

Am 11.08.2026 wurde schriftlich ein Bürgerbegehren bei der Stadtverwaltung Sangerhausen mit dem Inhalt „Verzicht auf die Bereitstellung gemeindlicher Flächen für die Ansiedlung von Rüstungsindustrie in Sangerhausen“ angezeigt.

Infolgedessen war die Verwaltung gesetzlich verpflichtet, eine Kostenschätzung für die Umsetzung der begehrten Sachentscheidung einschließlich der Folgekosten zu ermitteln und mitzuteilen.

Da die Kommune zudem in den Grenzen ihrer Verwaltungskraft bei der Einleitung eines Bürgerbegehrens behilflich zu sein hat und Auskünfte zur Sach- und Rechtslage erteilen muss, wurde mit den in der Anzeige benannten Vertrauenspersonen ein Beratungstermin am 27.08.2026 im Neuen Rathaus durchgeführt und die Kostenschätzung schriftlich übergeben.

Bei der Kostenschätzung hat sich die Verwaltung bewusst dazu entschieden, nur die Kosten für die Durchführung eines Bürgerbegehrens bis zu einem Bürgerentscheid zu beziffern.

Folgekosten, die dadurch mangels Umsetzung des geltenden Stadtratsbeschlusses der Stadt entstehen würden, wurden aufgrund des Anscheins einer erdrückenden Wirkung hierbei nicht berücksichtigt.

Denn Folgekosten bzw. die dadurch eintretenden Auswirkungen, könnten für etwaige Änderungen im Bebauungsplan, höhere Erschließungskosten oder aber keine bzw. geringere Verkaufserlöse, schnell einen unteren zweistelligen Millionenbetrag ergeben.

Die Verständnisfragen der Vertrauenspersonen konnten weitestgehend beantwortet werden. Nunmehr war es an ihnen, in eigenverantwortlicher Entscheidung das Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen und die dafür notwendigen Unterschriften fristwahrend bei der Stadtverwaltung einzureichen.

Ich weise jedoch auch darauf hin, dass ich bis zur Feststellung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens und der Durchführung des Bürgerentscheides an der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses gebunden bin.

Daher bin ich natürlich Willens und in der Pflicht, den mehrheitlich gebildeten demokratischen Willen umzusetzen.

[...]

Die Stadt Sangerhausen beginnt mit den Bauarbeiten der Sanierung und Erweiterung der Turnhalle Grundschule Südwest.

In dieser Woche wurden hierzu Vermessungsarbeiten zur Einmessung der Baugrube ausgeführt, das Bauschild aufgestellt und erste Proben vom Erdreich im Bereich des zukünftigen Anbaus entnommen.

Im Anschluss werden die bereits beauftragten Erdarbeiten ausgeführt, eine Baustelleneinrichtung aufgestellt und die ersten Rohbauarbeiten aufgenommen.

Für die Maßnahme stehen der Stadt Sangerhausen rund 3,2 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Bewilligung von Bundesfördermitteln in Höhe von rund 82 % liegt vor.

Ein Abschluss der Maßnahme bis zum 31.12.2027 wird angestrebt. Über den weiteren Ablauf im Projekt informiere ich weiterhin.

Die bundesweite Gesetzgebung für die Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze verpflichtet alle Bundesländer und heruntergebrochen die Kommunen und damit die Stadt Sangerhausen dazu, flächendeckend Wärmepläne sicherzustellen. Die Stadt Sangerhausen hat die kommunale Wärmeplanung inzwischen einen Schritt vorangebracht.

Die durch Beschluss des Hauptausschusses am 17.09.2025 beauftragte BBH Consulting AG hat den Wärmeplan der Stadt Sangerhausen fertiggestellt und zeigt damit auf, wie die Wärmeversorgung in Sangerhausen langfristig, wirtschaftlich und klimafreundlich sichergestellt und weiterentwickelt werden könnte.

Der erarbeitete Entwurf wurde ab dem 28. Juli 2026 für 30 Tage öffentlich ausgelegt. Damit hatten Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und weitere Betroffene die Möglichkeit, sich über die Inhalte zu informieren und Stellungnahmen abzugeben. Die öffentliche Auslegung ist inzwischen abgeschlossen. Stellungnahmen sind nicht eingegangen. Damit liegt der Wärmeplan nun in seiner finalen Fassung vor.

Nach Klärung der weiteren notwendigen Schritte zur Sicherung der Fördermittel, wird die finale Wärmeplanung nunmehr bekannt gemacht.

Wie in jeder Ratssitzung möchte ich abschließend auch heute über die aktuelle Entwicklung der Liquidität der Stadt Sangerhausen berichten.

Mit Kontoauszug vom 07.09.2026 war festzustellen, dass ein Liquiditätskredit zurzeit nicht in Anspruch genommen wird.

Das Konto weist einen positiven Saldo von 365.000 € aus.

Darüber hinaus sind aktuell auf einem Tagegeldkonto 1,87 Millionen Euro hinterlegt, welches jederzeit zur Verfügung steht.

Diese Entwicklung ist dem Umstand geschuldet, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz auf Grund des durch das Verwaltungsgericht Halle ergangenen Urteils vom 11.05.2026, die Kreisumlage für 2017 zurücküberwiesen hat. Mit Datum vom 07.08.2026 wurden dem städtischen Konto 9,1 Millionen Euro überwiesen, verbunden mit dem Hinweis, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz zeitnah eine erneute Heilungssatzung erlassen wird. Somit wird in absehbarer Zeit gegebenenfalls erneut ein Festsetzungsbescheid für die Kreisumlage 2017 zu erwarten sein.

Die weitere Entwicklung diesbezüglich bleibt abzuwarten, zumal mit dem Landkreis Mansfeld-Südharz auch Vergleichsverhandlungen laufen.

Im Zuge der Fortschreibung der Liquiditätsplanung wird zum Ende des Monats September 2026 eine Inanspruchnahme des Liquiditätskredites in Höhe von circa 3,6 Millionen Euro prognostiziert.

Auf Grund Verfügung der Kommunalaufsicht wurde der Stadt Sangerhausen temporär bis 30.11.2026 ein Liquiditätskreditrahmen von 14,1 Mio. € eingeräumt.

Ich werde Ihnen weiterführend die neuesten Entwicklungen zur Kenntnis geben, regelmäßig geschieht dies im Finanzausschuss.

Mein Ausblick auf die Besuche in den Ortschaften und die anstehenden Bürgersprechstunden runden meinen Bericht erwartungsgemäß ab:

Sie finden mich

am 01.10.26 in Lengefeld für den Bereich Leinetal,

am 07.10.26 in Horla für den Bereich Harzpforte und

am 12.10.26 in Großleinungen erneut für den Bereich Leinetal.