Liebe Bürgerinnen und Bürger,
210 Jahre Kreisstadt – klingt zunächst nach einer Zahl aus einem Geschichtsbuch. Für Sangerhausen ist es aber weit mehr: Es ist eine Geschichte, die bis heute unseren Alltag prägt.
Am 1. Oktober 1816 wurde der Kreis Sangerhausen gebildet. Damit wurde unsere Stadt Kreisstadt und zum administrativen Mittelpunkt der Region. Seit diesem Tag – und damit seit nunmehr 210 Jahren – sind die Stadt Sangerhausen und der sie umgebende Landkreis auf besondere Weise miteinander verbunden.
Was bedeutet es eigentlich, Kreisstadt zu sein? Es bedeutet natürlich, Sitz der Kreisverwaltung zu sein. Aber es bedeutet noch viel mehr. Über Generationen hinweg war und ist Sangerhausen ein wichtiger Ort für Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Kultur und gesellschaftliches Leben. Menschen aus der Stadt und aus der gesamten Region kommen hierher, arbeiten hier, lernen, erledigen ihre Angelegenheiten, kaufen ein, besuchen Veranstaltungen oder nutzen die vielfältigen Angebote.
Kreisstadt zu sein, ist deshalb kein Titel, den man einfach trägt. Es ist eine Aufgabe und eine Verantwortung.
Sangerhausen nimmt diese Rolle selbstbewusst an. Dabei steht unsere Stadt nicht allein für ihre historische Kernstadt. Auch die Ortsteile Breitenbach, Gonna, Grillenberg, Großleinungen, Horla, Lengefeld, Morungen, Oberröblingen, Obersdorf, Riestedt, Rotha, Wettelrode, Wippra und Wolfsberg gehören zu diesem Sangerhausen. Jeder Ort hat seine eigene Geschichte und Identität, eigene Stärken und Besonderheiten. Gemeinsam machen sie unsere Stadt aus.
Gerade diese Vielfalt ist eine Stärke – und sie macht Sangerhausen auch für den gesamten Landkreis Mansfeld-Südharz attraktiv. Mit seiner Geschichte, seiner Landschaft, seinen touristischen Angeboten, seiner Kultur und seinem vielfältigen Vereins- und Gemeinschaftsleben leistet Sangerhausen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung unserer Region.
210 Jahre Kreisstadtgeschichte sind zugleich 210 Jahre Regionalgeschichte. Politische und gesellschaftliche Veränderungen, wirtschaftliche Entwicklungen und kommunale Neuordnungen haben Sangerhausen und sein Umland immer wieder verändert und miteinander verbunden.
Eine der jüngeren großen Veränderungen war die Kreisgebietsreform im Jahr 2007. Aus den ehemaligen Landkreisen Sangerhausen und Mansfelder Land entstand der Landkreis Mansfeld-Südharz. Sangerhausen blieb Kreisstadt. Damit wurde eine mehr als 190-jährige Tradition fortgeführt – und zugleich ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Bis heute befindet sich der Sitz der Kreisverwaltung in Sangerhausen. Damit ist unsere Stadt weiterhin ein zentraler Anlaufpunkt für die Menschen in Mansfeld-Südharz.
Das Jubiläum am 1. Oktober 2026 bietet deshalb einen guten Anlass, zurückzublicken. Vor allem aber bietet es die Gelegenheit, darüber nachzudenken, welche Rolle Sangerhausen auch in Zukunft als Kreisstadt spielen will und kann.
Denn eine Kreisstadt lebt nicht allein von ihrer Geschichte. Sie lebt von den Menschen, die hier Verantwortung übernehmen, von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Institutionen, von leistungsfähigen Unternehmen und lebendigen Ortsteilen. Und sie lebt von einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis.
210 Jahre Kreisstadt Sangerhausen – das ist ein außergewöhnliches Jubiläum und ein Stück gelebte Geschichte.
Darauf dürfen wir mit Stolz blicken. Gleichzeitig sollten wir das Jubiläum als Ansporn verstehen, die Zukunft unserer Stadt und unserer Region gemeinsam zu gestalten.