Perfekte Kulisse im Schnee - Sternsingerinnen und Sternsinger auf dem Weg zum Schloss Bellevue
Sternsingerin Laura durfte mit ihrer Sammeldose die Spende von Bundespräsident Steinmeier entgegennehmen
Die Sternsinger vor dem Neuen Rathaus
Die Sternsinger und Ortsbürgermeister Danny Wiedmer (hinten rechts) vor dem Verwaltungsgebäude in der Marktstraße
Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben am heutigen Dreikönigstag Sternsingerinnen und Sternsinger im Schloss Bellevue empfangen. Um 11:00 Uhr schrieben die Königinnen und Könige aus dem Erzbistum Paderborn den Segen „20 * C + M + B + 26 – Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus im Jahr 2026“ an das große Portal des Schlosses. Die elf Mädchen und neun Jungen aus der Pfarrei St. Ewaldi in Dortmund-Aplerbeck waren stellvertretend für alle engagierten Königinnen und Könige, die in diesen Tagen deutschlandweit Spenden für benachteiligte und Not leidende Kinder in aller Welt sammeln, nach Berlin gereist.
„Meine Frau und ich, wir begleiten die Sternsingeraktion schon seit vielen Jahren. Und wir fanden, dass das was ihr tut, zu wenig Öffentlichkeit erfährt“, sagte Bundespräsident Steinmeier in Richtung der 20 Majestäten.
„Und deshalb haben die Sternsinger in diesem Jahr eine ganz prominente Erwähnung gefunden in der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten.
Einerseits, weil ich euch herzlich danken will und andererseits, weil ich finde, dass das, was ihr jedes Jahr tut, ohne Aufforderung und ohne bekannt zu sein, viel mehr öffentliche Wertschätzung und Anerkennung verdient als das in den vergangenen Jahren der Fall war“, lobte Steinmeier das Engagement der Kinder und Jugendlichen.
In seiner Rede ging der Bundespräsident auch auf das Motto der Sternsingeraktion, „Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit“, und das Beispielland Bangladesch ein. „Ich habe ein kleines Mädchen in Erinnerung, das ihren sehnlichsten Wunsch geäußert hat, wieder zur Schule gehen zu können, was ihr nicht möglich war, da sie aufgrund der Armut ihrer Eltern arbeiten muss“, so Steinmeier. „Deshalb finde ich es sehr gut, dass ihr in Erinnerung ruft, wie wichtig Lernen, wie wichtig Schule ist, und dass ihr den Kindern in Bangladesch helft von der Fabrik loszukommen und ihr eigenes Leben vorzubereiten. Vielen Dank dafür“. Auch seine Frau Elke Büdenbender lobte das Engagement der Sternsingerinnen und Sternsinger: „Eure Hilfe wirkt. Das, was ihr macht, das hat Auswirkungen, das macht die Welt ein Stück besser“.
„Wir wollen, dass alle Kinder zur Schule gehen können und nicht arbeiten müssen“
Zu Beginn des Empfangs am Dienstagvormittag klopfte Sternsinger Samuel an das große Schlossportal. „Herr Bundespräsident, die Sternsinger sind da“ läutete der 13-Jährige den Empfang ein, und Johannes (12) schrieb mit weißer Kreide den Segen an das Schlossportal. „Wir bringen den Segen, dass Gott Sie begleite, und hoffen, Sie stehen an unserer Seite für so viele Kinder in anderen Ländern, die arbeiten müssen. Das wollen wir ändern“, trug Sternsinger Timon (12) den dazu passenden Segensspruch vor.
Beim anschließenden Empfang im großen Saal des Schlosses stellten die Paderborner Sternsingerinnen und Sternsinger das aktuelle Motto der Sternsingeraktion, „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“, vor. „Viele Kinder müssen in Armut leben, da ihre Eltern nicht genug verdienen. Dadurch können sie nicht zur Schule gehen und müssen arbeiten, um ihrer Familie finanziell zu helfen. Wir wollen, dass alle Kinder zur Schule gehen können und nicht arbeiten müssen“, erklärten die Sternsingerinnen und Sternsinger.
Spende des Bundespräsidenten für Sternsinger-Projekt gegen Kinderarbeit in Bangladesch
Sternsingerin Laura (11) durfte mit ihrer Sammeldose die Spende von Bundespräsident Steinmeier entgegennehmen. Damit unterstützt der Bundespräsident ein Projekt in Bangladesch. In der Hauptstadt Dhaka, der Hafenstadt Chattogram und der ländlichen Region Dinajpur setzt sich die Sternsinger-Partnerorganisation Caritas Bangladesch für arbeitende Kinder ein. Sie hilft Minderjährigen aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, integriert sie in Schulen oder vermittelt ihnen Ausbildungsplätze. Sie klärt Eltern, Arbeitgeber und Gemeinden über Kinderrechte auf und vermittelt ihnen, wie wichtig Bildung ist, um den Teufelskreis aus Armut und Kinderarbeit zu überwinden.
Bundespräsident Steinmeier empfing zum achten Mal Sternsingerinnen und Sternsinger in seinem Amtssitz. Er setzte damit die Tradition der Empfänge fort, die schon seine Amtsvorgänger Karl Carstens, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck gepflegt hatten.
Begleitet wurden die Mädchen und Jungen beim Empfang im Schloss Bellevue von Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, und Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), als Vertreter der bundeweiten Träger der Aktion Dreikönigssingen. Dass eine Sternsinger-Delegation aus dem Erzbistum Paderborn den Bundespräsidenten besuchte, war kein Zufall. Ende 2024 hatten in Paderborn 1.500 Sternsingerinnen und Sternsinger die bundesweite Eröffnung der vergangenen, 67. Aktion Dreikönigssingen gefeiert. Vom dortigen Aktionsauftakt und ihrem Engagement für Kinder in aller Welt berichteten die Mädchen und Jungen aus dem Erzbistum Paderborn am Dreikönigstag auch dem Bundespräsidenten.
Mehr als 1,4 Milliarden Euro seit dem Aktionsstart 1959
„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ lautet das Motto der 68. Aktion Dreikönigssingen. Die Aktion bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern das Thema Kinderarbeit näher und zeigt, wie wichtig die Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind. Das Dreikönigssingen 2026 ermutigt die Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre Begleitenden, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen und eine gerechtere Welt zu gestalten. Seit dem Start der Aktion 1959 kamen beim Dreikönigssingen insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. Mit den Mitteln aus der deutschlandweiten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Bundesweite Träger sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Sternsingen hat in Bad Lauchstädt Tradition
„Segen bringen – Segen sein“
Anfang Januar waren in Bad Lauchstädt wieder Kinder und Erwachsene unterwegs, um Spenden für benachteiligte Kinder zu sammeln. Der diesjährige Segenstext beschreibt das Anliegen der Spendensammlung sehr treffend:
„Wir grüßen und erzählen euch, warum wir heut hier stehen:
Weil Kinder-grad so alt wie wir-oft nicht zur Schule gehen.
Sie müssen für ihr täglich Brot arbeiten und sich plagen, sind recht - und schutzlos und allein und dürfen doch nicht klagen!
Wir wollen, dass das anders wird, denn jedes Kindes Leben soll bunt und froh sein, und es soll gerechte Chancen geben.
Wir feiern Weihnacht, weil Gott selbst - als Kind geborn im Stalle-uns zeigt, dass Kinder wichtig sind. Nicht manche, sondern alle.
So bringen wir auf Gottes Wunsch euch seinen reichen Segen, dass ihr behütet und geliebt auf allen euren Wegen durch jeden Tag des Jahres geht. Der Segen wird hierbleiben, damit ihr das auch nicht vergesst, wolln wir nun für euch schreiben:
20* C + M + B+ 26
Wir kamen als 3 Könige-mit Stern und mit dem Segen
Und hoffen sehr, wir konnten euch zu Freud und Dank bewegen.
So bitten wir, ihr lieben Leut: Helft mit, die Welt zu ändern, dass Kinder gleiche Chancen haben, hier und in allen Ländern!“
Die Gruppen waren im Gottesdienst der katholischen Kirche, bei der Erzählzeit im evangelischen Gemeinderaum, bei zahlreichen Familien, Geschäften sowie im Rathaus unterwegs und wurden überall herzlich empfangen.
Insgesamt kamen bei den Besuchen 683,50 Euro sowie 50 Norwegische Kronen zusammen. Viele Besuchte bedankten sich mit großzügigen Spenden, freundlichen Worten und kleinen Aufmerksamkeiten wie Gebäck und Süßigkeiten.
Das Sternsingerteam Bad Lauchstädt dankt allen Spenderinnen und Spendern sehr herzlich. Mit ihrem Beitrag unterstützen sie Projekte für Kinder und Jugendliche weltweit, die auf Hilfe angewiesen sind.
Die Sternsinger bringen den Segen auch nach Schafstädt
„Christus mansionem benedicta – Christus segne dieses Haus“
Auch in Schafstädt waren die Sternsingerinnen und Sternsinger am 6. Januar wieder unterwegs, um den Segen Christus segne dieses Haus in die Familien zu bringen. Die Nachfrage nach einem Besuch war in diesem Jahr deutlich höher als 2025: 23 Familien freuten sich hier über den traditionellen
Haussegen.
Erstmals besuchten die Kinder außerdem das Verwaltungsgebäude Schafstädt, wo Ortsbürgermeister Danny Wiedmer den Segen stellvertretend für die Stadtverwaltung entgegennahm.
Die Sternsingeraktion in Schafstädt erbrachte insgesamt 500,00 Euro, die dem bundesweiten Motto der Aktion 2026 zugutekommen: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“.
Kinder haben ein Recht darauf, geschützt aufzuwachsen, zu spielen und eine Schule zu besuchen. Weltweit müssen jedoch noch immer rund 138 Millionen Kinder arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Durch die Spendengelder der Sternsinger werden Projekte unterstützt, die Kinder aus ausbeuterischer Arbeit herausholen und ihnen den Zugang zu Bildung ermöglichen. Nur so erhalten sie eine echte Chance auf ein gutes und selbstbestimmtes Leben.
Ein herzlicher Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern sowie den beteiligten Kindern und ihren Familien.