Bratislava zwischen 1945 und 1948
Vom 11. Juli bis 13. September ist in der Stadtkirche Bad Lauchstädt die Fotoausstellung „Ende und Anfang“ zu sehen. Die Ausstellung wurde von der Friedensbibliothek der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg konzipiert und ist derzeit in verschiedenen Kirchengemeinden des Kirchenkreises zu Gast.
Sie widmet sich den Jahren 1943 bis 1949 und richtet den Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie die unmittelbare Nachkriegszeit. Anhand eindrucksvoller Fotografien und historischer Dokumente setzt sie sich mit Fragen auseinander, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben: Wie konnte eine menschenverachtende Ideologie eine solche Macht entfalten? Wie konnte ein ganzes Volk in einem System aus Angst, Propaganda und Anpassung gefangen gehalten werden? Und welche Verantwortung erwächst daraus für die Gegenwart?
Das „Ende“ zeigt die letzten Kriegsjahre, in denen Gewalt, Zerstörung und Durchhalteparolen den längst verlorenen Krieg bis zum bitteren Schluss verlängerten. Symbolisch dafür steht ein Transparent aus dem April 1945 mit der Aufschrift: „Wir grüßen den ersten Arbeiter Deutschlands – Adolf Hitler“, aufgehängt vor den Ruinen einer zerstörten Stadt.
Der „Anfang“ führt in die Jahre nach Kriegsende. Der tschechische Fotograf Jindřich Marco dokumentierte den Wiederaufbau in Städten wie Dresden, Leipzig und Berlin, später auch in Budapest, London, Paris und Warschau. Seine Aufnahmen zeigen den mühevollen Neuanfang, machen aber zugleich deutlich, wie sehr dieser von der Verdrängung der nationalsozialistischen Verbrechen begleitet wurde. Viele erklärten, nichts gewusst zu haben oder keine Verantwortung zu tragen. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen und daraus Lehren für die Gegenwart zu ziehen.
Passend dazu erinnert ein Gedanke des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel daran, wie wichtig das Erinnern ist: „Nur eine lebendige Erinnerungskultur kann dazu beitragen, dass sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.“
Die Ausstellung wird am Samstag, dem 11. Juli, um 16:00 Uhr in der Stadtkirche Bad Lauchstädt eröffnet. Interessierte sind herzlich eingeladen.