Bei einem Schlachtfest und einem abendlichen Umtrunk entstand vor mittlerweile 50 Jahren eine Idee, aus der eine schöne Tradition werden sollte: Stein, Helmut, und Weigel, Werner, wollten zum nächsten Fest in Delitz am Berge eine Erbsensuppe in der Gulaschkanone kochen.
Gesagt, getan. Gemeinsam mit den Kumpels wurde geplant und vorbereitet, viele fleißige Hände halfen mit. Das Wichtigste war zunächst, eine Gulaschkanone zu organisieren. Auch das gelang – und so konnte die Idee schließlich in die Tat umgesetzt werden.
Die Vorbereitungen liefen an: Die Gulaschkanone wurde gründlich geschrubbt, die Erbsen bereits am Vortag eingeweicht und zwei Eimer Kartoffeln geschält. Am großen Tag ging es dann früh los. Bereits um 5 Uhr wurde die Gulaschkanone angeheizt. Alle Zutaten kamen hinein, anschließend wurde der Deckel verschlossen. Nun hieß es warten, bis das Druckventil pfiff. Dann musste das Feuer wieder auf kleine Flamme gebracht werden, bevor die Kanone schließlich geöffnet werden konnte. Für die Männer war das damals ein echtes Erlebnis – und natürlich fanden sich auch einige Neugierige ein, die das Geschehen aufmerksam beobachteten.
Nach einigen Stunden war es so weit: Der Deckel wurde geöffnet, die Suppe kräftig umgerührt, nachgewürzt und natürlich verkostet. Und siehe da – die erste Erbsensuppe war gelungen!
Pünktlich um 12 Uhr begann die Ausgabe. Die Schlange war lang und die Leute kamen mit kleinen Eimern, Milchkannen und Töpfen, um sich ihre Portion mit nach Hause zu nehmen. Wer die Suppe direkt vor Ort genießen wollte, bekam Schüssel und Alulöffel. Wegwerfgeschirr gab es damals nicht: Alles wurde per Hand abgewaschen und anschließend wiederverwendet.
Die Männer und Frauen hatten alle Hände voll zu tun. Und wenn die letzte Portion ausgegeben war, warteten natürlich noch das große Saubermachen und Aufräumen.
So fing vor 50 Jahren alles an – und aus einer spontanen Idee wurde eine schöne Tradition, die bis heute anhält und noch immer Freude macht.
Aus den „Stein-Weigel-Erbsen“ wurden nach einiger Zeit die „Weigel-Müller-Erbsen“, später waren es viele Jahre lang die „Müller-Erbsen“. Immer mit dabei war unser „Elfriedchen“ (Elfriede Nuss), die viele Jahre tatkräftig mithalf und vor allem eine wichtige Aufgabe übernahm: Sie war die Verkosterin der Suppe. Ohne ihr Abschmecken ging es nicht los! Gemeinsam haben wir geschwitzt, gelacht und uns dabei auch so manchen Sonnenbrand geholt.
Dankeschön, Elfriedchen, für die schöne gemeinsame Zeit!
Und weiß eigentlich jemand, wer vom ersten Tag an bis heute immer mit dabei ist?
Seit einigen Jahren hat der Pfingstverein die Gulaschkanone übernommen und sorgt dafür, dass diese besondere Tradition fortgeführt wird. Heute stehen Müller und Vogel an der Gulaschkanone und kochen die Erbsensuppe weiter.
Ein großes Dankeschön gilt natürlich auch all den Suppenesserinnen und Suppenessern, die uns über all die Jahre die Treue gehalten haben und auch heute noch jedes Jahr kommen, um sich ihre Erbsensuppe zu holen.
Auf die nächsten Jahre und viele weitere Portionen Erbsensuppe!