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Amtsblatt der Gemeinde Sohland a. d. Spree mit den Ortschaften Sohland, Taubenheim und Wehrsdorf
Ausgabe 2/2026
Allgemeiner Teil
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Mitteilung der Gemeindebibliothek Sohland

Liebe Bibliotheksbesucher,

wenn Sie diese Zeilen lesen, werde ich meinen Dienst als Bibliothekarin nach weit über 4 Jahrzehnten bereits beendet haben, aber dazu noch später. Zunächst möchte ich Sie ein letztes Mal, wie gewohnt an dieser Stelle, über aktuelle Neuzugänge informieren und hoffe, dass Sie der eine oder andere Titel anspricht und Ihren nächsten Besuch noch zielsicherer angehen lässt.

BELLETRISTIK

Ewald Arenz: Zwei Leben

Sabine Ebert: Der Silberbaum (2) – Das Ende der Welt

Brigitte Riebe: Eifelfrauen (2 Bände)

Dörte Hansen: Zur See

Lucinda Riley: Das Mädchen aus Yorkshire

Libby Page: Das Jahr voller Bücher und Wunder

Ines Thorn: Die Heilerin des Nordens (Historischer Roman)

Anne Jacobs: Afrika-Saga (3 Bände)

Martin Klauka: Mit der Katze weiter um die Welt

Lotta Lubkoll: Immer den Nüstern nach

Hera Lind: Die stille Heldin

Carsten Henn: Sonnenaufgang Nr. 5

Evie Woods: Die Geschichtensammlerin

SACHLITERATUR

Steffen Barth: Die REHA Revolution – Schmerzen verstehen und sich selbst davon befreien

Ernährungs-Docs: So einfach geht gesund essen

Bernhard Hampp: Deutschland für Buchverliebte

Wolfgang Schreil: Lotta Mardermädchen – Die unglaubliche Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft

Silvia Jäger: Aus 1 mach viele – Raglan-Shirts stricken

Howard Carpendale: Unerwartet – Mein Leben

Freddy Quinn: Wie es wirklich war – Die Autobiografie

Ben Zucker: Kämpferherz – Meine Geschichte

Sucharit Bhakdi: Infektionen verstehen – statt fürchten

Masaru Emoto: Die Botschaft des Wassers – Das Vermächtnis

Der letztgenannte Titel ist eine ganz klare Leseempfehlung von mir, um das Lebenselixier Wasser aus einer für viele noch völlig neuen Perspektive zu betrachten und verstehen.

Masaru Emoto hat mittels einer speziellen Technik den Einfluss von Worten, Gedanken, Gefühlen und Musik auf die Form der Wasserkristalle in über 10000 Fotos dokumentiert.

Diese Bilder sind spektakulär und von unschätzbarem Wert, da aus meiner Sicht das Wasser als lebendiges Element noch nie so sichtbar und begreiflich gemacht wurde – Sie werden staunen!

Und vielleicht hilft ja dieses Buch zu einem noch achtsameren Umgang mit dem kostbaren Nass.

KINDERBÜCHER

Benjamin Zephaniah: Menschen brauchen Menschen

Andrea Böhm: Das kleine Wildschwein und der traumhafte Flug

Erhard Dietl: Die Olchis – Aliens im Anflug!

Astrid Lindgren: Winter in Bullerbü

Phine Wolff: Als der Dackel die Banane sah … (Comic)

Julé Wellerdiek: Kalle will nicht kuscheln

Nico Sternbaum: Kitzel den Kakadu – Ein Mitmachbuch

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch (20) – Bock auf Party?

Carola von Kessel: Roboter (Wieso? Weshalb? Warum? Junior)

Susanne Pypke: Das große Bastelbuch für die Allerkleinsten – Naturmaterial

DVDs für kleine und große Filmfreunde

Moon, der Panda

Die Legende von Ochi

Die Schule der magischen Tiere (3)

Paw Patrol – Rescue Wheels

Molly Moon

Die Eiche – Mein Zuhause

Der Gesang der Flusskrebse

Der Buchspazierer

Mittagsstunde (Nach dem Bestseller von Dörte Hansen)

Sushi in Suhl (Mit Uwe Steimle und Julia Richter)

In eigener Sache – Ein Resümee zum Abschied

Erlauben Sie mir aus dem eingangs genannten Anlass einen Rückblick in das Jahr 1981, in dem alles begann. Nach bestandenem Abitur, aber einem zerschlagenen Studienwunsch, war ich zunächst ziemlich ratlos, wie es für mich beruflich weitergehen soll. Eines wusste ich aber mit absoluter Sicherheit, dass ich meiner künftigen Arbeit mit Herzblut und Leidenschaft nachgehen wollte. Und so führte mich in jenen Sommerferien mein Weg in unsere hiesige Bibliothek, wie fast jeden Monat seit vielen Jahren. Der damalige Leiter, Gottfried Baumhekel, fragte mich nach meiner beruflichen Zukunft und als ich ihm die aktuelle Situation schilderte, bot er mir spontan die freie Stelle in seinem Refugium an. Da Bücher seit Kindheit an meine ständigen Begleiter waren und sind, sagte ich kurzentschlossen für ein „Testjahr“ zu, um bei Gefallen das Direktstudium für öffentliches Bibliothekswesen anzuschließen. Und bereits nach meinem 1. Arbeitstag stand für mich fest – Das ist es, das ist meine Berufung!

Gottfried Baumhekel war für mich der beste Lehrmeister, den man sich nur wünschen konnte.

Seine fachliche Kompetenz, seine Empathie und sein Humor haben mir eine unvergessliche Zeit beschert; leider sollte diese nicht lange andauern.

Als er schwer erkrankte und wenig später verstarb, bat man mich, die Leitung der Bibliothek zu übernehmen und hier vor Ort zu bleiben, was für mich bedeutete, nicht wie geplant, das Direktstudium anzugehen, sondern neben der Arbeit meinen Berufstraum im Fernstudium zu verwirklichen. Die Praxiserfahrung, die ich bis dahin gesammelt hatte, war von unbezahlbarem Wert und hat es mir um vieles leichter gemacht.

Noch während dieses Studiums musste ich auch von meiner geschätzten Kollegin Gudrun Richter Abschied nehmen. Sie hatte solche Hoffnungen in ihre Herz-OP gesetzt, aus der sie aber nicht mehr erwachte.

Ich bin voller Dankbarkeit, diesen beiden Menschen begegnet und Teil eines wunderbaren Bibliotheksteams gewesen zu sein, das mich so herzlich aufgenommen, angeleitet und unterstützt hat.

So verliefen meine Anfänge in der Sohlander Bibliothek, die sich bis 1990 im Rathaus befand – 3 Umzüge sollten noch folgen. Der erste führte 1991 in die Schloßstraße 2, im Jahr 2000 ging es in die Gerhart-Hauptmann-Straße 9 und 2015 an unseren jetzigen Standort in der Bahnhofstraße 14 a.

Viele von Ihnen, liebe Leser, sind mit mir umgezogen und ich durfte Sie z. T. über 4 Generationen begleiten. Es war immer wieder schön zu sehen, wie Sie das „Büchergen“ innerhalb Ihrer Familie weitervererbt haben.

Ich konnte in meinen fast 45 Berufsjahren nicht in allem den Ansprüchen als Bibliothekarin gerecht werden, sei es aus finanziellen, personellen, zeitlichen oder räumlichen Gründen.

Mittlerweile hat sich auch das Medienangebot stark verändert, aber dennoch hat das Buch bis heute alle Trends und Zeiten überlebt. Das wichtigste Anliegen war für mich aber immer, dass Sie sich bei uns willkommen geheißen und wohlfühlen – ich hoffe, das ist mir gelungen.

Die benutzerfreundlichen Öffnungszeiten und die Zusammenarbeit mit den Partnerbibliotheken, um Medienwünsche zu erfüllen, die im hauseigenen Bestand nicht verfügbar sind, haben sicher auch zu einem angenehmen Aufenthalt beigetragen.

In den letzten Wochen hat es noch ein paar Veränderungen gegeben, die ich schon lange umsetzen wollte. Zum einen wurde die Platzkapazität der Tonträger um die Hälfte reduziert und auf der so frei gewordenen Fläche präsentieren sich nun die Neuzugänge direkt im vorderen Ausleihbereich.

Durch verschiedene Bestandsumstellungen sowohl in der Belletristik als auch Sachliteratur ist es jetzt übersichtlicher geworden. Und im linken Eingangsbereich warten Bücher auf eine neues Zuhause, die entweder aus unserem Bestand ausgesondert oder privat gespendet und uns zur freien Verfügung überlassen wurden.

Bibliotheken gehören in den meisten Bundesländern immer noch zu den freiwilligen Aufgaben – so auch in Sachsen; Dank an unsere Gemeinde für den Erhalt und stete Weiterführung unserer Kulturstätte. Ich möchte mich an dieser Stelle ebenso bei allen bedanken, die mich auf meinem langen Berufsweg über verschiedene Maßnahmen begleitet und unterstützt haben. Stellvertretend möchte ich Edda Hobelsberger, Karin Trautmann, Manuela Pohl, Gisela Hohlfeld und Antje Richter nennen. Des Weiteren gilt mein Dank Monika Graf und Karin Harig, die sich jeden Monat erneut auf ihren Vorleseeinsatz freuen und den Kindern „Bilderbuchstunden“ bescheren. Ein Dankeschön an die Lehrer der örtlichen Schulen, die mit ihren Klassen die Bibliothekseinführung wahrnehmen und uns damit beim „Lesernachwuchs“ helfen, ebenso den Erzieherinnen der Kindertagesstätte „Haus am Wald“, die mit ihren anvertrauten Sprößlingen zum Vorlesen und Stöbern in den Buchregalen kommen. Dank an die schon erwähnten Partnerbibliotheken in Bautzen und Ebersbach-Neugersdorf, insbesondere an Frau Riecke und Frau Reiter aus der Bautzener Stadtbibliothek, die so viele Male Titelwünsche abholbereit am Verbuchungstresen für meine hilfsbereiten Boten hinterlegt haben, wenn ich nicht selbst vor Ort sein konnte. Mein Dank geht an die ehemalige und jetzige Inhaberin der Bücherstube Schirgiswalde, Ute Strohbach und Anja Sorkalle, für die langjährige wunderbare Zusammenarbeit einschließlich Lieferservice.

Ich möchte mich ebenso bei all den Menschen bedanken, die mittels Buchspenden unser Bestandsangebot bereichert haben, wie Heide Jochmann, Marion Russy sowie Manuela und Ralf Düring. Und natürlich möchte ich meiner Familie danke sagen, die mir so manche Kurierfahrt in die Partnerbibliotheken abgenommen hat und oft viel Geduld und Verständnis aufbringen musste, wenn ich meiner Bücher- und Bibliotheksleidenschaft über das arbeitszeitliche Maß hinaus gefrönt habe.

Mit einem meiner Gedichte möchte ich mich von Ihnen verabschieden und mich von Herzen für meine lange Bibliotheksreise mit einer großen Lesergemeinschaft bedanken.

Es soll Hoffnung und Mut machen, wenn es im Leben anders kommt als geplant oder gewünscht, denn oftmals erkennen wir erst rückblickend, dass so mancher Umweg ein Segen war.

VERTRAUEN

Aus der Blüte reift die Frucht -

nicht jede wird gelingen

und so ist auch das Leben,

man sollte nichts erzwingen.

Will sich etwas nicht vollenden

so sehr du dich auch mühst,

laß es dabei bewenden,

weil nichts ohne Grund geschieht.

Vertraue deiner Seele,

sie alleine kennt den Weg

und weiß, dass jeder Stolperstein

dich am Ende weiterträgt.

Du wirst andre Straßen sehen,

die du vorher nicht im Blick

und diese führen dich gezielt

zu deinem wahren Selbst zurück.

Im Labyrinth des Lebens

geht es niemals geradeaus

und all die verschlungenen Pfade

bringen dich letztlich nach Haus.

Von nun an wird Cindy Mothes mit ihrer Handschrift die Sohlander Bibliotheksgeschichte weiterschreiben. Ich wünsche ihr dazu alles Gute, möge sie ebenso ihre Berufung und Erfüllung finden und ab und an das nötige Feingespür, wenn es mal mehr als einer Buchempfehlung bedarf.

Liebe Leser, nochmals von Herzen danke für das wunderbare Miteinander in all den Jahren – es war mir eine Freude, Sie über so einen langen Zeitraum begleiten zu dürfen. Mit den besten Wünschen für Sie und bleiben Sie bitte dem Buch, der Bibliothek, vor allem aber sich selber, treu.

Auf Wiedersehen!

Ihre Ira Adler