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Amtsblatt der Gemeinde Sohland a. d. Spree mit den Ortschaften Sohland, Taubenheim und Wehrsdorf
Ausgabe 8/2026
Allgemeiner Teil
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​​​​​​​Sohland wird wärmer – was wir jetzt tun können

Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen – auch in Sohland und seinen Ortsteilen. Wie deutlich, zeigt der Klimasteckbrief, den das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) auch für unsere Gemeinde erstellt hat.

 

Temperaturentwicklung in Sohland a. d. Spree: beobachtete Jahreswerte (blau), geglättetes Mittel (rote Linie) und projizierte Spanne bis 2100 (rot gestrichelt). Quelle: LfULG / ReKIS-Klimasteckbrief, Stand März 2025.

Die Zahlen für unseren Ort

Bis 2050 ist mit rund +2,6 °C Erwärmung zu rechnen. Konkret bedeutet das für Sohland:

Sommertage (über 25 °C): heute im Mittel 24 pro Jahr – bis Ende des Jahrhunderts bis zu 60 mehr.

Heiße Tage (über 30 °C): von 2 auf über 30 pro Jahr.

Frosttage: von 114 auf rund 50 – die Winter werden deutlich milder.

Niederschlag: die Jahresmenge (~887 mm) bleibt fast gleich, verschiebt sich aber – trockenere Sommer (-18 %), nassere Winter (+10 %).

Die Folge: mehr Hitze und längere Trockenphasen, unterbrochen von heftigem Starkregen. Die gute Nachricht: Wir können uns anpassen.

Hitze: die unterschätzte Gefahr

So nüchtern diese Zahlen klingen – dahinter steht eine sehr reale Gefahr: Hitzewellen sind die tödlichsten Naturkatastrophen in Deutschland. An ihren Folgen sterben regelmäßig mehrere Tausend Menschen, vor allem ältere – weit mehr als durch Hochwasser oder Stürme, nur eben leiser und ohne dramatische Bilder. Und leider schwindet das Bewusstsein für eine Bedrohung schnell, sobald sie vorüber ist: Wie unvorbereitet wir sind, merken wir oft erst, wenn die nächste Hitzewelle da ist. Genau deshalb müssen wir jetzt vorsorgen.

Wasser halten statt ableiten

Das Wichtigste zuerst: Boden und Flächen sollten Regen wie ein Schwamm aufnehmen. Flächen entsiegeln, Regenwasser im Garten versickern lassen, Regentonnen und Mulden statt Gully. Das füllt das Grundwasser, beugt Überflutung bei Starkregen vor und kühlt im Sommer durch Verdunstung.

Grün ist die beste Klimaanlage

Bäume, Hecken sowie begrünte Dächer und Fassaden kühlen durch Schatten und Verdunstung spürbar – kostenlos und ganz ohne Strom. Setzen wir dabei auf standortgerechte, trockenheitstolerante und heimische Arten: Sie vertragen Hitze und Dürre und bieten zugleich Insekten und Vögeln Nahrung.

Zu wenig Schatten im öffentlichen Raum

Wer an einem heißen Sommertag zu Fuß oder mit dem Fahrrad in unserem Ort unterwegs ist, spürt es sofort: Der öffentliche Raum bietet zu wenig Schatten. An vielen Straßen und Plätzen in allen Ortsteilen – zum Beispiel an der Lessingstraße in Wehrsdorf – fehlen große, schattenspendende Bäume völlig. Wer dort unterwegs ist, wird der prallen Sonne oft schutzlos ausgesetzt. Zum kurzen Ausruhen benötigt es zudem Sitzbänke, am besten im Schatten: Gerade ältere Menschen brauchen bei hitzebedingten Kreislaufproblemen die Möglichkeit, kurz zu rasten und sich zu erholen. Jeder zusätzliche Baum und jede beschattete Sitzbank macht Wege angenehmer – und kann im Ernstfall sogar die Gesundheit schützen. Auch jede Grundstückseigentümerin und jeder Grundstückseigentümer kann etwas beitragen – zum Beispiel mit Bäumen, die Gehwege und Fahrbahnen beschatten.

Rasen? Lieber Wiese

Kurz geschorener Rasen verbrennt im Sommer und braucht viel Wasser. Mähen Sie seltener und höher (8–10 cm) – der Boden bleibt feuchter und kühler. Noch besser ist ein bunter Kräuter- oder Wiesenrasen, der nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Den Rasenschnitt nicht entsorgen, sondern als Mulch auf die Beete geben: Das hält die Feuchtigkeit im Boden und spart Gießwasser.

Bauen mit Weitblick

Bei Neubau und Sanierung lohnt der Blick aufs Klima von morgen: Verschattung von Süd- und Westfenstern, helle Oberflächen, kluge Gebäudeausrichtung – und besonderer Hitzeschutz für ältere Menschen und Kinder. Wo das nicht reicht, helfen auch Klimageräte – idealerweise gespeist aus der eigenen Photovoltaik-Anlage.

Hitzeschutz ist eine gemeinsame Aufgabe: Die Gemeinde sollte ihn strategisch planen und im öffentlichen Raum umsetzen, mit Baumpflanzungen ebenso wie mit schattigen Sitzgelegenheiten oder nachhaltigem Bauen. Jede entsiegelte Auffahrt, jeder neue Baum und jede ungemähte Wiesenecke macht Sohland ein Stück widerstandsfähiger. Helfen Sie mit!

**Den vollständigen Klimasteckbrief für Sohland a. d. Spree finden Sie unter klima.sachsen.de (ReKIS kommunal). — Ihre Umweltinitiative Sohland an der Spree

 

Kontakt & Mitmachen: Umweltinitiative Sohland an der Spree • E-Mail: info@umweltinitiative-sohland.de • Web: umweltinitiative-sohland.de • facebook.com/Umweltinitiative-Sohland • Umweltstammtisch im Brauhaus am See (Zittauer Str. 26) – Termine auf unserer Website. Wir freuen uns über Ihre Beiträge und Mitwirkung!