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Saale-Elster-Luppe-Auen-Kurier
Ausgabe 1/2026
Gemeinde Schkopau
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Fraktion Pro Bürger/ Grüne

„Zu fällen einen schönen Baum,

brauchts eine halbe Stunde kaum.

Zu wachsen, bis man ihn bewundert,

braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!“

Dieses kleine Gedicht von Eugen Roth am Anfang des Jahres hier in den Kurier zu setzen, ist kein Zufall. Im Winter werden die meisten Bäume gefällt. Man kann es sehen.

Um die Leistungen eines einzigen großen, alten Baumes mit ca. 20 Meter Kronendurchmesser zu ersetzen, also Schatten, Kühlung, Luftfilterung und CO2-Speicherung, benötigt man etwa 400 junge Bäume, wie Berechnungen an der TU Dresden von Prof. Andreas Roloff zeigten.

Entgegen der Wissenschaft ist man schon zufrieden, wenn man eine Fällung durch eine Neupflanzung ersetzt. Aber nicht mal das passiert.

In Schkopau wurden in den letzten zwei Jahren viele Bäume gefällt. Oft berechtigt, da durch die Trockenheit oder Pilzbefall geschädigt oder abgestorben. Für adäquate Nachpflanzungen fehlte das Geld, weil die Service-Station die aufwändige Anwachspflege nicht leisten kann und Fremdfirmen teurer sind. Also wurde sehr wenig gepflanzt und auf Folgejahre vertröstet. Private Vorhaben bekommen ihre Ersatzmaßnahmen in die Genehmigung geschrieben, wie es das Gesetz erfordert. Die Gemeinde ist mit ihrem Handeln kein Vorbild.

Was muss getan werden?

Die Verwaltung muss Flächen für Ersatzpflanzungen katalogisieren.

Damit sinnvolle Standorte gefunden werden, am besten gemeinsam mit den Ortschaftsräten die Vorschläge prüfen. Damit kann man sogar Geld sparen, denn manchmal fragen Privatleute, Investoren oder Firmen, wo sie Bäume pflanzen können. Man muss nur vorbereitet sein.

Die Baumpflege als wichtiges Ziel der Verwaltungsarbeit durchsetzen.

Jeder Gartenbesitzer weiß, Bäume brauchen Pflege, machen Arbeit. Es ist logisch, dass man für den kommunalen Baumbestand Arbeitskräfte, Geräte und demzufolge Geld braucht. Also muss es im Haushaltsplan verankert und nicht zu Gunsten anderer Maßnahmen einfach weggekürzt werden.

Am Baumpatenkonzept arbeitet man schon jahrelang halbherzig.

Ob zur Geburt eines Kindes oder zur Hochzeit, ob als gute Tat einer Firma oder privat, wenn jemand Verantwortung übernehmen oder finanziell etwas leisten will, muss dieses öffentlich gewürdigt werden. Diese Wertschätzung ist für andere Gemeinden selbstverständlich und braucht nur ein paar pfiffige Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Wir sollten im neuen Jahr besser werden, Herr Ringling!

Für die Fraktion
Andreas Rattunde