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Saale-Elster-Luppe-Auen-Kurier
Ausgabe 1/2026
Ortsteil Burgliebenau
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Begegnungen in Burgliebenau

Schwere, übermannshohe Eisenzäune, mit Stacheldraht bewehrt. Davor uniformierte Kräfte. Über einen großen Bildschirm erscheinen Warnmeldungen, man solle sich vom Wald in Burgliebenau fernhalten. Trotzdem stehen Menschen in einer langen Schlange an, darunter viele Kinder, um genau dorthin vorzudringen. Gruppenweise betreten Sie eine Schleuse, die den Zugang zum Wald reguliert. Die Uniformierten schütteln ratlos die Köpfe. Dass jemand freiwillig auf die Gefahr zuläuft ist ihnen neu.

Ein anderer Tag, dasselbe kleine Auendorf. In einer festlich geschmückten Straße, rechts und links von Ständen gesäumt. Ein Mann mit roten Sachen und einem langen Bart stemmt empört die Hände in die Hüften. Am anderen Ende der Straße taucht eine Kreatur mit grünem Pelz auf, einen schweren Sack über die Schulter geworfen. Und wieder: zahlreiche Kinder die furchtlos diesem seltsamen Wesen entgegenlaufen, ja rennen und wilde Rufe von sich geben.

Was ist hier los?

Die Auenstrolche sind los!

Auch in diesem Jahr waren wieder alle Tapferen eingeladen sich zu Halloween in Gruselstimmung versetzen zu lassen. Eich schauriger Wald, angefüllt mit fürchterlichen Kreaturen, die wirken wie aus Gräbern entsprungen. Zombies! Ein Krankenhaus, in dem die Patienten als einzige gesund wirken. Oder besser wirkten. Pilze die überall hervorsprießen, Nebel und Sporen in der Luft. Riesige Spinnen die alles mit ihrem Gewebe einwickeln. Dazwischen Männer, Frauen und Kinder, lachend, kreischend und mit leuchtenden Augen. Am Ende des Weges gab es wie immer eine ordentliche Stärkung und die Gelegenheit sich auszutauschen, über all die entsetzliche Pracht.

Am Sonnabend vor dem dritten Advent war dann alles etwas gemütlicher: Handwerkskunst und Flohmarktstände der Kinder, Bastellecke, Karussell und natürlich durften auch die Quarkbällchen nicht fehlen. Ein Jägersmann prüfte das Wissen über alte Märchen ab. Es zeigte sich: Da gibt es Nachholbedarf! Vor allem bei Ü18. Räuchersalz und Räucherkäse, Uhren aus Holz, Schmuck, Anhänger für den Weihnachtsbaum zum selber gestalten und natürlich auch eine gute Grünkohlpfanne. Weihnachtsmusik erschallte auf der Alten Dorfstraße und beschwingt konnte man seiner Wege ziehen oder sich mit seinen Lieben und dem Alten Rauschebart ablichten lassen. Alles eben sehr idyllisch. Moment! Da waren doch der empörte Weihnachtsmann und das grüne Ding! Der Grinch hatte mal wieder sein Unwesen getrieben und dem Weihnachtsmann die Geschenke der Kinder entwendet. Selbstredend wurde er von einer Meute eben jener augenblicklich dingfest gemacht und hatte dann zur Buße die Gaben mit an die Kinder zu verteilen. Dass in dem gerechten Übereifer der Kinder der Gürtel des Grinch entzwei gegangen sei, gehört selbstverständlich ins Reich der ruralen Legenden: Dorftratsch also!

Die Auenstrolche möchten Danke sagen für die vielen Helfer die und Freunde die uns zur Seite standen. Danke auch an all die vielen Leute die mit uns diese Tage verbracht und unsere Veranstaltungen besucht haben. Wir wünschen allen ein erfreulichen und erlebnisreiches Neues Jahr! Wir sehen und wieder.

Juri Schauder
einer der Auenstrolche