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Saale-Elster-Luppe-Auen-Kurier
Ausgabe 10/2019
Gemeinde Schkopau
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Informationen von Fraktionen des Gemeinderates

Mit Kompetenz und Weitblick ...

und mit korrekten Informationen an unsere Bürgerinnen und Bürger zu den Themen, die sie persönlich bewegen, wollen wir auch weiter unseren Auftrag als die gewählten Vertreter der Gemeinde Schkopau erfüllen.

Hoch schlagen die Emotionen besonders im nördlichen Bereich unseres Gemeindegebietes, wenn vom Flughafen und seinen Erweiterungen gesprochen und geschrieben wird.

Wir setzen auf Fakten.

Das Nachtschutzgebiet ist in Folge der turnusmäßigen Überprüfung durch die Landesdirektion Sachsen im Jahre 2009 um 44 ha auf 256 ha vergrößert worden. Betroffen von dieser Erweiterung waren auch Ortschaften der Gemeinde Schkopau. Zur Überprüfung der Belastung im Nachtschutzgebiet führt der Flughafen alle drei Jahre diese Nachberechnungen durch, die der Aufsichtsbehörde vorzulegen sind.

Die Erweiterung des Flughafens und die Ansiedlung von DHL und einer Anzahl anderer Logistikunternehmen erfolgten auf der Grundlage bzw. in Erwartung der Nachtflugerlaubnis für Frachtflüge. Klagen gegen die Nachtflugerlaubnis wurden vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen, vom Bundesverfassungsgericht wurde eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen und vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als unzulässig abgewiesen. Insofern halten wir es für unseriös den Menschen ein Nachtflugverbot zu versprechen. Eine einfache Verschiebung der Starts und Landungen der Frachtmaschinen um 12 Stunden ist im weltweit getakteten Frachtflugverkehr ebenfalls nicht umzusetzen.

Dessen ungeachtet setzt sich auch die CDU/KFFS Fraktion für weitere Maßnahmen des passiven und des aktiven Schallschutzes für die Einwohner in den flughafennahen Gemeinden ein, unrealistische Versprechen und falsche Tatsachenbehauptungen sind nach unserer Meinung dafür keine tragfähige Basis.

Was weiter zu bedenken ist.

Der Flughafen und die Logistikunternehmen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region, mehr als 100 Firmen mit aktuell rund 9.500 Beschäftigten (davon DHL über 6000) sind am und im Umfeld des Flughafens ansässig. Allein 2018 stieg die Zahl der Beschäftigten gegenüber 2017 um 10,3 Prozent auf 9.495. Im Vergleich zu 2009 hat sich die Zahl der Erwerbstätigen damit mehr als verdoppelt.

Trotz Fluglärm sind Baugrundstücke in den flughafennahen Gemeinden des Saalekreises nach wie vor begehrt, Käufer lassen in der Regel nicht lange auf sich warten.

Edda Schaaf

Fraktionsvorsitzende CDU/KFFS