Als im Spätherbst des Jahres 1975 der damalige Lochauer Bürgermeister Willi Steinhäuser einige Mitglieder des Dorfclubs zu einer Zusammenkunft bei einem (oder vielleicht auch zwei) Bier einlud, ahnte keiner der Beteiligten, dass man im Jahre 2026 das 50. Jubiläum des „Lochauer Faschingsclubs e.V.“ feiern wird. Eine einfache Ausstattung, von Privatpersonen genähte Kostüme (Fam. Hergeth, Frau Ratsch, Rudi Jentzsch), ein Programm mit 4 verschiedenen Punkten, ohne Prinzengarde, aber mit einem Prinzenpaar (Siegrid und Klaus Ronniger) und ca. 75 Gästen gestalteten den zum Zeitpunkt „Faschingsball“ genannten Abend zu einem folgereichen Abend. Einige Wochen später wertete man den Abend ganz offiziell auch bei einem Bierchen vom Bürgermeister aus und der Dorfclubvorsitzende Gerhard Krug wurde zum ersten Präsidenten des nun gegründeten „Lochauer Faschingsclubs“ gewählt bzw. bestimmt. Es fanden sich durch gezieltes ansprechen weitere Männer und junge Frauen aus Lochau und Umgebung, die nun mitwirkten und unterstützten (z.B. Helgrid Jauck, Walter Kötter, Peter Glocke, Marion Huber, Karin Thamhayn, Anke Habeck).
Ziel war es, diese Faschingsveranstaltung, wie das Lochauer Heimatfest, zur passenden Jahreszeit für die kulturelle Bereicherung in Lochau zu etablieren. Ein Elferrat wurde nun mit wirklich 11 Männern und einer Prinzengarde aus 6 jungen Frauen (unter der Leitung von „Schwester“ Christinchen) ins Leben gerufen. So nach und nach wuchs die Begeisterung in der Bevölkerung aus Lochau und Umgebung auf Grund der sich stetig vergrößerten Programmvielfalt und der Qualität des Programmes. Hermann Jauck textete die Lochauer Karnevalshymne, Musik von Reinhard Beier. So setzte sich das närrische Leben in Lochau im Kulturkalender fest. Der Kinderfasching und etwas später auch der Rentner- und Seniorenfasching füllten den Veranstaltungskalender und das Aufgabenheft. Mit einfachsten Mitteln, viel Ideen, Improvisationstalent und viel Engagement der Akteure wurden Programme auf die Beine gestellt, über die noch heute in geselliger Runde gesprochen wird. Nur beispielsweise stellte die Familie Ungefroren ihre Ponny's mit der Kutsche für die Kinderprinzenpaare und zum Spritzkuchenverkauf zur Verfügung, Hans Röder war für „schwere“ Sachen, wie ein Dreirad und die Garderobe prädestiniert. Werner Hennig, Peter Glocke und Martin Hecklau gestalteten und sägten ungezählte Erinnerungsorden, Alfred Lehmer war naturgemäs für Holzarbeiten unterschiedlichster Art zuständig. Günter Olkis und Werner Winzer waren zuverlässige Saalpolizisten usw. usf. Mit dem Handy konnte damals noch keiner umgehen, aber sehr gut mit Nadel und Faden; was wären wir ohne Rudolf und Margit Raspe gewesen! Mit Werner Drygalla und Helga Graf kam der Lifegesang noch mehr in den Vordergrund. Sie übernahmen den Part von Reinhard Beier. Treue Gäste wissen mit den Stichpunkten „Hitti-Hitti“ (Manfred Huber und Joachim Huske), „Teufel“ (Günter Klauke), Schwanensee (Eckehard Taube) noch heute erwas anzufangen. Viele Betriebe „sponserten“ schon damals mitunter ungewollt die Ausstattungen der verschiedensten Programmpunkte. Erinnert sei an dieser Stelle auch und besonders an die den Charakter des LFC prägenden weiteren Präsidenten Wolf-Dieter Hergeth, Heiko Apitzsch und Bernd Schönfeld. Ein Lochauer Original verdient besondere Erwähnung: Ruth Schicke. Sie war immer und stets für Überraschungen vor, während und nach den Veranstaltungen gut. Seine ersten Sporen verdiente sich Andreas Neugeboren als Ansager im LFC.
Das Programm des diesjährigen 50. des LFC e.V. unter der Präsidentschaft von Diana Litsche stellte einen würdigen Höhepunkt im bisherigen Vereinsleben dar. Aus den damaligen 8 Gründungsmitgliedern sind heute rd. 100 Mitwirkende, von der Miniprinzengarde bis zum Männerballett, geworden. Viele bereits namentlich und nur stellvertretend genannten damaligen Mitwirkenden haben ihre Nachfolger durch ihre Kinder, Enkel und Urenkel im heutigen Verein. Der Entwicklungsverlauf ist deutlich sichtbar. Statt Tonbandmusik kommt die Musik vom Laptop, kommerzielle Kostüme schmücken die verschiedenen Garden zu den tollen Tänzen. Eine Reminizens an 9 verschieden Auftritte des Männerballetts der vergangenen Jahre in einem Märchen, verarbeitet mit der passenden Besetzung, rundete das Jubiläumsprogramm ab. Einmalig das Zusammenspiel aller Mitwirkenden beim abschließenden Line-Tanz. Spitze!!!
Etwas Salz in die karnevalistische Suppe würde eine Büttenrede a la Kerstin Töpfer bringen, das aber nur als Anregung. Auch ist sehr laute Musik kein Qualitätsmerkmal.
Als ehemaliger Zeremonienmeister wünsche ich als Gründungsmitglied dem Verein, meinem Lochauer Faschingsclub, weiterhin viele gute Ideen, engagierte Mitstreiter und ein treues närrisches Publikum.