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Saale-Elster-Luppe-Auen-Kurier
Ausgabe 4/2026
Ortsteil Raßnitz
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Frühlingserwachen in Raßnitz

 

Unter dem Motto „Musikalisches und Literarisches Frühlingserwachen“ fand am 27. März 2026 in der wunderschön geschmückten St. Michaeliskirche in Raßnitz-Weßmar ein stimmungsvoller Abend statt, der zahlreiche Besucher aus nah und fern anzog, unter ihnen auch Schkopaus Bürgermeister Torsten Ringling. Eingeladen hatte der Förderverein der Kirche, der damit Kultur und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbinden wollte und so in das kulturelle Veranstaltungsjahr startete.

Silvia Holzweißig eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Gäste sehr herzlich. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass die Besucher ein abwechslungsreiches und interessantes Programm in einem besonderen Ambiente erwartete. Den musikalischen Auftakt gestalteten Fiona und Klara, die mit den gefühlvollen Liedern „The Night We Met“ und „Wildflower“ das Publikum begeisterten. Ihre Darbietung sorgte für eine ruhige, fast schon magische Atmosphäre in der Kirche.

Im Anschluss übernahm Petra Burg mit ihrem Akkordeon das musikalische Geschehen und nahm die Anwesenden mit auf eine klangvolle Reise nach Halle an der Saale. Gemeinsam wurde das bekannte Lied „An der Saale hellem Strande“ angestimmt, was für einen besonders verbindenden Moment unter den Zuhörern sorgte.

Der literarische Teil des Abends stand ganz im Zeichen der Autorin Christina Auerswald. In ihrer Lesung aus dem Buch „Magdalene und die Saaleweiber“ entführte sie das Publikum in das Halle um 1700. Mit lebendiger Sprache und historischen Einblicken gelang es ihr nicht nur wegen ihres authentischen Outfits die Zuhörer in vergangene Zeiten eintauchen zu lassen. Erzählt wurde die Geschichte einer jungen Frau, die sich im Halle des frühen 18. Jahrhunderts in einer von Traditionen und gesellschaftlichen Zwängen geprägten Welt behaupten muss. Dabei verwebt die Autorin historische Ereignisse und regionale Sagen - wie zum Beispiel die der Saaleweiber - zu einem lebendigen Bild des damaligen Lebens an der Saale – mit alle ihren Schwierigkeiten, Intrigen, aber auch kleinen Wundern.

Die Zuhörer waren sehr begeistert von den lebendigen Ausführungen, es gab einen großen Applaus. Petra Burg überreichte zum Dank einen Präsentkorb mit typischen und leckeren Dingen aus Raßnitz.

Zum Ausklang des schönen Abends kamen die Gäste bei Speckkuchen und Brezeln sowie regionalem Wein zusammen. Hier gab es auch Gelegenheit, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen und persönlich signierte Bucher zu erwerben. In entspannter Atmosphäre entstanden angeregte Gespräche, die den Abend in geselliger Runde abrundeten. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Musik, Literatur und Gemeinschaft zu einem besonderen Erlebnis verschmelzen können – ein gelungener Start ins Raßnitzer Kulturjahr 2026.

Der Vorstand des Fördervereins dankt allen Gestaltern des Abends und betrachtet die Veranstaltung als wichtige Marke in seiner Entwicklung: Da die Restaurierung der St. Michaeliskirche fast abgeschlossen und ihre Erhaltung in den Vordergrund gerückt ist, wird ihre (Mit)Nutzung als Ort kulturellen Lebens umso wichtiger. Angesichts der Hunderttausende Euro und vieler Arbeitsstunden, die in das Denkmal geflossen sind, darf sie nicht wieder in einen „Dornröschenschlaf“ sinken und verfallen! Der Verein hat mit seiner Satzungsänderung von 2023 den Weg dazu geebnet; der Erfolg der Veranstaltung ist ein Schritt auf diesem Weg. Mit der Satzungsänderung wurde auch dem Gemeindehaus, bekannt als „Alte Schule“ (1832 eingeweiht) größere Beachtung eingeräumt. So wird der Erlös des Abends in ihre weitere und dringend notwendige Sanierung einfließen. Wenn dazu noch die beantragten EU-Fördermittel genehmigt werden, sollen zwei heruntergekommene Räume so hergerichtet werden, dass sie u. a. bei Veranstaltungen von unseren Gästen genutzt werden können.

Nochmals herzlichen Dank an alle, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben! Wir suchen ständig Interessierte allen Alters, die sich bei der Gestaltung von Veranstaltungen einbringen möchten, seien es große (wie das Maibaumfest, den Tag des offenen Denkmals oder das Martinsfest) oder kleinere (wie Lesungen oder Konzerte ganz unterschiedlichen Charakters). Würden Sie als Interessierte auch Mitglieder des Fördervereins (der die Kirche konfessionslos als Denkmal und kulturellen Raum betrachtet) – umso besser. Wer also Lust zum Mitdenken und Mitmachen hat, kann sich gern melden oder uns ansprechen.

Für den Förderverein St. Michaeliskirche und die Kirchengemeinde St. Michaelis
Daniel Voigt