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Saale-Elster-Luppe-Auen-Kurier
Ausgabe 5/2021
Gemeinde Schkopau
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Pro Bürger/Grüne/Linke : Kita-Zukunft für Ermlitz

Schkopau braucht bis 2023 mehr als 50 neue zusätzliche Kitaplätze. Diesen Bedarf zu decken, darüber ist man sich im Gemeinderat einig. Wo diese Kindertagesstätte gebaut wird, darüber wurde fachlich in der zeitweisen Arbeitsgruppe gestritten. Den größten Bedarf gibt es in Ermlitz am Rand der Einheitsgemeinde. Über 50 Kinder werden heute schon auf verschiedene Kitas in anderen Ortsteilen verteilt, weil die Ermlitzer Einrichtung nicht ausreicht. Dieses alte Gebäude von 1840 liegt am Hang im alten Dorf, deshalb ist der Platz im Freien schon sehr begrenzt. Anbauten oder Erweiterungen in Fertigbauweise würden diesen Freiraum der Kinder noch begrenzen. Die Betriebserlaubnis für diese Einrichtung wurde nur unter Vorbehalt vergeben, weil zeitgemäße Standards nicht mehr erreicht und bauliche Mängel beseitigt werden müssen. Eigentlich waren am Wachtberg, einem der größten Neubaugebiete der Gemeinde Schkopau, Flächen für Kita und Einkaufsmöglichkeiten reserviert. Aber der Privatinvestor vermarktete alle Grundstücke für privaten Wohnungsbau, änderte die Bauplanung mit Zustimmung der Gemeinde vor vielen Jahren. Ein Riesenfehler, wie man heute sieht. Seit Jahren wird der Bereich enger bebaut, ziehen mehr junge Familien in Einfamilien-oder Mehrfamilienhäuser. Ältere Besitzer verkaufen ihre und junge Paare nutzen das Angebot, weil Arbeitsplätze in Schkeuditz und Leipzig angeboten werden. Flächen für soziale Infrastruktur sind in Ermlitz deshalb schwer zu finden. Eine private alte Gewerbefläche wäre für die Gemeinde nur mit Kosten im sechsstelligen Bereich erwerbbar gewesen. Finanziell derzeit keine realisierbare Option. Röglitz bot als Nachbarort seinen Baugrund an der alten Schmiede an. Jens Schräpler von Pro Bürger fand in Ermlitz noch Flächen in staatlichem Eigentum, aber diese für den Kita –Neubau der Gemeinde zu übertragen, kostet wertvolle Bauzeit. Mehrheitlich will man jetzt in Lochau eine neue Kindertagesstätte bauen, weil dort Baugrund verfügbar ist. Die Lochauer Kindertagesstätte ist aus dem Jahr 1974, auch sie hat Sanierungsbedarf. Dort aber eine Großkita für alle zu bauen, hat seit den Erfahrungen mit pandemischen Zeiten keinen Sinn und individuelle, kindbezogene pädagogische Arbeit wird einem superoptimalen Betreuungsschlüssel Erzieher-Kind geopfert. Übergroße Schulen kennen diese Erscheinung ebenso. Für viele Ermlitzer Eltern bedeutet das für die nächsten Jahre weiter einige Kilometer Fahrtstrecke täglich auf sich zu nehmen, um überhaupt einen Kita-Platz zu haben. Weil aber die Kinderzahlen in Ermlitz seit Jahren konstant hoch sind und bleiben, fordert die Fraktion Pro Bürger/Grüne/Linke einen angemessenen Neubaustandort für die Zukunft zu entwickeln, den Baugrund zu sichern. Zeitgemäß kann man das alte Kindergartengebäude nicht mehr modernisieren. Nur die Betriebsgenehmigung ist mit den nötigen Investitionen zu erhalten. Ermlitz ohne zukunftsfähige Kindertagesstätte ist nicht zu akzeptieren.

Für die Fraktion Pro Bürger/Grüne/Linke

Andreas Rattunde

Fraktionsvorsitzender

E-Mail: Gruene.mq@web.de