Titel Logo
Schlettau und Dörfel im Zschopautal – Amts- und Mitteilungsblatt
Ausgabe 9/2026
Titelseite
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Das Fest „675 Jahre erste urkundliche Erwähnung“

Manche Orte besitzen eine Gründungsurkunde oder ein geschichtliches Ereignis, an das man den Beginn der Ortsgeschichte festmachen kann. Bei vielen, meist den älteren Orten ist dies leider nicht der Fall. In diesen Fällen schaut man auf die erstmalige Erwähnung in den wenigen vorhandenen Urkunden. Um als Dorf oder Stadt in die Geschichte zu treten, war immer eine vorausgehende Entwicklung nötig. In Schlettau dagegen feierte man 1927 auf Grund einer nicht zu belegenden Annahme eine „Eintausend-Jahrfeier“.

Die Kritik an diesen 1000 Jahren führte dazu, dass man 50 Jahre später nur ein „Volks- und Heimatfest“ feierte, bei dem man es tunlichst vermieden hat, die 1050 Jahre zu erwähnen.

Die erste urkundliche Erwähnung von Schlettau erfolgte im Jahre 1351. In einer Urkunde bestätigt Kaiser Karl IV. den Schönburgern Friedrich VIII. und Bernhard I. den Besitz von Preßnitz, Hassenstein und Schlettau. Damit unterstellten sich die Schönburger unter die böhmische Krone.

Dem Rechnung tragend feierten wir im Jahr 2001 „650 Jahre erste urkundliche Erwähnung Schlettaus“ und folgten 25 Jahre später dem geschichtlich belegten Ereignis in diesem Jahr.

Nun ist 675 Jahre kein richtig „rundes“ Jubiläumsjahr, die Zahl zeigt aber deutlich, dass Schlettau zu den ältesten Orten im oberen Erzgebirge gehört und deshalb war das Fest im Juni durchaus angebracht.

Das Festwochenende begann am 26. Juni mit einem Jubiläumskonzert in der St. Ulrich-Kirche: „Vereinigter Männergesang durch die Jahrhunderte“. Im Anschluss gab es Disco-Musik im Festzelt.

Am Samstag eröffnete eine Festveranstaltung im Festzelt das umfangreiche Festprogramm. Zu dieser Festveranstaltung wurden von weit über 100 Darstellern einige stadtgeschichtliche Szenen nachgespielt. (Einen Bericht dazu lesen Sie im nächsten Amtsblatt!)

Im Anschluss boten „De Nosn“ Live-Unterhaltung im Festzelt. Ein besonderes Spektakel, vor allem für die jüngeren Besucher, gab es außerhalb des Schlossparkes auf der Roten Pfütze mit einem Badeenten-Wettrennen. Zeitgleich konnte man im Rittersaal die Lesebühne „ERZählt, musikalisch umrandet von Isabel Ulbricht“ erleben. Im Anschluss zeigte Ortschronist Ralf Graupner Fotos und filmische Impressionen von früheren Festumzügen und Stadtjubiläen. Die Party-Rockband „Deeps“ sorgte im Festzelt weiter für Stimmung. Der Abend klang mit einem Lampion- und Fackelumzug mit historischen Personen aus der Stadtgeschichte und einem Feuerwerk des Schützenvereins aus. Zu später Stunde lockte „Spuk im Schloss“ – ein Gruselspaß für Jung und Alt in unserem altehrwürdigen Gemäuer.

Der Festgottesdienst am Sonntag wurde auf Grund der großen Hitze in die Kirche verlegt. Im Festzelt spielten dann der Männergesangverein „Zschopautal“ und die Original Crottendorfer Blasmusik zu einem musikalischen Frühschoppen auf. Nach dem Mittag gab es mit der „Concours d´Elegance“ eine Oldtimer-Classic-Gala zu erleben. Bei Anschauen der zahlreichen, liebevoll gepflegten Fahrzeuge wurden bei vielen Besuchern Erinnerungen an alte Zeiten wach. Der Magier, Entertainer und Comedian „Jo Everest“ begeisterte im Festzelt die Besucher, ehe die Oldtimer nochmals zu einer Kür vorfuhren. Die Programmgruppe des TSV 1864 brillierte ebenso, wie die Junge Gemeinde mit der Aufführung des „Kirchengesichtes“ im Festzelt. Den Abschluss bildete der musikalische Ausklang vom Ranzn-Max und Jörg Heinicke.

Am gesamten Festwochenende gab es eine Reihe von Mitmachangeboten: durch die Bergknappschaft, dem Naturpark Erzgebirge, dem Jugendzentrum Meisterhaus, dem TSV 1864 Schlettau e. V. mit Outdoor-Tischtennis, einem Laser-Schießstand des Schützenvereins, den Stadtwerken, der Feuerwehr Schlettau, dem Tierheim Annaberg, der Ergotherapie Fröhlich & Zuber, dem „Scheunenfund“ von Kfz-Meyer und dem EZV Schlettau e. V. Das Mittelalter-Lager, ein Bierkastenstapel-Wettbewerb, eine Hüpfburg und Quad-Fahrten oder die Ausstellung alter Fotos von Martina Schröder in der Schlossstallung und das Schnitzerheim zogen zahlreiche Besucher an.

Der großen Hitze am gesamten Festwochenende folgte am Sonntagabend ein straffer Regenguss, der zwar von allen herbeigesehnt wurde, aber vor allem für die Außengastronomie für ein „natürliches“ Ende sorgte. Damit ging für alle Beteiligten ein wahrlich „schweißtreibendes“ Wochenende zu Ende.

Dank gilt allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Die zahlreichen Besucher waren von den umfangreichen Angeboten begeistert. Das Festwochenende vom 26. bis zum 28. Juni 2026 wird als ein rundum gelungenes Fest in die Geschichte unserer Stadt eingehen. Es wurde gemeinsam von der Stadtverwaltung mit Firmen, Vereinen und Bürgern für die Stadt Schlettau organisiert und durchgeführt.

Ralf Graupner