Mit einem bewegenden Festakt und zahlreichen Gästen aus Politik, Gesellschaft und Region beging die Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga Ende April ihr 15-jähriges Bestehen. Der Tag der offenen Tür stand ganz im Zeichen des Erinnerns, des Dankes und des Engagements für die historische Aufarbeitung. Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Dr. Jürgen Wolf, der über viele Jahre die Entwicklung der Gedenkstätte entscheidend mitgeprägt hat. Dr. Wolf gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und war seit dessen Entstehung im Jahr 2009 ununterbrochen als Schatzmeister tätig. Mit großem Engagement verfasste er zahlreiche Förderanträge, durch die wichtige Projekte und Erweiterungen der Gedenkstätte erst möglich wurden. Darüber hinaus entwickelte er Schulprojekte, führte Besuchergruppen über das Gelände und war oft die erste Ansprechperson für Gäste aus dem In- und Ausland. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand am 29. März 2026 bleibt Dr. Wolf dem Verein weiterhin als Mitglied erhalten. Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft würdigte der Verein sein jahrzehntelanges, außergewöhnliches Engagement für die Erinnerungsarbeit in Schlieben-Berga. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher konnten Führungen über das Gelände und durch die Ausstellung wahrnehmen. Besonders erfreut zeigte sich der Verein über den Besuch von Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sowie des neuen Landrates des Landkreises Elbe-Elster, Marcel Schmidt. Dr. Woidke übergab dem Verein einen Lottomittelscheck des Landes Brandenburg in Höhe von 7140 EURO. Die Mittel sind für ein zukünftiges Projekt der Gedenkstätte vorgesehen. Die Gedenkstätte wurde am 30. April 2011 eröffnet und erinnert an das ehemalige KZ-Außenlager Schlieben-Berga, das als eines der größten Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald galt. Bis zu 5.000 Häftlinge mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie leisten. Was 2009 mit neun engagierten Vereinsmitgliedern begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Ort entwickelt, der jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher, Schulklassen, Angehörige ehemaliger Häftlinge und internationale Gäste anzieht. Der Tag der offenen Tür zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Arbeit der Gedenkstätte auch heute noch ist. Er war zugleich ein Dank an all jene, die diesen Ort seit vielen Jahren mit Leben füllen – und ein Zeichen dafür, dass Erinnern, Mahnen und Gedenken auch künftig eine zentrale Aufgabe bleiben werden.