Fußball bewegt Millionen, gemeint sind hier Fans und nicht Euro. Ein Blick zurück zeigt, im Kleinen trifft diese Feststellung auch auf das Amt Unterspreewald zu.
1914 gründeten Fußballer im früher noch selbstständigen Dorf Casel (heute Kasel-Golzig) mit dem FC „Freya“ Casel den hierzulande ersten selbstständigen Fußballverein. In Golßen wurde zwar nachweislich schon 1912 Fußball gespielt, damals jedoch noch unter dem Dach des 1885 gegründeten Männer-Turn-Verein (MTV) Golßen. Die Fußballer machten sich erst 1920 selbstständig und gründeten ihren „Verein für Bewegungsspiele“ (VfB).
Wegen des mörderischen Ersten Weltkriegs (1914-1918) und seinem „Verbrauch“ an jungen Männern, fand der Fußballsport auf dem Land bald ein vorläufiges Ende. Sein
Siegeszug war dennoch nicht mehr zu stoppen. Im heutigen Amtsbezirk Unterspreewald schossen Fußballvereine trotz Nachkriegsnot ab 1920 wie Pilze aus dem Boden. Einige existierten nur wenige Jahre, andere gibt es bis heute.
Ebenso wie die Golßener gründeten Waldower Fußballfreunde 1920 den Verein „Stern“. Ein Jahr später folgten der Sport-Club „Wacker 1921“ Schönwalde, „Anker Freiwalde“ und die „Fußballgemeinschaft Krossen-Zützen“.
In Lubolz, das heute zu Lübben gehört, wurde ebenfalls 1921 ein Fußballverein, der FC „Germania“ gegründet. In den 1930er Jahren nannte sich der Verein „Hertha“ und heute „Blau Weiß“. Bleibt die Frage, warum im aktuellen Lubolzer Vereinswappen das Jahr 1930 steht? 1925 wurde in Sellendorf der Verein „Preußen“ gegründet, in Rietzneuendorf „Rot-Weiss“ und in Schlepzig „Grün-Weiß“.
Heute, mehr als 100 Jahre später, wird Fußball im Amtsbezirk Unterspreewald leider nur noch in wenigen Gemeinden wettkampfmäßig gespielt. Ein Grund sind die zahlreichen neuen Freizeitangebote. Im wahrsten Sinne wacker durchgehalten haben bis heute u. a. der „SV 1885 Golßen“, „Eintracht Kasel-Golzig“, „Blau-Weiß Kreblitz“, „Grün-Weiß Schlepzig“ und „Wacker 1921“ Schönwalde.