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Amtsblatt für die Stadt Sonnewalde
Ausgabe 4/2026
Aus den Ortsteilen
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Instandsetzung der Glockenaufhängung, Glockensegnung und Anläuten in Großbahren

Instandsetzung der Glockenaufhängung durch Walter Glockenläuteanlagen und Turmuhren KG aus Luckau

Feierliche Segnung der Glocken in Großbahren durch Pfarrer Hildebrand

Glöckner Bernd Lehmann und Andrè Deißing beim Anläuten

Bei einer technischen Prüfung der Aufhängungen beider Glocken im historischen Glockenturm Großbahren stellten die Fachleute fest, beiden eisernen Glockenjoche aus den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts mussten ersetzt werden. Andernfalls drohte die Verstimmung der Glocken. Zweite Hiobsbotschaft die Kosten: 13.000 €. Schnell stand in der Dorfgemeinschaft fest, ein Verstummen der Glocken kommt nicht in Frage. Zur Modernisierung sollten die Glocken noch ein elektrisches Läutewerk erhalten. Da beides nicht gleichzeitig finanzierbar war, blieb Letzteres einem zweiten Bauabschnitt vorbehalten, für den weiterhin Spenden gesammelt werden.

Wie schon bei anderen Projekten nahm sich der Ortsverein „Grüne Eiche Großbahren e. V." der Sache an. Es wurde eine Spendenaktion gestartet. Eine Recherche des Vorsitzenden Bernd Lehmann ergab Überraschendes: Der Glockenturm neben der alten Schule gehörte der Stadt Sonnewalde und nicht der evangelischen Kirchengemeinde. Damit entfiel die Unterstützung der Kirche. Für den Ortsverein kein Grund aufzugeben, im Gegenteil. Ein Jahr später ist das Etappenziel erreicht. Am 24.03.2026 erfolgte der Ersatz der Aufhängung durch zwei eicherne Glockenjoche.

 

 

Am Nachmittag hingen die beiden Bronzeglocken wieder im Turm. Nur die schmiedeeisernen Klöppel hatten sich verspätet.

Samstag, der 28. März 2026, war in Großbahren ein besonderer Tag. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts zur Instandsetzung der Aufhängungen im historischen Glockenturm fand die feierliche Glockensegnung mit anschließendem Anläuten statt. Vorausgegangen war eine Zitterpartie, ob die am Dienstag zuvor noch fehlenden schmiedeeisernen Klöppel rechtzeitig eintreffen würden.

 

 

Vor über 70 Gästen eröffnete Franziska Deißing, stellvertretende Ortsvorsteherin, die Feier mit einer Rede über die bisherige Entwicklung und die Bauarbeiten. Sie dankte Sponsoren, Spendern, Unterstützern, dem Ortsverein „Grüne Eiche Großbahren e. V." sowie besonders dem Vorsitzenden Bernd Lehmann für sein großes Engagement. Danach sprach Lehmann selbst und skizzierte in kurzen Episoden die Geschichte Großbahrens – von den jungsteinzeitlichen Anfängen über das Mittelalter bis heute, wobei auch der Glockenturm gebührend erwähnt wurde. Anica Süßkind erinnerte eindrücklich auch an die schweren Zeiten der Region. Sie zitierte aus einem Feldpostbrief des Kleinbahrener Soldaten Otto Belling aus dem Ersten Weltkrieg, in dem dieser seine Begegnung mit französischen Soldaten an Weihnachten 1915 und die Absurdität des Krieges schilderte.

Pfarrer Maik Hildebrand von der Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Sonnewalde predigte über die Bedeutung der Glocken als Zeichen von Tradition, Glauben und Gemeinschaft – als lebendiges Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Seine Predigt wurde von gemeinschaftlich gesungenen Liedern begleitet. Anschließend folgten die Segnung der beiden Glocken und das feierliche Anläuten.

Wichtiger Moment für Großbahren, die Glocken läuten wieder.

 

 

Danach gab es für die Teilnehmer Getränke, Kaffee und Kuchen, von den Frauen des Ortsvereins organisiert.

Volker Kock, Finsterwalde