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Amtsblatt für die Stadt Sonnewalde
Ausgabe 6/2026
Aus den Ortsteilen
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OT Großbahren

Norbert Zach bei seinen Ausführungen auf dem Heimatabend im Lindenkrug Großbahren.

Bernd Lehmann mit dem zerbrochenem Teil eines Bunkler (Korbrad).

Heimatabend über historischen Flurnamen der Dörfer Großbahren, Dabern und Kleinbahren

Der Einladung des Ortsvereines „Grüne Eiche Großbahren e. V.“, zu einem Heimatabend über alten Flurnamen der drei Dörfer waren ca. 30 Teilnehmer gefolgt. Und warum nicht mal solchen historischen Bezeichnungen auf den Grund gehen? Diese Aufgabe übernahm am Freitag, den 10. April 2026, der Referent Norbert Zach vom Museum in Kleinkrausnik.

 

 

Weiter Themen waren historische Mühlen der drei Dörfer und die Arbeit des „Fördervereins Museum und Schlossareal Sonnewalde e. V.“.

Als erstes stellte Norbert Zach die Arbeit des Fördervereins vor. Ziel des Vereines ist es, den umliegenden Dörfern in der Stadt Sonnewalde eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen und damit natürlich eine individuelle Stimme in der Amtsgemeinde zu erhalten. Anhand der bereits stattgefundenen Ausstellungen zu Kleinkrausnik und der noch laufenden zu Friedersdorf b. Sonnewalde, erläuterte Norbert Zach die Möglichkeiten. Was dafür nötig ist? Welche Ausstellungsstücke sinnvoll sind? Welche Art von Dokumenten, Fotos und Gegenständen können interessant sein? Das der Förderverein einen Raum zur Verfügung stellt und bei der Gestaltung unterstützt.

In der folgenden Pause zeigte Bernd Lehmann, Vorsitzender des Ortsvereines „Grüne Eiche Großbahren e. V.“, auf einem Foto den Standort der ehemaligen Windmühle in Großdabern. Anschließend hielt er ein seltsames zerbrochenes eisernes Metallteil hoch und überraschte die Teilnehmer mit der Frage nach dessen Zweck. Das es sich um ein Teil der Mechanik einer Windmühle handelte, wurde vom Publikum schnell erkannt, ein genauer Zweck aber nicht. So löste er das Rätsel mit Hilfe eines Fotos der Mechanik einer Bockwindmühle auf. Ein Bunkler oder auch Korbrad genannt. Es liegt am Kammrad der Flügelwelle einer Bockwindmühle an und übertrug die Windkraft auf das Mahlwerk. Aufgrund der Abnutzung und des Bruchs wurden die Kräfte deutlich welche auf die Mechanik einer Bockwindmühle wirkten.

 

 

Unter den Gästen war auch Martin Ziegler, Verleger der Sonnewalder Heimatblätter. Er hatte aktuelle Hefte sowie den Schlossparkführer mitgebracht. Prompt wechselten einige Hefte den Besitzer. Einige Teilnehmer hatten eigene historische Unterlagen mitgebracht. Was in der Pause für regen Austausch sorgte.

Beim nächsten Thema spürte man, Norbert Zach ist in seinem Element. Es begann eine Reise durch die Zeit von der Entstehung slawischer und später deutscher Flurnamen und ihrer Bedeutung. Damit wurde der Zweck klar, die genaue Ortsbestimmung im Gelände. Namen bekannter Historiker wie Mucke, Lehmann, Wenzel und Eichler fielen. Natürlich auch der des Landrates von Manteufel, der mit Hilfe von Fragebögen Flurnahmen von Dorfschullehrern Bürgermeistern, Bürgern etc. erfassen ließ. Doch er war nicht der Einzige, der systematisch vor ging. Immer wieder gab es Heimatforscher und Gelehrte die sich mit diesem Thema befassten. Schnell erwies sich, von Sagen, Mythen angefangen über historische Kartenwerke, Mutterrollen, Flurbücher, Ortschroniken, Förstern, Bauern und Agrargenossenschaften bis hin zu Schulchroniken und Schüleraufsätzen. Die Quellen sind sehr vielfältig. Ihre Nutzung zeugte von der geistigen Geschicklichkeit vergangener Historiker und Heimatforscher.

Auch das Katasteramt des Landkreises Elbe-Elster stellte sich als große Hilfe heraus. Mit seiner freundlichen Genehmigung war die Einsicht in verschiedene Unterlagen möglich, betonte Norbert Zach. Später ging es um das Verschwinden der Flurnamen aus den Kartenwerken. Der simple Grund: Wegen neuer Messtechniken verlieren sie in den letzten Jahrzehnten schlicht ihren Zweck, nämlich die genaue Ortsbestimmung eines Fleckens Erde im Raum. Norbert Zach verband diese Feststellung mit der Aufforderung an das Publikum, die von ihm an der Wand präsentierten Listen der Flurnamen der drei Dörfer zu ergänzen oder auf mögliche Fehler hinzuweisen. Es entspannte sich ein interessantes Zuordnen der Flurnamen. Fließend mündete die Veranstaltung in eine rege Diskussion.

Weiter ging es mit dem Thema Geschichte der Mühlen in den drei Ortschaften. Im Fokus standen die Anzahl, die Standorte und – soweit Informationen darüber vorlagen – deren Besitzer. Angeregt durch den Vortrag fanden die ausgelegten Separationskarten, Listen und Dokumente im Saal reges Interesse. Noch lange nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zur Sichtung der Unterlagen ihrer Dörfer. Erst nach 22:00 Uhr verließen die letzten Gäste den Saal. Ein gelungener Abend der eine Fortsetzung bekommen soll.

Volker Kock, Finsterwalde