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Amtsblatt für die Stadt Sonnewalde
Ausgabe 7/2026
Stadtnachrichten
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Auf 3 Jahre und 1 Tag festgenagelt – Wandergeselle zu Besuch im Rathaus

Am Mittwochmorgen, den 03. Juni 2026, bekam die Stadtverwaltung Besuch von einem Wandergesellen. Sein Weg führte ihn von Duben nach Hoyerswerda über Sonnewalde. Die vorangegangene Nacht hatte er draußen an einem See verbracht.

Leider bei regnerischem Wetter. Er war dankbar, kurz im Trockenen pausieren zu können. Von den Mitarbeiterinnen bekam er einen warmen Tee. Als dann die Belegschaft der Stadtverwaltung vollständig war, sagte er seinen Spruch auf, bekam das Siegel der Stadt in sein Büchlein und etwas finanzielle Unterstützung für die Reisekasse.

 

 

Es blieb auch noch Zeit für ein Foto und einen kurzen Plausch. So erfuhren wir, dass „Fipps fremd freireisender Tischler“ nun schon seit einem Jahr und 3 Monaten auf der Walz ist, ursprünglich aus Nürnberg kommt und plant, im nächsten Frühjahr Sibiu in Rumänien zu erreichen. Und obwohl wir in der Vergangenheit bereits Wandergesellen empfangen durften, war uns der Brauch vom „Ohrnageln“, von dem er ebenfalls berichtete, neu. Denn in Hoyerswerda wollte sich Fipps mit einem Wandergesellen-Neuling treffen. Ihn hatte er in das Regelwerk und die Bräuche der Walz eingewiesen. Beim bevorstehenden Wiedersehen soll der Neuling darauf „festgenagelt“ werden und sich fortan für 3 Jahre und 1 Tag auf Wanderschaft begeben.

Für das Ohrnageln wird das Ohrläppchen auf ein Holz gelegt und der Nagel mit einem kräftigen Schlag durch das Ohr geschlagen. Der Nagel wird anschließend durch einen goldenen Ohrring ersetzt. Er diente früher als eiserne Reserve, um im Notfall die Beerdigung bezahlen zu können. Aus diesem Brauch stammt auch das Wort „Schlitzohr“: Wenn ein Geselle die Regeln der Walz brach oder stahl, wurde ihm der Ohrring zur Strafe herausgerissen, was ein bleibendes Zeichen der Unehrlichkeit war.

Wandergesellen kommen viel herum und bringen immer ein Stückchen von der großen weiten Welt in unser Rathaus. Wir haben uns über den kurzen Besuch gefreut und wünschen Fipps für seinen weiteren Weg alles Gute.

Die Stadtverwaltung