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Amtsblatt für die Stadt Spremberg/Grodk – Spremberger Anzeiger
Ausgabe 1/2026
Seite 2
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Spremberg/Grodk wird 725 Jahre! Das ist eine lange Zeit und so haben wir uns gedacht, wir feiern nicht nur den Tag der ersten urkundlichen Erwähnung am 3. August, wir feiern nicht nur das Heimatfest, nein, wir gestalten ein ganzes Festjahr.

So ein Stadtjubiliäum ist ein Meilenstein im lebendigen Erzählband unserer Stadt. Diesen Erzählband wollen wir mit den unterschiedlichsten Themen auf vielen Veranstaltungen für uns, aber auch für viele Gäste aus nah und fern und besonders auch für viele ehemalige Sprembergerinnen und Spremberger füllen. Wir blicken zurück auf Wege, die geprägt waren von Engagement, Zusammenhalt und dem Mut, Neues zu wagen. Wir blicken zurück auf gute Zeiten, auf Wachstum aber wir sparen die dunklen Zeiten, als auch in unserer Stadt dunkle Zeiten herrschten, Not, Unterdrückung und Angst das Leben von Vielen so schwer machte, nicht aus.

Gleichzeitig richten wir unseren Blick nach vorn, auf die Aufgaben und Chancen, die vor uns liegen.

Unsere Stadt Spremberg/Grodk ist im Laufe der Jahrhunderte immer gewachsen, das soll uns Ansporn sein!

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich auch unsere Ortsteile erwähnen und den Ortsvorstehern versichern, wir sind ein Ganzes als Stadt Spremberg/Grodk! Es wird in unserem Festjahresprogramm auch viele Veranstaltungen mit und in den Ortsteilen geben. Diese Gemeinsamkeit werden wir auch beim großen Festumzug sichtbar machen.

Auch die sorbische Sprache und Kultur gehören zur Geschichte unserer Stadt. Der Sorbisch-Unterricht in den Witaj-Gruppen, die Aktivitäten der Domowina-Ortsgruppe unserer Stadt, die Eröffnung des sorbischen Kollektiv-Büros in der Badergasse mit zahlreichen Veranstaltungen, wie der großen Ostereier-Aktion auf dem Marktplatz oder der völlig überfüllte Lebendige Adventskalender zur sorbischen Weihnacht sind Zeichen und Momente, dass das Sorbische in unserer Stadt lebt, seinen Platz hat und auch die Zukunft von Grodk weiter prägen wird. Wir als Stadt waren uns dieser besonderen Aufgabe immer bewusst. Auch in unserem Festjahr werden sich unsere sorbischen Mitbürgerinnen und Mitbürger einbringen, eigene Veranstaltungen organisieren und die Feierlichkeiten zum 725. Stadtjubiläum mitgestalten.

Wir sind heute nicht nur Zeugen der Geschichte, sondern Mitgestalter ihrer Fortsetzung. Jede Straße, jedes Bauwerk, jeder Park und jedes Kulturprojekt tragen eine Geschichte in sich – Geschichten von Menschen, die hier gelebt, gearbeitet und Gemeinschaft gestaltet haben. Dank ihres Einsatzes ist unsere Stadt heute lebendig, offen und vielfältig.

Ich danke allen und es ist mir bewusst, dass ohne diese engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger die Zukunft nicht gestaltet werden kann. Eine Stadt ist immer ein Gemeinschaftswerk.

Besonders danken möchte ich denjenigen, die über Jahre hinweg Brücken gebaut haben: den ehrenamtlich Engagierten, den Vereinen, den Initiativen, den Bürgerinnen und Bürgern, die mit Ideen, Zeit und Herz Großes bewegt haben. Ohne Sie wäre dieses Jubiläum nicht so leuchtend.

Dieses Jubiläum erinnert uns auch an Verantwortung: Verantwortung für kommende Generationen, Verantwortung für ein solides Miteinander, Verantwortung für eine Stadt, in der Teilhabe selbstverständlich ist. Wir stehen in der Tradition der Handwerkerinnen und Handwerker, der Vereine, Institutionen und Initiativen, die unsere Gemeinschaft tragen. Ihr unermüdlicher Einsatz macht unsere Stadt lebenswert.

Die Region ist heute wieder geprägt von zukunftsweisenden Entwicklungen im Bereich der Energieindustrie, neuen innovativen Wertschöpfungsketten in der Papierindustrie. Wir sind regionaler Leuchtturm Wirtschaftskraft in Südbrandenburg. Gleichzeitig ist die Wissenschaft der Motor unseres Fortschritts: Universitäten, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen arbeiten Hand in Hand daran, neue Erkenntnisse in Lösungen für Energie, Mobilität, Gesundheit und Umwelt zu übersetzen. Wir dürfen stolz darauf sein, dass hier in Spremberg/Grodk, im Industriepark Schwarze Pumpe, die Wissenschaft ein Zuhause gefunden hat und Ideen geboren werden, die über unsere Stadt hinaus wirken. Dieses Haus der Wissenschaft werden wir weiter ausgestalten.

In Zeiten des Wandels stehen Industrie und Wissenschaft vor großen Aufgaben: nachhaltige Technologien, zeitgemäße Arbeitsplätze, qualifizierte Fachkräfte und eine enge Verzahnung von Forschung, Bildung und Praxis. Wir setzen auf eine Kultur, in der Unternehmen und Hochschulen gemeinsam Lösungen entwickeln, Menschen fortbilden und Chancen schaffen. Wir verwenden viel Kraft darauf, neue innovative Ansätze zu entwickeln und auch umzusetzen, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und grüne Innovationen stärken unseren Standort und sichern Lebensqualität.

Wir stehen vor Herausforderungen – klimaschonende Mobilität, bezahlbarer Wohnraum, Bildung, soziale Gerechtigkeit und Integration. Doch ich bin zuversichtlich, weil wir in unserer Stadt eine Kultur des Miteinanders haben: Wir hören einander zu, wir arbeiten an Lösungen, wir teilen Verantwortung. Wenn wir gemeinsam handeln, können wir aus Herausforderungen Chancen machen. Ich freue mich sehr, dass es uns im vergangenen Jahr gelungen ist, herauszufinden aus der Sprachlosigkeit angesichts beunruhigender Entwicklungen die für unsere Stadt eine Bedrohung darstellen. Es gilt, Vertrauen herzustellen, zu gewinnen, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es ist ein echter Gewinn für uns alle, wenn wir uns austauschen, wenn wir miteinander reden und diskutieren. Ich danke denen, die auch in diesem Bereich neue Wege gehen.

Möge unser diesjähriges Stadtjubiläum nicht nur Erinnerungen wecken, sondern Ideen entzünden, Projekte anstoßen und Freundschaften stärken. Möge unsere Stadt weiterhin ein Ort des Respekts, der Offenheit und der Zuversicht bleiben.

Ihre Bürgermeisterin
Christine Herntier