Liebe Sprembergerinnen und Spremberger,
liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Ortsteile,
unsere Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft unserer Stadt. Dieser Satz ist schnell gesagt. Entscheidend ist aber, was wir tatsächlich dafür tun, damit Kinder in Spremberg/Grodk gut aufwachsen können und junge Familien hier eine lebenswerte Heimat finden.
Wir erleben seit einigen Jahren eine Entwicklung, die uns durchaus Sorgen bereitet: Die Zahl der Kinder geht zurück. Weniger Geburten bedeuten langfristig auch weniger Kinder in unseren Kindertagesstätten und Schulen. Das stellt uns vor Herausforderungen, gerade auch angesichts der finanziellen Situation unserer Stadt.
Man könnte daraus den Schluss ziehen, künftig weniger in die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche zu investieren. Wir in Spremberg/Grodk gehen ganz bewusst einen anderen Weg.
Denn für mich steht fest: Gerade weil die Kinderzahlen sinken, müssen wir alles dafür tun, dass Spremberg/Grodk für junge Familien attraktiv bleibt. Wir wollen nicht nur vorhandene Angebote erhalten, sondern ihre Qualität verbessern und dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, neue Angebote schaffen.
Und dafür nehmen wir viel Geld in die Hand!
Die Berufsorientierende Oberschule (BOS) ist eines unserer bedeutendsten Bildungsprojekte. Mit der Schwimmhalle investieren wir in eine Einrichtung, die für das Schwimmenlernen, den Schul- und Vereinssport und die Freizeitgestaltung unserer Familien von großer Bedeutung ist. Beide Projekte sind Investitionen, die weit über den heutigen Bedarf hinausreichen und unsere Stadt auf Jahrzehnte prägen werden.
Dass es dabei nicht nur um Gebäude und moderne Ausstattung geht, hat mir auch eine Begegnung mit Schülerinnen und Schülern der BOS noch einmal deutlich gemacht. Im Anschluss an die Vorführung von Dokumentarfilmen im Rahmen ihrer Projektwoche hatte ich die Gelegenheit, mit ihnen auf dem Podium zu diskutieren. Diese offene und ehrliche Diskussion hat mir wichtige Hinweise gegeben, wie junge Menschen unsere Stadt erleben, was sie bewegt und was sie sich für ihre Zukunft wünschen.
Nicht alle Erwartungen werden wir erfüllen können. Aber wir müssen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und ihre Sichtweisen in unsere Entscheidungen einbeziehen. Denn wer Zukunft für junge Menschen gestalten will, muss vor allem mit ihnen sprechen und nicht nur über sie. Für die offenen Worte, die kritischen Fragen und die vielen Anregungen möchte ich mich bei den Schülerinnen und Schülern ausdrücklich bedanken. Solche Gespräche sind für meine Arbeit als Bürgermeisterin besonders wertvoll.
Besonders freue ich mich auch über unsere inzwischen fertiggestellte Pumptrackanlage. Sie bietet Kindern und Jugendlichen eine weitere attraktive Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen, gemeinsam Zeit zu verbringen und sich auszuprobieren. Solche Angebote sind wichtig, denn junge Menschen brauchen neben guten Schulen auch Freiräume, Treffpunkte und Möglichkeiten, ihre Freizeit aktiv zu gestalten.
Auch unsere Ortsteile haben wir dabei fest im Blick. Mit dem Dorfgemeinschaftszentrum in Graustein/Syjk, zu dem auch die Kindertagesstätte gehört, verbinden wir gute Betreuungsbedingungen für unsere Jüngsten mit einem wichtigen Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft. Hier schaffen wir Bedingungen, die das Miteinander der Generationen fördern und das Leben im Ortsteil nachhaltig stärken.
Diese Projekte stehen beispielhaft für viele weitere Anstrengungen, die wir in unserer Stadt unternehmen. Sie zeigen, dass wir trotz rückläufiger Kinderzahlen ganz bewusst in die Zukunft investieren.
Natürlich werden wir angesichts der demografischen Entwicklung auch über die zukünftigen Strukturen unserer Einrichtungen sprechen müssen. Dabei werden Entscheidungen notwendig sein, die nicht immer einfach sind. Wir müssen verantwortungsvoll mit unseren finanziellen Möglichkeiten umgehen und Prioritäten setzen.
Unser Ziel darf aber nicht sein, möglichst wenig für Kinder auszugeben, sondern mit den vorhandenen Mitteln die bestmöglichen Bedingungen für sie zu schaffen.
Ich bin froh, dass sich unsere Stadtverordneten, Ortsbeiräte und die Stadtverwaltung dieser Verantwortung stellen. Sicher gibt es bei einzelnen Projekten unterschiedliche Auffassungen über Kosten, Prioritäten und den richtigen Weg. Das gehört zur kommunalen Demokratie. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam daran arbeiten, Spremberg/Grodk auch für kommende Generationen lebenswert zu gestalten.
Wir wollen eine Stadt mit guten Kitas und Schulen, mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten, mit lebendigen Vereinen und engagierten Menschen. Eine Stadt, in der Eltern ihre Kinder gern großziehen und in der auch die Großeltern wissen, dass ihre Enkel gute Chancen haben.
Mein Dank gilt deshalb auch allen Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften, Übungsleitern, Ehrenamtlichen und natürlich den Eltern und Großeltern. Sie alle leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag dazu, dass Kinder und Jugendliche in Spremberg/Grodk nicht nur gute Einrichtungen vorfinden, sondern auch Gemeinschaft, Unterstützung und Geborgenheit erleben.
Ich wünsche mir, dass sich junge Familien ganz bewusst für Spremberg/Grodk entscheiden. Dass unsere Kinder gern hier aufwachsen, sich mit ihrer Heimat verbunden fühlen und später vielleicht mit ihren eigenen Familien zurückkehren.
Die demografische Entwicklung können wir als Stadt allein nicht umkehren. Aber wir können sehr wohl beeinflussen, wie attraktiv Spremberg/Grodk für Familien ist und bleibt.
Deshalb investieren wir weiter. Nicht, weil wir die Herausforderungen der Zukunft unterschätzen, sondern weil wir sie ernst nehmen.
Denn eines möchte ich ganz deutlich sagen: Jedes Kind ist in Spremberg/Grodk herzlich willkommen. Jedes Kind ist uns wichtig. Und jedes Kind verdient die besten Chancen für seine Zukunft.
Dafür setzen sich Verwaltung und Kommunalpolitik gemeinsam ein. Heute und auch in Zukunft.
Herzlichst