Frank Kuhlee (Foto: Cornelia Hansche)
Ruth Kartschall (Foto: Peter Ehrentreich)
das Jahr 2026 hat fulminant begonnen mit einem Festprogramm anlässlich 725 Jahre urkundliche Ersterwähnung der Stadt Spremberg/Grodk.
Die vergangenen Jahre, begonnen hat es mit der Coronapandemie, haben gezeigt, dass wir alle darunter leiden, dass wir teilweise noch immer „sprachlos“ sind. So ein Festprogramm mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen, Festen usw. gibt uns nun, neben dem Genuss von Kunst, Kultur und Fröhlichkeit auch die Gelegenheit, uns auszutauschen, miteinander zu reden. Möge es uns gelingen, etwas von der früheren Leichtigkeit zurück zu gewinnen. Nötig haben wir es alle. Auch wenn die Zeiten herausfordernd sind, nur Trübsal zu blasen bringt uns nicht weiter.
Ich danke allen, die so viele Vorschläge eingebracht haben und bei der Umsetzung tatkräftig dabei sind! Zum 1. März wird es schon die erste Aktualisierung des Festprogrammflyers geben. Ich hoffe besonders auf die Ortsteile. Es ist auch mein erklärtes Ziel, zu zeigen und zu leben, dass die Ortsteile ein Teil vom Ganzen sind, jeder Ortsteil, aber auch seine eigene Identität hat. So soll es sein, Vielfalt gemeinsam gestalten!
Aber der Ernst des Lebens ließ nicht lange auf sich warten! Die Ankündigung der LEAG, den Tagebau Welzow-Süd deutlich eher stillzulegen, hat uns alle überrascht. Das wird Folgen haben, gerade für uns in Spremberg/Grodk! Ich kann nur immer wieder appellieren, wir brauchen zukunftsfähige Ersatzarbeitsplätze, die nachhaltig sind und auch gut bezahlt werden.
Eine sichere Energieversorgung zu akzeptablen Preisen ist sowohl für die Unternehmen als auch für uns Bürger sehr wichtig. Wenn nun also die Kohleförderung im brandenburgischen Teil der Lausitz endgültig eingestellt wird, es nach wie vor keine Entscheidung gibt, wo ein Gaskraftwerk gebaut wird, welches ja nicht für die Grundversorgung gedacht ist, dann ist es höchste Zeit, alles dafür zu tun, dass die Netze ausgebaut werden und das Thema Speicherung von Energie vorrangig betrachtet wird. Das schwedische Staatsunternehmen Vattenfall, welches ja mit dem abrupten Ende seines Engagements in der Lausitz im Jahr 2015 entscheidend zur Dynamik der Veränderung der Energieindustrie in der Lausitz beigetragen hat, will jetzt in Schweden kleine modulare Atomreaktoren bauen. Ist das auch für uns die Zukunft?
Wir, an erster Stelle die Abgeordneten in Stadt, Landkreis und Land, müssen uns die Frage stellen, was wollen wir überhaupt und was ist möglich? Wir, die Kommunen im eigentlichen Revier, wollten gemeinsam mit der Wirtschaft vor allen Dingen Planungssicherheit und die haben wir nicht bekommen. Das ist auch die wichtigste Frage für das Gelingen des Strukturwandels. Für Spremberg/Grodk ist es wichtiger denn je, gerade weil wir mit dem Industriepark Schwarze Pumpe ein wirtschaftliches Schwergewicht sind. Und dieser Industriepark braucht Strom! Aber davon hängt nicht nur die Zukunft der Stadt Spremberg/Grodk ab, der ganze Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa hängt davon ab. Wir müssen gegensteuern, jetzt, entschlossen. Nur eine starke Wirtschaft, die wettbewerbsfähig ist, sichert uns Wohlstand und Zukunft.
Ich komme zurück zum Anfang meiner Kolumne, die sich ja mit den angenehmen Dingen beschäftigt. Unser ehemaliger Kollege, Freund und Mitstreiter, Frank Kuhlee, war viele Jahre lang auch für diesen Bereich zuständig. Wir haben ihm viel zu verdanken. Er hat etwas aufgebaut, wovon wir alle noch heute profitieren. Und er hat den Zusammenhalt gefördert, immer wollte er, dass alle einen gemeinsamen Nenner finden. Nun ist Frank Kuhlee am 15. Februar von uns gegangen. Wir, seine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, sind sehr traurig und fühlen mit der Familie.
Die Arbeit in einer Verwaltung ist, anders als manche meinen, harte Arbeit. Das trifft auch auf Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu, sind sie doch die Chefs der Verwaltung. Das war schon immer so. Schauen wir in die Geschichtsbücher, so kam den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern gerade in Krisensituationen eine besondere Bedeutung zu. So eine Frau, die in den schwierigen Nachkriegsjahren im Alter von 22 Jahren von 1953 bis 1961 Bürgermeisterin in Spremberg/Grodk war, war Ruth Kartschall. Sie ist am 4. Februar im Alter von 94 Jahren verstorben. Auch ihr gehört unsere Anerkennung und der Familie unser Mitgefühl.
So ist das Leben: Freud und Leid, Arbeit und Vergnügen liegen dicht beieinander.
Wichtig ist, dass wir die Zuversicht haben, dass es auch in Zukunft gut vorangehen wird mit unserer Stadt Spremberg/Grodk. Daran arbeiten wir, gemeinsam, mit ganzer Kraft!