Das Künstlerpaar „Zweiklang“ Marion und Willi Selmer präsentieren vom 22. April bis zum 3. Juli in der „Kleinen Galerie Goyatz“ ihre Ausstellung „Zweiter Blick“ und damit vorwiegend „Upcycling“-Kunst, die kreative Wiederverwertung von Materialien. Willi Selmer hat für diese Ausstellung Materialien verwendet, die für den Müll bestimmt waren und neu in Szene gesetzt. Auf den „Zweiten Blick“ ist ein Emaille-Eimer, ein Malerabrollgitter, Textilien, Autokennzeichen, Reißverschlüsse, Pappen & Altmetalle wiederzuerkennen. Ihm ist es wichtig, nachhaltig mit den Ressourcen umzugehen und eine Alternative zu unserer Wegwerfgesellschaft aufzuzeigen. Viel zu schnell werden wertvolle Materialien entsorgt. Der kreative Umwandlungsprozess von Altmaterialien zu neuen Kunstwerken inspiriert ihn. Dabei setzt er sich tiefgründig mit dem Material und seiner Entstehungsgeschichte auseinander, eine Alternative zur schnelllebigen Digitalwelt. Seit mehreren Jahren bietet er dazu auch im Kunsthaus Laasow „Digital Detox“-Workshops an, um genau dieses Gespür für die Zeit, die eigene Kreativität und den Wert der Materialien wiederzuerlangen. Marion Selmer zeigt Relikte aus vergangener Zeit, wie die Lieblings-Sammeltasse von Oma „Charlotte“ aus dem Spreewald. Der Begriff Sammeltassen und der damalige Wert ist bei der jungen Generation völlig verschwunden. Die Schönheit der Vergänglichkeit zeigt sie in der Grafik „Für dich“. In den Natur-Pastellimpressionen auf Bierdeckeln hat sie sich von der Kunstaktion „Von Cottbus über Lüneburg bis nach Osaka“ des befreundeten Künstlers Matthias Körner inspirieren lassen. Vor allem bei den grafischen Arbeiten verliert sie im Entstehungsprozess Raum und Zeit und kann damit der Hektik des Alltags entfliehen.
Das Künstlerpaar lebt und arbeitet im Kunsthaus Laasow am Gräbendorfer See, der im letzten Jahr zum Glücksort im Spreewald vom Droste-Verlag ausgewählt wurde. Marion Selmer ist in der Lausitz aufgewachsen und setzt sich in ihrer beruflichen Tätigkeit auch für die Stärkung von Innenstädten und für regionale Künstler ein. Willi Selmer dagegen hat seinen Lebensmittelpunkt 1991 vom Freistaat Bayern in die Niederlausitz verlegt, er ist seit 2002 freiberuflicher Künstler.
Der freischaffende Künstler Willi Selmer ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler*innen e.V. und gibt im Kunsthaus Laasow Kurse für Skulpturen aus Holz oder Draht, Collagen und Assemblagen aus Upcycling. Sein Genre sind Skulpturen, Assemblagen, Collage und Schablonen-Graffiti. Marion Selmer liebt die „Schönheit der Vergänglichkeit und Details aus der Natur“, malt und zeichnet mit Rötel, Bleistift, Pastellen, Acryl- und Ölfarben. Sie ist Mitglied im Kunstverein Sächsische Schweiz e.V. und bei den Peltzer Landmalern.
Die Ausstellung kann jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr „Kleine Galerie Goyatz“, Goyatzer Dorfstr. 2, 15913 Schwielochsee/OT Goyatz besichtigt werden.