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Mitteilungsblatt – Amtsblatt für das Amt Lieberose/Oberspreewald
Ausgabe 9/2026
Mitteilungen der Gemeinden/Stadt
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Jamlitzer Ateliertag 2026

Zum zehnten Mal: Kunst, offene Türen und neue Fragen

Am Samstag, den 5. September 2026, findet der Jamlitzer Ateliertag zum zehnten Mal statt. Seit 2016 zeigen die Jamlitzer Künstler und Ateliers ihre Arbeiten und kommen mit ihren Gästen ins Gespräch. Ein Jahr musste der Ateliertag pandemiebedingt pausieren. Zum Jubiläum erweitert er nun erstmals seinen Radius: Auch in Mochlitz werden Ateliers geöffnet.

Ein fester Mittelpunkt des Jamlitzer Ateliertages ist seit jeher das Gartenatelier Pisspott. Hier präsentiert Familie Seiffert historische Werke ihrer Vorfahren Walter Kühne und Erich Seiffert. Je nach Jahr sind auch Arbeiten weiterer Künstlerinnen und Künstler aus der ehemaligen Künstlerkolonie zu sehen, darunter Bianca Commichau-Lippisch, Johanna Feuereisen-Oetjen oder Rudolf Grunemann. Der Pisspott ist nicht nur Ausstellungsort, sondern ein Ort, an dem die Geschichte der Jamlitzer Künstlerkolonie lebendig gehalten wird.

In den zehn Jahren seines Bestehens hat auch der Ateliertag selbst seine Geschichten und Erinnerungen gesammelt. Eine davon ist untrennbar mit Bernd Beck verbunden. Bernd Beck, Gründungsmitglied des Jamlitzer Ateliertags, verstarb 2022. Seine Frau Hildegard Beck betreut seinen künstlerischen Nachlass und zeigt auch in diesem Jahr seine Arbeiten. Beck verstand seine Malerei und Grafik als „Raumbefragungen“: Raum war für ihn künstlerisches Material und Ausgangspunkt seiner Arbeiten.

Die heute am Ateliertag beteiligten Künstlerinnen und Künstler zeigen ein breites Spektrum unterschiedlicher künstlerischer Ansätze: Anna Grunemann, seit 2022 beim Jamlitzer Ateliertag dabei, entwickelt aus zweckentfremdeten Alltagsgegenständen skulpturale und raumgreifende Installationen. Ihre Arbeiten verändern vertraute Objekte und stellen Fragen an unsere Wahrnehmung und an gesellschaftliche Entwicklungen.

Udo Keck ist ebenfalls Gründungsmitglied des Ateliertags. Im projektraumjh30 zeigt er seine sich über die Jahre konstant weiterentwickelnden Aquarelle. Seine Arbeiten reichen von reduzierten, meditativen Formen und subtilen Farbwelten bis zu abstrahierten Landschaften mit Bezügen zur Niederlausitz. Die konzentrierte Auseinandersetzung mit Form, Material und Raum ist auch Kennzeichen seiner skulpturalen Arbeiten, die sich kraftvoll und erhaben neben die Aquarelle stellen.

Zum Jubiläum kommen erstmals Heide-Kristin Barone und Hannes Forster in Mochlitz hinzu. Barones Malerei bewegt sich zwischen vager Abstraktion und expressivem Ausdruck: Farbe, Form und Wahrnehmung lassen dabei immer wieder neue Bildwelten entstehen. Forster bezeichnet sich selbst als Baukünstler. In Objekten, Installationen und Zeichnungen verbindet er Architektur mit Geschichte, Erinnerung und gesellschaftlichen Fragen.

Zum Jubiläum wird gefragt

Der traditionelle gemeinsame Ausklang im Gartenatelier Pisspott bekommt ebenfalls einen neuen Anstrich. Ab 19.30 Uhr treffen sich dort Künstler, Gäste und Freunde des Ateliertages zu Wein, Oliven und Gesprächen. Die traditionelle Lesung mit Urs Klebe, dem Enkel Walter Kühnes, entfällt diesmal.

Vielmehr sind die Gäste dazu eingeladen, im Laufe des Tages einer Frage nachzugehen: ‚Was ich schon immer mal von den Jamlitzer Künstlerinnen und Künstlern wissen wollte‘. In den Ateliers werden die offenen Fragen gesammelt und beim gemeinsamen Ausklang im Pisspott – hoffentlich alle – beantwortet.

Zehn Jahre Jamlitzer Ateliertag bedeuten nicht nur zehn Jahre offene Türen. Sie bedeuten vor allem zehn Jahre Begegnung – mit Kunst, mit Künstlerinnen und Künstlern und mit einem Ort, dessen Kunstgeschichte bis heute weitergeschrieben wird.