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Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Schleife
Ausgabe 5/2026
Schleife
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Informationen des Bürgermeisters der Gemeinde Schleife

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

hinter unserer Gemeinde liegen ereignisreiche und in Teilen aber auch belastende Wochen.

Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stand der Vorfall an unserer Oberschule. Bereits in der vergangenen Gemeinderatssitzung hatten Elternvertreter und betroffene Eltern die Möglichkeit erhalten, ihre Sichtweise im Gemeinderat darzustellen. Unabhängig von allen weiteren Bewertungen bleibt festzuhalten, dass sich ein solcher Vorgang nicht hätte ereignen dürfen und insbesondere Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse mit derartigen Inhalten nicht hätten konfrontiert werden dürfen. Entscheidend ist nun vor allem, dass sich Vergleichbares künftig ausschließen lässt.

Die Ermittlungen der Polizei dauern weiterhin an. Zugleich liegt inzwischen ein Schreiben der Antonio-Amadeu-Stiftung vor, in dem für das Vorgefallene Verantwortung übernommen und gegenüber Schülerinnen, Schülern sowie Eltern ausdrücklich um Entschuldigung gebeten wird. Der Gemeinderat hatte mich zudem gebeten, den Schulleiter in die Sitzung einzuladen. Auf diese Einladung hat der Schulleiter schriftlich geantwortet; das Schreiben wurde den Gemeinderäten zur Kenntnis gegeben.

Als Gemeinde sind wir nicht zuständig für schulfachliche oder pädagogische Entscheidungen. Gleichwohl liegt uns als Schulträger der Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie die positive Entwicklung unseres Schulstandortes in besonderem Maße am Herzen. Deshalb sollten nun die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen abgewartet und zugleich gegenüber dem Landesamt für Schule und Bildung deutlich gemacht werden, dass vergleichbare Vorfälle an Schulen künftig verhindert werden müssen.

Umso wichtiger ist es, auch die positive Entwicklung unseres Schulstandortes hervorzuheben. Aufgrund sehr hoher Anmeldezahlen wird es im kommenden Schuljahr in der Klassenstufe 5, ebenso wie in der Klassenstufe 9, jeweils drei Klassen geben. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den Oberschulen Krauschwitz, Weißwasser und Schleife sowie dem Landesamt für Schule und Bildung und ist ein starkes Signal für die Attraktivität unseres Schulstandortes.

Am 16. April fand im SKC der Bürgerdialog der LEAG zum „Sonderbetriebsplan Immissionsschutz 2025-2028 Tagebau Nochten“ statt. Die Veranstaltung war fachlich gut vorbereitet und bot umfangreiche Informationen zu den unterschiedlichen Bereichen des Immissionsschutzes. Nachdenklich stimmt allerdings die vergleichsweise geringe Beteiligung aus der Bevölkerung.

Beeindruckend verlief die Mitgliederversammlung des SV Lok Schleife am 22. April. Der ausführliche Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der einzelnen Sparten machte deutlich, mit welchem Engagement und Verantwortungsbewusstsein hier gearbeitet wird. Als Gemeinde begleiten wir gemeinsam mit dem SV Lok die Entwicklung des „Sportzentrums am Jahnring“ mit großem Interesse und dem gemeinsamen Ziel, den Standort fit für die kommenden Jahrzehnte zu machen. In breiter Zusammenarbeit wurde hierzu bereits ein Antrag auf Projektförderung eingereicht. Auch wenn dieser im ersten Anlauf noch keinen Erfolg hatte, werden wir gemeinsam nicht nachlassen und die nächste Förderperiode erneut nutzen. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein, und gerade bei solchen langfristigen Vorhaben sind Ausdauer und Optimismus wichtige Voraussetzungen.

Bereits einen Tag später wurde auf dem Njepila-Hof der neue „Phoenyks Guide“ vorgestellt. Innerhalb von nur sechs Monaten entstand ein dreisprachiger Audioguide mit insgesamt 45 Stationen, der Orte, Geschichten und Besonderheiten unserer Region digital und niedrigschwellig erlebbar macht. Besonders erfreulich ist dabei die enge Mitwirkung zahlreicher lokaler Akteure. Der Gemeinderat wird sich mit diesem Projekt in einer der nächsten Sitzungen noch ausführlicher befassen.

Auch die Veranstaltung „Sport macht Bildung“ des SV Lok Schleife im DSSK setzte ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Sport, Ehrenamt und Bildung in unserer Region. Besonders erfreulich ist, dass sich im Nachgang weitere Unternehmen gemeldet haben, die die Veranstaltung in diesem Jahr noch nicht im Blick hatten und künftig gern mitwirken möchten. Dieses Format sollte daher im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen, aber auch im Interesse der regionalen Unternehmen weiterverfolgt und möglichst im Jahr 2027 erneut durchgeführt werden.

Ein besonderer Dank gilt schließlich allen Organisatoren, Vereinen, Feuerwehren und Dorfgemeinschaften, die rund um den 30. April die traditionellen Hexenfeuer und das Aufstellen der Maibäume ermöglicht haben. In allen vier Orten konnten erneut sehenswerte Maibäume errichtet werden. Überschattet wurden die Vorbereitungen allerdings durch den Großbrand in Weißwasser, bei dem zahlreiche Kameradinnen und Kameraden aus unserer Gemeinde im Einsatz standen. Umso bemerkenswerter war die gegenseitige Unterstützung und das große Engagement vor Ort, durch das auch diese Herausforderung gemeinsam bewältigt werden konnte.

Vielleicht bietet sich in diesem Zusammenhang auch einmal die Gelegenheit, unsere Traditionen rund um das Maibaumstellen näher zu betrachten. Gerade beim Thema des „Entwendens“ von Maibäumen stellt sich die Frage, welche Bräuche tatsächlich historisch in unserer Region verwurzelt sind und wo sich im Laufe der Zeit neue Gewohnheiten entwickelt haben. Auch darüber lohnt sich sicherlich ein gemeinsames Gespräch.

Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern eine schöne Frühlingszeit, viele angenehme Begegnungen in unseren Orten und vor allem Gesundheit, Zuversicht und weiterhin ein gutes Miteinander in unserer Gemeinde.

Aktuelles zum Windpark Schleife

Es gibt Neuigkeiten zum Windpark: Für den zweiten Bauabschnitt liegt seit dem 31. März 2026 die Genehmigung für einen ersten Teilabschnitt mit 8 Windenergieanlagen vor. Der zweite Bauabschnitt sieht insgesamt bis zu 17 Anlagen vor - für die weiteren Anlagen laufen die behördlichen Abstimmungen noch. Die nun genehmigten 8 Anlagen des Typs Vestas V172 mit einer Gesamthöhe von 261 Metern werden auf Flächen im Forst Rohne errichtet. Die Genehmigung wurde am 29. April im Amtsblatt des Landkreises Görlitz öffentlich bekannt gemacht.

Parallel zu den Bauarbeiten am ersten Bauabschnitt beginnt im April die Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Natur und Umwelt, die auf insgesamt 23,4 Hektar Fläche umgesetzt werden. In unmittelbarer Nähe der Mulkwitzer Hochkippen startet die Waldrandgestaltung und der Waldumbau. Diese Maßnahmen sind behördlich genehmigt und werden von einer Umweltgutachterin begleitet.

Ein wichtiger Hinweis: Die Baustelle an der Kippenstraße ist als solche gekennzeichnet und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ich bitte Sie herzlich, das Betretungsverbot zu beachten. Baustellenbereiche sind mit schwerem Gerät, Bodenunebenheiten und weiteren Gefahrenquellen verbunden. Zu Ihrem eigenen Schutz ist das Betreten untersagt und kann bei Missachtung auch rechtliche Folgen haben. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Rücksichtnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bürgermeister

 

Jörg Funda