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Schönecker Anzeiger
Ausgabe 10/2026
Informationen der Verwaltungsgemeinschaft Schöneck – Mühlental
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Eine Premiere für mich – Besuch eines Wandergesellen

 

  

Eine ganz besondere Premiere durfte ich am 24. September erleben: Mit Baldur Wiegandt aus Berlin fand erstmals ein Wandergeselle den Weg zu mir ins Rathaus. In alter Tradition trug er seinen Wanderspruch vor und berichtete anschließend von seinem bisherigen Weg, seinen Erlebnissen und natürlich vom Handwerk.

Baldur ist Schmiedegeselle und seit Ende März auf der Walz. Seitdem hat er bereits zahlreiche Regionen und Städte Deutschlands bereist. Nun führte ihn sein Weg erstmals ins Vogtland – und damit auch nach Schöneck.

Es entwickelte sich ein wirklich interessanter und sympathischer Austausch. Wenn man den Erzählungen eines Wandergesellen zuhört, werden unweigerlich ein wenig Fernweh, Neugier und das Gefühl von Freiheit geweckt. Schließlich bedeutet die Walz, für mindestens drei Jahre und einen Tag unterwegs zu sein, neue Orte und Menschen kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln und dabei natürlich auch die eigenen handwerklichen Fähigkeiten einzubringen.

Für Baldur hat sich ganz in diesem Sinne sogar eine passende Arbeitsmöglichkeit in unserer Region ergeben: Bei der Firma Bernd Sandner in Erlbach, wo in traditioneller Handarbeit handgehämmerte Schallstücke für Blasinstrumente hergestellt werden, wird er für rund einen Monat mitarbeiten. Eine Tätigkeit, die zu einem Schmiedegesellen auf der Walz wohl kaum besser passen könnte – und gleichzeitig eine schöne Verbindung zur traditionsreichen Musikinstrumentenherstellung in unserer Region schafft.

Vielleicht – so sind wir verblieben – führt ihn sein Weg danach noch einmal zu uns nach Schöneck. Zu tun gibt es schließlich auch bei uns immer etwas.

Wohin ihn seine Walz am Ende führen wird, ist heute noch völlig offen. Vielleicht geht es irgendwann zurück vor die Tore Berlins nach Brandenburg oder in Richtung seiner Eltern nach Freyburg an der Unstrut. Die Inspiration, selbst auf die Walz zu gehen, bekam Baldur übrigens von seinem früheren Lehrmeister.

Für mich war diese Begegnung jedenfalls eine Premiere und zugleich ein schöner Einblick in eine jahrhundertealte Tradition, die bis heute weiterlebt. Baldur wünsche ich für seine weitere Walz viele spannende Begegnungen, offene Türen, interessante Arbeitsmöglichkeiten und vor allem allzeit gute Reise!