im letzten Stadtanzeiger hatte ich es angekündigt: Nach unserem Heimatfest wird erst einmal durchgeatmet. Nun ja – daraus wurde ziemlich genau ein Tag. Dann war es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei. Aber wer mich kennt, weiß: So ganz lange stillsitzen ist ohnehin nicht meine Stärke.
Und so ging es mit vollem Elan weiter. Wenn ich meinen Kalender der vergangenen Wochen durchblättere, finde ich darin wieder vieles von dem, was die Arbeit als Bürgermeister für mich ausmacht: Gespräche im Rathaus, Sitzungen und Entscheidungen, Termine bei unseren Vereinen und Partnern, Begegnungen mit Menschen, neue Ideen für Schöneck – und natürlich die eine oder andere Veranstaltung, bei der neben der Arbeit auch der Spaß nicht zu kurz kommen durfte.
Gerade diese Mischung gefällt mir an meiner Aufgabe. Nicht alles, was wir besprechen und vorbereiten, ist am nächsten Tag schon sichtbar. Manches braucht Monate oder sogar Jahre. Umso schöner sind die Momente, in denen aus einer Idee plötzlich etwas Greifbares wird.
Ein gutes Beispiel dafür steht seit Kurzem direkt hinter unserem Rathaus: unser neuer „Balkonblick Schöneck“.
Ich freue mich wirklich sehr darüber, wie schön dieser neue Fotopoint geworden ist. Ein großes Dankeschön geht deshalb an unseren Bauhof, der die Montage hervorragend umgesetzt hat. Solche vermeintlich kleinen Dinge können am Ende eine große Wirkung haben – vorausgesetzt, wir nutzen sie auch.
Deshalb mein Aufruf an alle Schöneckerinnen und Schönecker: Ran an den Balkonblick! Macht Fotos, teilt sie und zeigt, wie schön unsere Heimat ist. Und natürlich sind auch unsere Gäste aus nah und fern herzlich eingeladen, ihren ganz persönlichen Schöneck-Moment festzuhalten. Je mehr Bilder ihren Weg nach draußen finden, desto besser, ist es doch auch Werbung für unsere Stadt.
Künftig wollen wir dieses Thema noch stärker aufgreifen. Geplant ist eine eigene Unterseite auf unseren Internetauftritten, auf der wir die verschiedenen Fotopoints in und um Schöneck übersichtlich darstellen. So sollen unsere besonderen Aussichtspunkte, Sehenswürdigkeiten und Highlights für das perfekte Erinnerungsfoto noch leichter zu finden sein. Vielleicht entsteht daraus Schritt für Schritt sogar eine kleine „Fotopoint-Route“ durch Schöneck. Denn manchmal braucht es keine große Werbekampagne – manchmal reicht ein richtig gutes Bild und die Frage: „Wo ist das denn?“ Und genau diese Antwort soll möglichst oft lauten: Natürlich in Schöneck!
Der Alltag im Rathaus lief währenddessen natürlich ebenfalls mit voller Kraft weiter. Ob Investitionen, Infrastruktur, Schulen und Kindertagesstätten, Tourismus oder die weitere Entwicklung unserer Stadt und ihrer Ortsteile – an Themen mangelt es uns jedenfalls nicht. Entscheidend bleibt für mich, gemeinsam mit dem Stadtrat und allen Beteiligten Lösungen zu finden und unsere Vorhaben Schritt für Schritt voranzubringen.
Ein besonderer Termin führte mich Ende August gemeinsam mit den Kameraden unserer Freiwilligen Feuerwehr Schöneck nach Reichenbach. Dort durften wir das 30-jährige Bestehen des THW Reichenbach mitfeiern. Eine rundum gelungene Veranstaltung mit zahlreichen Gästen, vielen Begegnungen und guten Gesprächen. Drei Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement, technische Hilfe und Einsatzbereitschaft verdienen höchste Anerkennung. Gleichzeitig sind solche Veranstaltungen eine gute Gelegenheit, die Zusammenarbeit und den persönlichen Austausch zwischen unseren Hilfs- und Einsatzorganisationen zu pflegen. Deshalb nochmals: Herzlichen Glückwunsch an das THW Reichenbach und vielen Dank für die hervorragende Zusammenarbeit!
Nur wenig später stand ein Termin an, der uns eindrucksvoll daran erinnerte, dass vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, noch gar nicht so lange selbstverständlich ist. Gemeinsam mit Vertretern von deutscher und tschechischer Seite durfte ich an die 35-jährige Öffnung der Grenze zwischen Klingenthal und Kraslice erinnern.
Heute fahren wir über diese Grenze, besuchen Veranstaltungen auf beiden Seiten, arbeiten gemeinsam an Projekten und schließen Freundschaften. Vor 35 Jahren begann dafür ein neues Kapitel. Umso wichtiger ist es, diese Geschichte nicht zu vergessen und gleichzeitig den Blick nach vorn zu richten. Gerade die Zusammenarbeit zwischen Schöneck und Kraslice hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Unser gemeinsames Ziel einer künftigen Städtepartnerschaft ist deshalb für mich weit mehr als eine Unterschrift auf einem Stück Papier – sie soll Ausdruck einer Partnerschaft sein, die bereits heute mit Leben gefüllt wird.
Anfang September führte mich mein Weg dann nach Bad Elster zur Regionalveranstaltung „Klimavorsorge für attraktive Orte – Gesundheit und Tourismus gemeinsam denken!“.
Ein Thema, das zunächst vielleicht etwas sperrig klingt, für unsere Region und insbesondere für einen Tourismusstandort wie Schöneck aber von großer Bedeutung ist. Wie gestalten wir unsere Orte künftig so, dass sie trotz veränderter klimatischer Bedingungen attraktiv und lebenswert bleiben? Wie verbinden wir Tourismus, Gesundheit, Natur und Aufenthaltsqualität miteinander? Und welche Maßnahmen können wir heute auf den Weg bringen, damit unsere Region auch morgen noch ein attraktiver Lebens-, Gesundheits- und Urlaubsort ist?
Dabei wurde einmal mehr deutlich: Wir dürfen nicht auf der Stelle stehen. Klimavorsorge, Tourismus und Lebensqualität sind längst keine voneinander getrennten Themen mehr. Grünflächen, schattige Aufenthaltsbereiche, Wasser, attraktive Wege, Erholungsmöglichkeiten und eine moderne touristische Infrastruktur kommen unseren Gästen zugute – vor allem aber auch den Menschen, die hier leben.
Und natürlich gilt auch bei solchen Veranstaltungen: Nicht jede gute Idee entsteht ausschließlich während eines Vortrags oder einer Podiumsdiskussion. Wenn man am Abend mit Bürgermeisterkollegen und anderen Akteuren zusammensitzt, lassen sich manche Themen in lockerer Runde mindestens genauso intensiv diskutieren. Dabei wurde selbstverständlich auch die Frage erörtert, welcher Ort beziehungsweise welche Region eigentlich am attraktivsten ist. Das Ergebnis war aus Schönecker Sicht natürlich eindeutig. Aber gut – vielleicht war an dieser Stelle auch ein klein wenig Lokalpatriotismus im Spiel.
Sehr gefreut habe ich mich außerdem über die Eröffnung der Kaffeemanufaktur Tannenhaus. Die Auswahl an Kaffee, Kuchen, Torten und Eis kann sich wirklich sehen lassen. Das Konzept unterscheidet sich bewusst vom bisherigen Campus Café und bietet an sieben Tagen in der Woche vom Frühstück über einen kleinen Mittagssnack bis hin zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag eine schöne Möglichkeit zum Einkehren.
Damit ist ein weiteres attraktives gastronomisches Angebot entstanden. Gleichzeitig bleibt es eine Aufgabe, auch für die Abendstunden wieder zusätzliche Möglichkeiten in Schöneck zu schaffen. Gerade für einen Tourismusort mit unseren Übernachtungskapazitäten gehört ein vielfältiges gastronomisches Angebot einfach dazu.
Und dann stand schon das nächste große Ereignis vor der Tür: unsere Schönecker Kirmes am 6. September.
Bei herrlichem Wetter durften wir zahlreiche Gäste aus nah und fern begrüßen. Vereine, Akteure, Händler und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten gemeinsam dafür, dass auf und rund um den Obermarkt wieder richtig etwas los war. Besonders gefreut hat mich, dass auch unsere Kirmes in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für die immer engere Zusammenarbeit mit unserer künftigen Partnerstadt Kraslice gesetzt hat.
Dank der Unterstützung durch die Euregio Egrensis konnten unter anderem Teile der Veranstaltungstechnik sowie Vereine und Akteure finanziell unterstützt werden. Besonders bedanken möchte ich mich bei Sabine Wahlich und Sylva Vetenglova, die mit viel Engagement dazu beigetragen haben, unsere Zusammenarbeit über die Grenze hinweg weiter mit Leben zu füllen.
Eine solche Kirmes organisiert sich allerdings nicht von allein. Deshalb gilt mein großer Dank unseren Vereinen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Helferinnen und Helfern, Sponsoren und Unterstützern sowie jedem Einzelnen, der vor, während und nach der Veranstaltung mit angepackt hat. Ohne euch wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht möglich.
Impressionen unserer Kirmes - entdecken Sie die schönsten Momente in unserer Bildergalerie im separaten Artikel in dieser Ausgabe.
Ein besonderes Highlight war zudem das Gewinnspiel unserer Bürgerstiftung Schöneck/Vogtl., bei dem alle 100 Lose bereits frühzeitig vergriffen waren. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht vorwegnehmen – denn zur Bürgerstiftung und zum Gewinnspiel finden Sie in dieser Ausgabe einen eigenen ausführlichen Beitrag.
Den Abschluss unmittelbar vor Redaktionsschluss bildete für mich die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes Vogtland in der Stadthalle Greiz. Auch dort wurde noch einmal sehr deutlich, welche enorme Bedeutung der Tourismus für unsere gesamte Region besitzt.
Gleichzeitig dürfen wir die aktuellen Entwicklungen nicht ausblenden. Die Übernachtungszahlen stagnieren derzeit. Gestiegene Kosten belasten Gäste ebenso wie Gastgeber und touristische Betriebe. Zudem verändert sich das Reiseverhalten und der Wettbewerb zwischen den Destinationen nimmt weiter zu. Umso wichtiger wird der Wandel weg vom reinen Blick auf Übernachtungszahlen und hin zu Qualität, Aufenthaltswert und einer starken Destination.
Gerade für Schöneck ist das von entscheidender Bedeutung. Skiwelt, Bikewelt, Wanderwelt und Eckis Entdeckerwelt, unsere gastronomischen Angebote und unsere gesamte touristische Infrastruktur müssen weiterentwickelt und noch stärker miteinander verbunden werden. Wir haben hervorragende Voraussetzungen – aber wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen.
Und Stillstand soll für Schöneck ganz sicher keine Option sein.
Denn wie wurde schon so treffend gesungen: „Der Stillstand ist der Tod.“
Und zum Schluss noch ein kleines Versprechen: Zum Thema touristische Entwicklung in Schöneck wird es im kommenden Stadtanzeiger positive Nachrichten und einige Neuigkeiten zu berichten geben. Mehr möchte ich heute noch nicht verraten – ein wenig Spannung darf schließlich bleiben.
Wenn ich also auf die vergangenen Wochen zurückblicke, war der eine Tag zum Durchatmen nach dem Heimatfest tatsächlich ziemlich schnell vorbei. Danach folgten wieder zahlreiche Termine, Begegnungen, Veranstaltungen und neue Ideen.
Aber vielleicht ist genau das auch ein Stück Schöneck: Es geht immer weiter!
Und solange dabei viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, bin ich überzeugt, dass wir auch weiterhin einiges bewegen können.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen schönen Start in den Herbst, unseren Vereinen weiterhin viel Erfolg und uns allen viele gute Begegnungen in Schöneck und unseren Ortsteilen.
Ihr
Andy Anders
Bürgermeister