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Der Spiegelwaldbote - Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Grünhain-Beierfeld
Ausgabe 3/2026
Stadt Grünhain-Beierfeld
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Die Geschichte der unteren Halblehngut der 7. Hufe

Bau des neuen Fabrikgebäudes der Firma Hermann Nier an der Hein- rich-Heine-Straße im Jahr 1928.

Das Haus an der Heinrich-Heine-Straße 3.

Das Haus an der Heinrich-Heine-Straße 1 im Juli 1926.

Das Nebengebäude.

Seit 2020 dient das Haus nur noch zu privaten Wohnzwecken.

Das Kaiserliche Postamt im Jahr 1904.

Die letzte Pferdepost vom Postamt Beierfeld nach Schwarzenberg am 20. August 1920, links Postmeister Gerstenberger, rechts Bürgermeister Andreas.

Das Postamt 1935.

Die 2. Postagentur 1897 - 1903 im Haus an der August-Bebel Straße 80.

Der Anbau an das Wohnhaus (Foto Juli 1926).

 

Teil 3

 

 

Am 1. Juli 1948 wurde aus Hermann Nier Feuerhandwerk und Nirona-Werke Nier und Ehmer Metallwarenfabrik der VEB Mewa-Nirona-Feuerhandwerke. Am 1. Januar 1952 wurden der Betrieb als VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld geführt und mit Betrieben anderer Standorte vereinigt. Am 1. April 1969 wurde er mit dem VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg vereinigt. Der VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg ging 1990 ebenfalls in Liquidation und stellte die Produktion ein. Von 1990 bis 2016 betrieb der Klempnermeister Rolf Klinder eine Bauklempnerei.

 

 

Das Haus Ortsl.-Nr.: 20 B (heute Heinrich-Heine-Straße 3) erbaute 1890 der Löffelarbeiter Ernst Wilhelm Riedel, welches 1912 der Klempner Richard Alfred Fischer kaufte. 1929 verkaufte Elise Alma verehl. Fischer, geb. Riedel das Wohnhaus an die Firma Hermann Nier. 1929 erfolgte der Abbruch dieses Hauses durch die Firma Hermann Nier. 1930 errichtete die Firma Hermann Nier ein Pförtnerhaus. Am 1.Juli 1948 wurde aus Hermann Nier Feuerhandwerk und Nirona-Werke Nier und Ehmer Metallwarenfabrik der VEB Mewa-Nirona-Feuerhandwerke. Am 1. Januar 1952 wurden der Betrieb als VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld geführt und mit Betrieben anderer Standorte vereinigt. In den Jahren 1953-1954 wird das Pförtnerhaus zu einem Wohnhaus durch den VEB Sturmlaternenwerk umgebaut. Am 1. April 1969 wurde der Betrieb mit dem VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg vereinigt. Der VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg ging 1990 in Liquidation. Seit dieser Zeit dient das Haus zu privaten Wohnzwecken.

 

 

Das Haus Ortsl.-Nr.: 20, heute Heinrich-Heine-Straße 1 erbaute um 1821 der Löffelfabrikant August Friedrich Barth. Im Jahr 1910 ist als Hausbesitzer Emil Seltmann bezeugt. Er führte eine Reparaturwerkstatt für Musikinstrumente, Fahrräder und Wasch- und Wringmaschinen.

 

 

 

Von 1920 bis 1930 ist als Hausbesitzerin Alinde verw. Seltmann bezeugt. 1943 war Kurt Seltmann Hausbesitzer. 1945 sind Seltmanns Erben Besitzer des Hausest. Das Haus dient bis heute zu privaten Wohnzwecken.

 

 

Als Besitzer des Wohnhauses Ortsl.-Nr.: 19 C, heute August-Bebel-Str. 74 ist 1892 Klempnermeister Richard Paul Graf bezeugt. 1910 erfolgte der Anbau einer Werkstatt. Paul Graf stellte Blechringe für Siebe her. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts verbot die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg das Betreiben von Zinnereien mit Essen geringer Höhe. Paul Graf konnte nachweisen, dass es sich in seiner Werkstatt nicht um Verzinnung handelt. Die Ringe wurden durch das Stanzen blind und wurden durch das Abschwitzen wieder blank und zwar so, dass der Ring in kochendem Rindertalg getaucht wird und der Ring dann im heißen Wasser abgespült wird. Dieses sogenannte Abschwitzen nahm Graf in seinem Waschhaus vor, worüber sich die Nachbarschaft beschwerte. Die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg legte Paul Graf folgende Bedingung auf: Der Talgschmelzkessel ist mit genügend großem Dunstfang zu versehen. Das Rohr muss sich über 4 m über den Dachfirst des Waschhauses erheben und das Rohr muss 30 cm Durchmesser haben. Die Bedingung wurde erfüllt. Die Bezeichnung der Firma lautete: Paul Graf Metallwaren Beierfeld im Erzgebirge. Seit 1932 ruht der Betrieb. 1945 war Paul Graf Besitzer des Hauses. 1958 wurde im Erdgeschoss des Hauses eine Kapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche eingerichtet, die bis heute Eigentümer des Hauses ist.

 

 

Das Haus mit Werkstatt Ortsl.-Nr.: 19 D, heute August-Bebel-Straße 76 erbaute 1896 der Klempner Ernst Hermann Löffler. 1904 ist Marie verw. Löffler Besitzerin des Hauses. Dann besitzt Karl Unger das Haus mit Werkstatt. Im Jahr 1906 ist Marie. Mathilde, verw. Unger Inhaber. 1920 kauft der Kaufmann Johannes Vetter das Haus und richtet im Erdgeschoss ein Exporthaus für Blechwaren ein.

 

 

1924 ist die Firmenbezeichnung Hans Vetter Blech- und Lackierwaren. 1935 geht die Firma in Konkurs. 1936 übernimmt Emma Anna vhl. Vetter die Grundstücke.

1967 erfolgt der Bau eines Nebengebäudes mit Garage durch die Metallwarenfabrik E.A. Vetter. Bis 1989 war die Fabrik Mitglied er Blech-HA-Ge Bernsbach. Es werden Bleche zugeschnitten und verformt.

 

 

1992 erfolgt eine Fassadenänderung des Wohnhauses. 1996 erfolgt eine Nutzungsänderung des Gewerberaums in eine Physiotherapiepraxis.

 

 

Das Haus Ortsl.-Nr.: 19 F, heute August-Bebel- Straße 78 wurde durch den Beierfelder Bürgermeister Bernhard Riedel 1903 erbaut Er richtete im Erdgeschoss eine Mietpoststelle mit Telegraphenbetriebsstelle ein.

 

 

Im Jahr 1913 wurde das Mietpostgebäude erweitert und der Eingangsbereich neu gestaltet.

Von 1903 bis 1919 war der Bürgermeister Bernhard Riedel Hausbesitzer, dann von 1920 bis 1933 Kasseninspektor Max Riedel, dann Hertha Belger.

Die Verwaltung des Postamts hatte von 1903 bis 1918 Postsekretär Rudolf Brauer inne. Von 1918 bis 1936 leitete das Amt Postmeister Richard Gerstenberger, welcher vor dem seit 1904 das Grünhainer Postamt verwaltete.

 

 

Im Alter von 63 ½ Jahren trat Postmeister Gerstenberger am 30. September 1937 in den Ruhestand, nachdem schon seit dem 21. Juni 1936 die Verwaltung des Postamtes in den Händen des Postsekretärs Martin Colditz lag.

 

 

Am 1. Oktober 1937 wurde Colditz, ein gelernter Schnitt- und Stanzenbauer, zum Verwalter des Postamtes Beierfeld ernannt. Infolge einer schweren Verwundung, die er im 1. Weltkrieg erlitt, trat er im Jahre 1916 in den Postdienst ein. Bis 1937 arbeitete er sich vom Posthelfer, Postboten zum Postschaffner empor und war nach bestandener Prüfung 1928 als Postassistent und von 1937 bis 1947 als Amtsvorsteher des Postamtes Beierfeld tätig.

1995 übernahm die Dt. Post AG die Filiale Beierfeld. 1995 befand sich im Haus die Hartig Bau GmbH. Die Filiale Beierfeld, August-Bebel-Straße 78 wurde am 25. August 2003 durch die Deutsche Post AG geschlossen. Hausbesitzer war zu dieser Zeit Herr Marco Kühner. Heute befindet sich im Haus die Luise Egermann loupix Medien- & Eventgestaltung.

Das Wohnhaus mit Werkstatt Ortsl.-Nr.: 19 E, heute August-Bebel- Straße 80 erbaute 1896 der Klempner und Gemeindevorstand Bernhard Riedel. Die Postagentur wurde von 1897 bis 1903 vom Gemeindevorstand Bernhard Riedel im neuen Haus August-Bebel-Straße 80 (gegenüber der Christuskirche) verwaltet.

 

 

Am 01.09.1920 verstarb Bernhard Riedel. Das Haus übernahmen Riedels Erben. 1931 erfolgt ein Anbau an das Wohnhaus durch den Metallwarenfabrikanten Bernhard Emil Schröter. Er ist auch 1930 im Haus August-Bebel-Straße 74 als Fabrikant bezeugt.

 

 

1964 erfolgt die Errichtung einer Lehrwerkstatt der Betriebsberufsschule „Ernst Scheffler“ des VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld im Anbau.

Am 1. April 1969 wurde der VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld mit dem VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg vereinigt. Der VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg ging 1990 in Liquidation.

Im Wohnhaus mit Anbau befanden sich 1991 die RKF Rudolph, Kellig, Fischer GbR, seit 1995 die Mößner GmbH und seit 2005 die Elektrotechnik Uwe Kunzmann. Heute ist im Haus August-Bebel-Straße 80 als Gewerbebetrieb nur noch die R+S Steuerberatungsgesellschat Rolf Göbel aus Düsseldorf bezeugt.

 

 

Quellen:
400 Jahre Siedlungsgeschichte von Beierfeld von Lic. theol. Gustav Beyer
Beierfelder Industriegeschichte – Teil III
Straßen, Hausnummer- und Hausbesitzerverzeichnis der Gemeinde Beierfeld
1964-65 und 1987
Archivmaterial der Stadt Grünhain-Beierfeld
Historischer Abriss Sturmlaterne von Majo Karthe →

Thomas Brandenburg