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Amtsblatt der Einheitsgemeinde Stadt Teuchern
Ausgabe 22/2026
Einheitsgemeinde Stadt Teuchern
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Liebe Tierfreunde!

Es ist wieder einmal so weit. Der Herbst beginnt und die „Stoppelkatzen“ kommen auf die Welt. Diese haben es, aufgrund der nun beginnenden schlechten Witterung, sowieso schwerer als die Maikätzchen, aber sollten noch andere widrige Umstände hinzukommen, zum Beispiel, dass die Mutterkatze abhandenkommt, geht ihre Überlebenschance gegen Null. Nicht aber, wenn es aufmerksame tierliebe Menschen gibt, die Augen und Ohren offen halten. So wurde mir am fünften Oktober ein kleines schwarzes Kätzchen gebracht, das „Am Schinger“ gefunden wurde. Die Anwohner hörten das klägliche Geschrei, suchten und fanden die Kleine. Weitere Kätzchen konnten nicht gesichtet werden. Die kleine Susi, so habe ich sie genannt, war in einem recht guten gesundheitlichen Zustand und wog bereits 270g. Natürlich hatte sie Hunger und sie bekam ihre Babymilch. Da ich von dem Fund telefonisch zuvor informiert worden war, hatte ich ihre Unterkunft bereits ausgestattet.

Am siebenten Oktober kam ein Notruf vom Tierheim. Eine Familie war beim Spazierengehen in einer Gartenanlage an einem Garten vorbeigekommen, wo eine Frau gerade dabei war, tote Katzenbabys einzugraben. Eins lebte noch und die Familie ließ sich das winzige Wesen aushändigen und brachte es ins Tierheim. Das kleine Kätzchen war voller Fliegeneier, weil die Fliegen bereits einen guten Brutplatz für ihre Nachkommen gefunden hatten. Von den Mitarbeitern im Tierheim gesäubert und mit Wärmflasche warm eingepackt wurde das Mäuschen von der lieben Familie vom Tierheim dann zu mir gebracht. Nun begann ein Kampf ums Überleben. Völlig unterkühlt ausgehungert und in einem völlig desolaten Zustand wollte die Kleine aber leben. Sie wog 129g und ihre Augen waren noch zu, also war sie keine 10 Tage alt. Noch ist sie nicht über den Berg, sie ist zu winzig und da kann immer etwas passieren. Aller zwei Stunden ist nun Fütterungszeit, Bauchmassage und Entleerung, um es etwas zu umschreiben. Geschlafen wird in einer Kuscheldecke mit Wärmflasche unten drunter. Unser Wasserkocher ist im Dauereinsatz.

Um solches Katzenelend nicht erst entstehen zu lassen, sollten sie ihre Freigänger kastrieren lassen. Tauchen bei Ihnen Streuner auf, dann melden Sie es bitte beim Ordnungsamt oder bei mir. In diesem Jahr konnten wir wieder einige Katzen kastrieren und vermeiden so, dass sich die Tiere in der Natur zu stark vermehren. Katzen sind Haustiere, wenn sie auch ihren Auslauf brauchen, aber im Winter sind sie auf den Menschen angewiesen. Es ist für uns auch besser, wenn wir nur zwei Streuner versorgen müssen und keine 20.

Die beiden Kleinen bei mir werden keine Streuner, sondern können in liebevolle Hände vermittelt werden, wenn sie alt genug sind. Wer sie nimmt bekommt aber sofort die Auflage, sie sterilisieren zu lassen. Wir sind noch in der Lage, das Tierleid in unserem Land zu bekämpfen. Andere Länder haben da längst den Zeitpunkt verpasst und greifen nun zu Maßnahmen, die wir uns gar nicht vorstellen wollen.

Ich bin sehr froh, dass es in Teuchern und deren Umgebung viele tierliebe Menschen gibt, die alles dafür tun, dass es den Tieren gut geht. Ich bin mit einigen durch WhatsApp verbunden und so können wir uns austauschen und gegenseitig um Hilfe bitten, wenn wir welche brauchen. Danke an euch. Andererseits gibt es auch in unserer Region Menschen, denen ein Tierleben keinen Pfifferling wert ist. Da fällt mir ein Spruch ein, den ich im Tierheim gelesen habe: „Weh’ dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt“ (Christian Morgenstern).

Gabriele Gießler